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Das Derby aus Berner Sicht: fünf Tore in Überzahl

Von Adrian Ruch. Aktualisiert am 04.03.2011 1 Kommentar

Der Meister steuert auf direktem Weg auf den Halbfinal zu. Die Überlegenheit beim 5:0-Sieg gegen die SCL Tigers war eklatant.

Torschützen unter sich: Simon Gamache (links) schoss einen, Martin Plüss sogar zwei Treffer für den in allen Belangen überlegenen SC Bern.

Torschützen unter sich: Simon Gamache (links) schoss einen, Martin Plüss sogar zwei Treffer für den in allen Belangen überlegenen SC Bern.
Bild: Andreas Blatter

Es war ein ein ungleiches Duell. Der SC Bern hat für die Playoffs einen Gang eingelegt, über den die SCL Tigers, deren Mannschaft aus günstigen und soliden Eishockeyarbeitern besteht, schlicht nicht verfügen. Der Favorit ging bereits in der 3. Minute durch Martin Plüss in Führung und dominierte die Langnauer beinahe nach Belieben. Richtig gefährlich wurde es für den SCB einzig nach einer knappen Viertelstunde, als die Gäste zwei Minuten lang in doppelter Überzahl spielen konnten.

Doch der Meister überstand die heikle Phase mit etwas Glück und viel Können. Und kurz darauf traf Ivo Rüthemann zum 2:0. Mit diesem Treffer stellte die Mannschaft von Larry Huras den Emmentalern den Strom ab. Jedenfalls agierten die Besucher in der Folge, als wäre der letzte Funke Hoffnung auf einen Überraschungscoup frühzeitig erloschen. Die Partie war nicht nur einseitig, sondern phasenweise sogar langweilig – von Playoff-Stimmung keine Spur. «Der Eindruck täuschte; wir durften in der Konzentration nicht nachlassen, den die Langnauer darf man nie abschreiben», sagte SCB-Center Etienne Froidevaux.

Bejubelte Schlägerei

Emotionen kamen im Stadion erst in der 58. Minute auf, als Tigers-Captain Pascal Pelletier SCB-Topskorer Christian Dubé, der zuvor ein Foul begangen hatte, von hinten attackierte und Lee Goren, der Mann fürs Grobe, als Rächer des brillanten Centers auftrat. Die beiden Kanadier wurden vom Schiedsrichter-Quartett frühzeitig in die Kabine geschickt. Goren kam freilich nach der Schlusssirene auf Wunsch der Fans auf der Stehrampe noch einmal aufs Eis zurück und wurde bejubelt. Die Respekt-Kampagne im Schweizer Eishockey hat offensichtlich noch nicht die gewünschte Wirkung erzielt.

Nach dem unschönen Faustkampf erhöhten Froidevaux und Plüss auf 5:0. «Im Hinblick auf den Samstag war es sehr wichtig, drehten wir am Schluss noch einmal auf. So kann man dem Gegner Kraft und Mut rauben», meinte Froidevaux.

Nachdem das Powerplay in den ersten beiden Playoff-Duellen nicht nach Wunsch funktioniert hatte, schoss der SCB gestern alle fünf Tore in Überzahl. «Wir haben diesmal die kleinen Sachen richtig gemacht – das heisst, wir liessen die Scheibe gut zirkulieren und sorgten mit Schüssen für Abpraller», erklärte Froidevaux. Auch Coach Huras war zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, er bemängelte einzig die dürftige Chancenauswertung. In der Tat hätte die Partie nach 40 Minuten längst entschieden sein müssen. Für einmal gelang dem SCB bei personellem Gleichstand trotz krasser Dominanz aber kein Treffer; eine andere Statistik ist dafür besonders beeindruckend: Die Tigers haben bei Vollbestand in der ganzen Serie noch kein einziges Tor erzielt. Die Stadtberner haben bereits morgen in Langnau die Chance, die Halbfinalqualifikation sicherzustellen. Es scheint, als könnten sie sich nur selber schlagen. Dass keine Selbstzufriedenheit einkehrt, dafür will Huras sorgen: «Es gibt immer etwas zu verbessern – wir müssen jeden Tag etwas stärker werden.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.03.2011, 07:05 Uhr

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1 Kommentar

Roman Müller

04.03.2011, 11:29 Uhr
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"Die Respekt-Kampagne im Schweizer Eishockey hat offensichtlich noch nicht die gewünschte Wirkung erzielt."
Was soll dieser Schwachsinn? Wir sind beim Eishockey und nicht beim Synchronschwimmen! Wenn Spieler mit Stockschlägen und hinterhältigen Fouls traktiert werden ist dies wohl schlimmer als ein 1 gegen 1, Mann gegen Mann. Und Hr. Pelletier hat dies ja gesucht und gefunden.
Geils gsi Goren!!!
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Stand: 25.05.2012 15:24
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