«Die Kanadier sind sauer»
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 27.04.2012
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Schweizer Kader, Programm
Länderspiele. Programm. Sonntag, 29. April. In Freiburg (13.30 Uhr): Schweiz - Kanada. - Dienstag, 1. Mai. In Kloten (20.10 Uhr): Schweiz - Kanada.
Schweizer Aufgebot. Torhüter (3): Reto Berra (Biel), Lukas Flüeler (ZSC Lions), Tobias Stephan (Genève-Servette).
Verteidiger (9): Goran Bezina (Genève-Servette), Severin Blindenbacher (ZSC Lions), Félicien Du Bois (Kloten Flyers), Philippe Furrer (Bern), Robin Grossmann (Davos), Luca Sbisa (Anaheim Ducks), Mathias Seger (ZSC Lions), Mark Streit (New York Islanders), Patrick von Gunten (Frölunda/Sd).
Stürmer (15): Andres Ambühl (ZSC Lions), Matthias Bieber (Kloten Flyers), Damien Brunner (Zug), Denis Hollenstein (Kloten Flyers), Michael Liniger (Kloten Flyers), Thibaut Monnet (ZSC Lions), Simon Moser (SCL Tigers), Nino Niederreiter (New York Islanders), Benjamin Plüss (Fribourg), Kevin Romy (Lugano), Daniel Rubin (Genève-Servette), Ivo Rüthemann (Bern), Julien Sprunger (Fribourg), Morris Trachsler (Genève-Servette), Roman Wick (Kloten Flyers).
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Sean Simpson darf der WM, die ab dem kommenden Wochenende in Helsinki und Stockholm ausgetragen wird, eigentlich mit Optimismus entgegenblicken. Mit Mark Streit, dem Captain der New York Islanders, sowie Anaheims wuchtigem Zuger Luca Sbisa kann er zwei Wunschverteidiger an das Turnier mitnehmen. Auch sonst scheinen seine Schützlinge gut drauf zu sein, immerhin besiegten die Schweizer zuletzt zweimal auswärts eine kompetitive schwedische Auswahl recht überzeugend.
Getrübt wurde der WM-Countdown einzig durch die Absagen von Verteidiger Julien Vauclair (Hirnerschütterung), den Goalies Jonas Hiller (Anaheim) und Leonardo Genoni (HC Davos) sowie Stürmer Martin Plüss (SCB). Genoni fühlte sich nicht in bester Verfassung und verspürte wohl auch keine grosse Lust, als voraussichtliche Nummer 3 dem WM-Treiben zuzuschauen. Die Absage von Berns Captain und Center Plüss nahm der Personalchef der Schweizer mit grossem Bedauern zur Kenntnis. Dass der torgefährliche Patrik Bärtschi kein Aufgebot für das Turnier erhielt, hat nicht nur in den Kreisen von Schweizer Meister ZSC Lions für eine gewisse Überraschung gesorgt.
Grosse Resonanz bei den Fans
Vom 27-köpfigen Kader muss der Nati-Trainer vor dem Abflug einen Stürmer und einen Verteidiger aussortieren. Das heisst: Gegen die Kanadier am Sonntag in Freiburg und am Dienstag in Kloten kämpfen einige Titulare um das WM-Ticket. An Motivation dürfte es von Schweizer Seite also nicht fehlen.
Dass das Mutterland des Eishockeys seine einzigen Tests vor der WM gegen die Schweiz austrägt, darf ruhig als Ehre für den Verband, der sich nun Swiss Ice Hockey Federation nennt, gewertet werden. «Es zeigt, dass unser Eishockey in Nordamerika ernst genommen wird», erklärt Simpson gegenüber der Agentur Sportinformation. Die beiden Partien seien nicht nur superbe Tests für sein Team, sondern auch ein tolles Erlebnis für die Fans. Die Länderspiele haben in der Tat eine grosse Resonanz gefunden. Die BCF-Arena ist ausverkauft, in Klotens Kolping Arena sind nur noch wenige Plätze erhältlich. Die Bedingungen für einen stimmungsvollen Rahmen in beiden Eishallen sind also gegeben.
Motivierte Kanadier
Die Kanadier, die an der WM 2010 in Deutschland gegen die Schweiz deutlich 1:4 unterlagen und vor einem Jahr in der Slowakei erst mit 4:3 nach Verlängerung gewannen, treten mit zahlreichen Stars in der Schweiz an. Sbisas Teamkollegen Ryan Getzlaf und Corey Perry (beide Anaheim) stehen ebenso im ersten WM-Aufgebot wie Dion Phaneuf (Toronto Maple Leafs) und Jay Bouwmeester (Calgary Flames). Mit John Tavares stürmt ein Copain von Streit mit, Jeff Skinner (Carolina Hurricanes) und Jordan Eberler (Edmonton Oilers) gehören zu den Leistungsträgern in ihren Teams.
Simpson ist überzeugt, dass seine Landsleute äusserst motiviert in Europa antreten werden. «Die Kanadier sind sauer, dass sie zuletzt zweimal in den Viertelfinals ausgeschieden und im Ranking bloss die Nummer 5 sind.» Die 20-köpfige Equipe von Headcoach Brent Sutter wird bestimmt noch Verstärkungen erhalten. Das Team Canada wird auch Gruppengegner der Schweiz in Finnlands Kapitale sein.
Illustres Schweizer Quintett
Simpson hat diese Woche im Klotener Camp einen Schweizer NHL-Block zusammengestellt. In der Verteidigung stehen die erprobten Streit und Sbisa, im Sturm sollen Nino Niederreiter von den Islanders sowie die nordamerika-erfahrenen Andres Ambühl (Ex-Organisation New York Rangers) und Roman Wick (Ottawa Senators) für offensive Power sorgen. Niederreiter hat zuletzt mit der Nati in Schweden getroffen, Lions-Motor Ambühl ist in prächtiger Form und Wick will seine diskrete Saison mit einer starken WM vergessen machen. Simpsons Eindruck von seinem Leaderblock nach den ersten Trainings: «Das sieht richtig gut aus.»
Man darf nicht nur auf die beiden Tests gegen Kanada gespannt sein, sondern auch auf die Auftritte der Schweiz an der A-WM. Denn Simpsons Ziel kann nur lauten: WM-Viertelfinal. Auch der Nationaltrainer steht unter grösserem Druck als auch schon, seit er die Nachfolge von Ralph Krueger im Frühling 2010 angetreten hat. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.04.2012, 13:05 Uhr
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