Zum Schweizer Nationalstürmer über Umwege

Kennen Sie Albert Bunjaku? Der vergessene Schweizer der Bundesliga, der für den 1. FC Nürnberg stürmt, steht im Nationalmannschaftsaufgebot von Ottmar Hitzfeld.

Schweizer Überflieger: Vier Tore konnte Albert Bunjaku in sieben Bundesliga-Spielen feiern.

Schweizer Überflieger: Vier Tore konnte Albert Bunjaku in sieben Bundesliga-Spielen feiern.
Bild: Keystone

In der Bundesliga-Vorschau zu dieser Saison stellte die Sportnachrichtenagentur «Si» alle Schweizer kurz vor. Tranquillo Barnetta, Eren Derdiyok (beide Leverkusen), Diego Benaglio (Wolfsburg), Mario Eggimann (Hannover), Fabian Lustenberger, Steve von Bergen (beide Hertha Berlin), Ludovic Magnin (Stuttgart), Christoph Spycher, Pirmin Schwegler (beide Eintracht Frankfurt) und Daniel Gygax (Nürnberg) fanden Erwähnung. Albert Bunjako sowie Wolfsburgs dritter Torhüter Marwin Hitz gingen jedoch vergessen. Irgendwie verständlich. Schliesslich hatte der Zürcher Stürmer die Bundesliga durch die Hintertür betreten.

Der bald 26-jährige Bunjaku stürmt seit vergangenem Winter für den 1. FC Nürnberg. Zum Aufstieg des «Clubs» konnte er allerdings nur noch wenig beitragen. Durch einen Muskelfaserriss gebremst kam er nur zu sechs Teileinsätzen, spielte lediglich einmal von Beginn weg. Ein Treffer gelang dem Zürcher dabei.

Zwei Zufälle halfen beim Aufstieg

Dass er überhaupt im Januar für 250'000 Euro zu Nürnberg stiess, verdankt er indirekt einem anderen Schweizer. Weil Eren Derdiyok nicht schon damals vom FC Basel nach Leverkusen gewechselt war, holte sich Bayer stattdessen Nürnbergs Angelos Charisteas, und die Franken wiederum verpflichteten vorzeitig Bunjaku.

Sein Empfehlungsschreiben hatte der 3-fache U21-Internationale in Deutschlands dritter Liga geschrieben. Für Rot-Weiss Erfurt buchte Bunjaku letzte Saison in 18 Spielen 9 Tore und 8 Assists. Dazu machte er beim 3:4 im Cup gegen Bayern München auf sich aufmerksam, als er, zur Pause eingewechselt, den Rekordmeister mit zwei Toren erschreckte.

Auch bei seinem Weg nach Thüringen hatte der Zufall mitgeholfen. Der ehemalige Spieler des FC Schaffhausens und GC-Junior war nämlich bei seiner ersten Station in Deutschland, dem Drittligisten SC Paderborn, nicht auf Touren gekommen und unglücklich, als seine Frau Arijeta in der Boutique, in der sie arbeitet, mit einer Stammkundin ins Gespräch kam. Dabei stellten die Beiden fest: Der Ehemann der einen ist Stürmer und sucht einen neuen Klub, jener der anderen ist Trainer bei Rot-Weiss Erfurt und sucht Angreifer.

«Bumm»-Bunjaku wäre gar zweitbester Torschütze

Doch die Zeit der glücklichen Zufälle ist bei Bunjaku vorbei. Bereits vier Tore hat er in der 1. Bundesliga geschossen. Mit seiner grossen Laufbereitschaft geniesst der im Kosovo geborene Stürmer, der erst als 14-Jähriger beim FC Schlieren mit dem Klub-Fussball begonnen hatte, das Vertrauen seines Trainers Michael Oenning. Nach seinen zwei Toren gegen Hertha Berlin taufte ihn die «Abendzeitung» Albert «Bumm»-Bunjaku. Wenn ihm die Unparteiischen in Frankfurt und gegen Bremen nicht noch zwei reguläre Treffer «geraubt» hätten, wäre er in der Torschützenliste hinter Leverkusens Stefan Kiessling (7 Tore) gar auf Platz 2.

Den Aufstieg vom vergessenen Bundesliga-Söldner zum Schweizer WM-Hoffnungsträger besiegelte nun Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld mit dem Aufgebot für das Testspiel gegen Norwegen am 14. November in Genf. «Davon habe ich nicht einmal zu träumen gewagt», sagte Bunjaku gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Ganz der Wahrheit entsprach das wohl nicht. Doch träumen muss erlaubt sein. Der «Bild» hatte er vor dem Aufgebot zum Thema Nationalmannschaft gesagt: «Ich rechne nicht damit. Dann brauche ich nicht enttäuscht sein, wenn nichts kommt. Sensationell wäre es natürlich trotzdem, wenn es klappt.»

Hitzfeld von der Tor-Bilanz beeindruckt

Ottmar Hitzfeld begründet das Aufgebot des 1,78 Meter grossen Energiebündels, das in 39 Spielen in der Super League drei Treffer für Schaffhausen erzielt hatte, gegenüber dem «Kicker»: «Wer für einen Verein aus dem unteren Tabellendrittel vier Tore schiesst, muss Qualitäten haben.»

Einfach, sich einen Platz im WM-Kader zu sichern, wird es für Bunjaku aber nicht. Die Konkurrenz im Angriff ist gross. Neben dem gesetzten Captain Alex Frei, Blaise Nkufo und Eren Derdiyok haben auch Hakan Yakin, Marco Streller, Johan Vonlanthen, David Degen oder Marco Schneuwly in den letzten Monaten Argumente für Südafrika gesammelt. (Bernerzeitung.ch/Newsnetz)

Erstellt: 06.11.2009, 11:42 Uhr

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Axpo Super League

Datum Spiel Resultat
17.03.10 GC Zürich - FC Sion 2 : 0 (1:0)
R Mannschaft Sp S U N Tvh P
1. Young Boys Bern 24 17 2 5 50:28 53
2. FC Basel 24 15 4 5 54:31 49
3. GC Zürich 23 12 2 9 41:30 38
4. Luzern 24 11 5 8 42:34 38
5. St. Gallen 24 9 6 9 36:32 33
6. Zürich 23 8 7 8 37:33 31
7. Neuchâtel Xamax 24 8 7 9 39:35 31
8. FC Sion 24 8 7 9 33:38 31
9. Bellinzona 24 5 3 16 33:67 18
10. Aarau 24 2 5 17 22:59 11

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