YB gelingt Coup

YB schlägt Napoli in der Europa League nach ausgezeichneter Leistung verdient 2:0 – dank Stürmer Guillaume Hoarau und einer äusserst starken Defensive.

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Wer bloss soll aus diesem YB schlau werden? Am Donnerstagabend bittet der Berner Fussballklub im Stade de Suisse zur Abwechslung mal wieder zu einem Fussballfest und schlägt in der Europa League vor rund 24000 Zuschauern nach ausgezeichneter Leistung die SSC Napoli 2:0.

Und so feiern die YB-Fussballer nach Spielende zusammen mit dem euphorisierten Anhang einen süssen Sieg. Der Erfolg war verdient, die Young Boys überzeugten mit einer konzentrierten, fleissigen, leidenschaftlichen Vorstellung. «Wir dürfen heute stolz auf uns sein», sagte YB-Trainer Uli Forte.

Überragende Abwehrzentrale

Man darf anmerken, dass Napoli einige starke Kräfte vorerst schonte und seine drei grössten Offensivstars – Marek Hamsik, José Callejon und Gonzalo Higuain – erst in der Schlussphase einwechselte. Man sollte festhalten, dass sich die Gäste auf dem für sie ungewohnten Kunstrasen nicht wohlfühlten. Und man muss berücksichtigen, dass italienische Mannschaften in der Europa League eher nicht zu besonderen Anstrengungen neigen.

Dennoch darf YB stolz auf den Heimsieg gegen ein internationales Topteam sein. Die Young Boys präsentierten sich homogen und stabil, was auch am überzeugenden Duo im Abwehrzentrum lag. Captain Steve von Bergen und der in den letzten Monaten meistens verletzte Winterpausenzugang Milan Vilotic harmonierten prächtig. Die zwei waren in der Luft und am Boden nicht zu überwinden und hielten das Team gemeinsam mit Sékou Sanogo jederzeit zusammen. «Es freut mich sehr, hat Vilotic seine Klasse heute bewiesen», sagte Forte. «Hinter ihm liegen sehr schwierige Zeiten.»

In der Berner Offensive entpuppt sich derweil Guillaume Hoarau, erst nach dem Transfer Michael Freys zu Lille Ende August verpflichtet, immer mehr als Glücksgriff. Der Franzose ist nicht nur wegen seiner Grösse ein für die Gegner unangenehmer Stürmer. Hoarau ist auch mit dem Ball am Fuss fast nicht aus dem Spiel zu nehmen, zumal er eine akzeptable Technik besitzt.

Fortes Zufriedenheit

Und so vermochte YB das Geschehen bereits vor der Pause mit guten Szenen zu beleben. Hoarau scheiterte mit mehreren Kopfbällen, insgesamt aber verteidigte vorerst auch Napoli ordentlich. «Doch bereits vor der Pause fehlte unserem Spiel die Intensität», bemängelte Rafael Benitez, spanischer Startrainer Napolis.

Nur wenige Minuten waren nach dem Seitenwechsel absolviert, als Hoarau – nach einem Angriff über die rechte Seite – in der Mitte seine Klasse ein weiteres Mal unterstrich. Er kontrollierte den Ball, drehte sich und erzielte mit einem herrlichen Flachschuss in die entfernte Ecke das 1:0. «Wir glaubten an den Sieg», sagte Forte, «und es freut mich, spielten wir diesmal konstant gut und brachen nicht mehr ein.»

Nach dem Rückstand erwachten die Italiener ein bisschen, sie drängten und drückten jetzt, ohne aber besonders torgefährlich zu agieren. Gökhan Inler, Captain des Schweizer Nationalteams, war im Zentrum des Napoli-Aufbaus ein Sinnbild für den Auftritt seines Teams. Er hatte ein paar gute Ideen, letztlich aber fehlte es auch ihm an Entschlossenheit. Nicht aber den Young Boys, die den Vorsprung kämpferisch, klug und relativ problemlos verteidigten. In der Nachspielzeit erzielte der eingewechselte Leonardo Bertone nach einem Konter sogar das 2:0.

Manch ein YB-Anhänger dürfte sich gestern mal wieder gefragt haben, warum die Young Boys nicht regelmässig derart stark auftreten. Am Wochenende hat YB spielfrei, die Partie in Luzern wurde auf den 3.Dezember verschoben – und nächste Woche müssen die Berner zuschauen, wenn die Cupachtelfinals ausgetragen werden. Denn YB kann zwar den kontinentalen Giganten Napoli schlagen – aber gegen den Schweizer Fünftligisten Buochs verlieren.

Hier geht es zur Benotung der YB-Spieler. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 24.10.2014, 11:00 Uhr)

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