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YB hat die Latte jetzt sehr hoch gesetzt

Resultat (2:2) und Chancenauswertung gegen Fenerbahçe Istanbul waren enttäuschend, Leistung und Spielfreude aber ausgezeichnet. Und so blickt Trainer Vladimir Petkovic sehr optimistisch in die Zukunft der Young Boys.

Einer von 24 Abschlussversuchen der Young Boys: Verteidiger Emiliano Dudar erzielt gegen Fenerbahçe mit dem Kopf das 1:1.

Einer von 24 Abschlussversuchen der Young Boys: Verteidiger Emiliano Dudar erzielt gegen Fenerbahçe mit dem Kopf das 1:1.
Bild: Andreas Blatter

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YB, die Rotation und Nationalspieler

Einige Spieler beklagten gestern Morgen Blessuren – Henri Bienvenu zum Beispiel (Prellung am Oberschenkel). Deshalb hatte der überzeugende Stürmer am Mittwochabend gegen Fenerbahçe schon nach 58 Minuten ausgewechselt werden müssen. Christoph Spychers Nase und Kopf dagegen trugen keinen Schaden davon, obwohl beide Körperteile mehrmals getroffen worden waren. Der Schiedsrichter hatte sich nach dem Spiel bei Spycher entschuldigt, weil er die Tätlichkeit von Andre Santos gegen Spycher (Ellbogenschlag) in der zweiten Halbzeit nicht gesehen hatte.
Die Young Boys reisen schon heute Morgen ins Tessin, morgen treten sie bei Bellinzona an. Trainer Vladimir Petkovic kündigte gestern an, in den strengen nächsten Wochen zu rotieren. «Unsere Nationalspieler haben jetzt wochenlang drei Spiele in sieben Tagen», sagte Petkovic. «Und genau deshalb haben wir ja nun ein breiteres Kader.» Die YB-Bank war gegen Fenerbahçe prominent besetzt: Xavier Hochstrasser, Alberto Regazzoni, Mario Raimondi, Marco und Christian Schneuwly, Emanuel Mayuka. Übernächste Woche werden nicht nur die vielen Schweizer (Junioren-)Nationalspieler abwesend sein, sondern auch Bienvenu (Kamerun), Mayuka (Sambia) und Ammar Jemal (Tunesien), die ebenfalls für Länderspiele aufgeboten worden sind. fdr

Es ist der Tag nach dem Heimspiel gegen Fenerbahçe Istanbul, das 2:2 endete, YB aber 6:2 hätte gewinnen müssen. Die Spieler sind im Training konzentriert, sie sind natürlich ein bisschen enttäuscht, haben sie eine riesengrosse Chance verpasst, weil sie riesengrosse Torchancen nicht verwertet haben. «Wir haben ausgezeichnet gespielt», sagt Vladimir Petkovic, der Trainer, der am Vorabend gesperrt war und das unterhaltsame Geschehen von der Tribüne aus verfolgen musste. «Schlimm» sei das gewesen, und: «Ungewohnt, weil ich nicht richtig eingreifen konnte.» Immerhin habe er hoch oben im Logenbereich einmal einen anderen Blickwinkel auf sein Team gehabt. «Es hat mir vieles gefallen, was ich gesehen habe», sagt Petkovic. «Aber die Chancenauswertung war natürlich ungenügend.»

Stark im 4-1-4-1-System

Mal wieder hat YB also in einem grossen, bedeutenden Spiel kein gutes Resultat realisiert, man könnte jetzt schreiben: typisch YB! Aber so einfach darf man es sich nicht machen, denn man sah eine Mannschaft an der Arbeit, die ein Versprechen auf erfolgreiche und attraktive Zeiten abgegeben hat. «Spielen wir immer so, bin ich überzeugt, dass wir unsere hohen Ziele erreichen. Wir haben uns jetzt in jedem Spiel gesteigert. Aber wir dürfen nicht nachlassen», sagt Petkovic. Und dann spricht er einen Schlüsselsatz aus: «Wir haben die Latte sehr hoch gesetzt. Jetzt müssen wir schauen, dass wir diese Latte nicht mehr untertreffen.» Die Latte trafen die Berner ja auch zweimal gegen Fenerbahçe, dazu einmal den Pfosten, hinzu kamen zahlreiche weitere ausgezeichnete Gelegenheiten, zudem hätten sie nach einem Handspiel eines Fenerbahçe-Akteurs im eigenen Strafraum einen weiteren Elfmeter zugesprochen bekommen sollen. Unfassbare 24 Torschüssen gaben die Young Boys ab, während die routinierten Türken aus vier ernsthaften Versuchen zwei Treffer erzielten.

Am Ende aber genügte Fenerbahçe eine schwache Vorstellung, um nach dem 2:2 im Stade de Suisse alle Trümpfe in der Hand zu halten. YB benötigt am nächsten Mittwoch eine Sensation im Sükrü-Saracoglu-Stadion, wo möglicherweise 52000 Zuschauer für einen Hexenkessel sorgen werden. «Wir dürfen keine Angst haben», sagt Petkovic. Der YB-Trainer hat die defensiven Mängel des Gegners registriert. Und er sagt: «Zu Hause wird Fenerbahçe dem Publikum etwas bieten wollen, und wenn wir unsere Konter schnell und gut ausführen, werden wir zu Chancen kommen.» Gerade über die rechte Seite mit den starken Scott Sutter und David Degen dürften die Berner auch in Istanbul gefährliche Momente kreieren können. Aber auch links, wo sich Verteidiger Ammar Jemal im 4-1-4-1-System wesentlich wohler fühlte als zuvor in einer Abwehrdreierkette, besitzt YB einiges Potenzial, zumal dort mit Senad Lulic, Alberto Regazzoni und Mario Raimondi gleich drei gute Fussballer im Mittelfeld spielen können.

So spielen wie in Bilbao

Vladimir Petkovic will in Zukunft je nach Gegner und Spielstand zwischen den Systemen variieren. Auch er wird bemerkt haben, dass sich seine Spieler im elastischen 4-1-4-1-Schema enorm sicher und spielstark präsentierten. Christoph Spycher, der nach jahrelangem Dienst als Linksverteidiger nun bei YB wieder im zentralen Mittelfeld Regie führt, ist bereits die dominante und spielstarke Leaderfigur im Aufbau. «Es ist beeindruckend, wie er im Zentrum spielt, als hätte er seit Jahren nichts anderes gemacht», lobt Petkovic seinen Schlüsselspieler Spycher.

Und so sind die Aussichten der Young Boys, den Sprung in die Champions-League-Playoffs zu schaffen, zwar gesunken – aber der Optimismus lebt im Verein. Anzunehmen ist ja, dass die sehr pomadigen Akteure Fenerbahçes (Petkovic: «Die waren überheblich») nicht ein zweites Mal derart ungenügend agieren werden. Aber: Sie dürften YB erneut unterschätzen. Und so sagt Petkovic vor einer Woche mit drei Auswärtsspielen in acht Tagen (in Bellinzona, Istanbul sowie bei GC): «Wenn wir so kompakt und clever spielen wie in Bilbao, gewinnen wir in Istanbul.» Vor einem Jahr hatte YB in der Europa-League-Qualifikation bei Athletic Bilbao 1:0 gewonnen, aber das Rückspiel in Bern unglücklich 1:2 verloren. Auch damals waren die Berner vor allem an ihrer erschütternden und spektakulären Ineffizienz gescheitert. (Berner Zeitung)

Erstellt: 30.07.2010, 08:46 Uhr

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1 Kommentar

joachim kahn

30.07.2010, 14:17 Uhr
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Der Trainer will Spycher stark reden, das ist gut so und gibt Selbstvertrauen. Die Leistung am Mittwoch war aber nicht gut. Wo war Spycher 2x bei den Gegentoren? Laut Torhüter Bürki hat das Mittelfeld zu langsam reagiert..... und wo war Spycher bei den 2 YB Toren? Hat er das die Füsse im Spiel gehabt? Nein. Also von einem Leader geholt für teures Geld erwarte ich einiges mehr. Antworten



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