«Wir sind gegen den FC Basel Favorit»
Von Fabian Ruch. Aktualisiert am 14.04.2009 2 Kommentare
Mario Raimondi, YB hat beim 3:3 am Samstag in Zürich gegen GC zwei Punkte verschenkt.
Ja, das kann man so sehen. Am Ende müssen wir aber froh sein, nach dem Rückstand wenigstens noch einen Punkt geholt zu haben.
War das Unentschieden ein grosser Rückschlag im Titelkampf?
Wir waren enttäuscht, ja. Die Saison dauert aber noch neun Spieltage, und wir dürfen noch fünf Heimspiele austragen.
Kann eine Mannschaft Meister werden, die sehr regelmässig mindestens zwei Tore erhält?
(lacht) Natürlich. Wir werden den Beweis antreten. Solange wir meistens ein Tor mehr erzielen, ist es nicht so schlimm, wenn wir zwei oder drei Tore kassieren. Aber ideal ist es nicht.
Warum ist YB defensiv so anfällig? Hat das mit dem spektakulären 3-4-3-System zu tun?
Überhaupt nicht. Wir setzen dieses System sehr gut um. Wir bieten attraktiven Fussball.
Also agiert YB zu sorglos?
Wir schaffen es nicht immer, die Balance zu finden. Wir stürmen manchmal zu ungestüm, da fehlt die Routine. Wir wollen immer ein Tor mehr erzielen und vergessen dann den Rückwärtsgang.
Am Samstag gegen GC...
...lief es auch unglücklich. Ein Freistoss kann immer mal ins Tor gehen, Gegentore nach einem Eckball lassen sich auch nicht vermeiden. Und Zarates Weitschuss war ein Sonntagsschuss.
Was spricht im Meisterrennen für die Young Boys?
Unser Offensivverhalten. Es ist das beste der Liga. Und wir besitzen Steigerungspotenzial. Natürlich müssen wir noch auswärts gegen Basel und Zürich antreten, aber das muss kein Nachteil sein. Denn als grösstes Plus sehe ich unsere Unbeschwertheit an. Nach unserem schlechten Saisonstart ist es wunderbar, haben wir uns herangekämpft. Aber unter Druck stehen wir nicht. Die anderen dagegen schon.
Aber Rang drei kann doch nicht mehr das Ziel von YB sein?
Das ist es ja auch nicht. Wir sind erfolgshungrig, wir wollen mindestens einen Titel holen.
Ihnen läuft es gut. Sehen wir derzeit den besten Mario Raimondi?
(überlegt lange) Ich finde, ich habe auch in den letzten Jahren meine Leistung gebracht. Aber ich fühle mich besser und stärker, seit ich mehr Verantwortung bekommen habe.
Wie meinen Sie das?
In den letzten Jahren war vieles auf Hakan Yakin abgestimmt. Das war nicht falsch, er ist ein Ausnahmespieler. Aber wir anderen hatten weniger Einfluss, wir erledigten viel für ihn. Ohne Yakin trägt jeder von uns mehr Verantwortung.
Wo haben Sie mehr Einfluss?
Auf dem Platz zum Beispiel bei den Freistössen, Eckbällen und Elfmetern, die früher Yakin trat. Er hat das sensationell gemacht. Doch für mich ist es schön, darf ich jetzt die Standards ausführen und unser Spiel stärker prägen.
Wie wichtig ist es für Sie, neben Thomas Häberli und Marco Wölfli einer von drei Captains zu sein?
Es ist überhaupt nicht entscheidend. Viel wichtiger ist für mich, dass der Trainer mir vertraut.
Wodurch zeichnet sich die Arbeit von Vladimir Petkovic aus?
Er ist eine Persönlichkeit. Wenn er etwas sagt, glauben wir es ihm. Er ist keiner der Trainer, der einfach etwas erzählt, damit etwas erzählt ist. Er ist sehr fordernd, sehr direkt, er spricht die Fehler an und sagt, was er von uns will. Petkovic arbeitet mit System und macht uns besser. Die Stimmung bei uns ist ausgezeichnet, wir sind eine Einheit.
Wenn man das erste YB-Tor gegen GC nicht als Eigentor von Dos Santos wertet, haben Sie bereits elf Saisontore erzielt.
Ich glaube, der Ball wäre auch sonst ins Tor gegangen. Ich erziele mehr Tore, weil ich eben wie am Samstag Freistösse oder wie in den letzten Wochen Elfmeter schiessen darf. Aber das spielt eigentlich keine Rolle. Wir haben viele Spieler, die torgefährlich sind. Deshalb sind wir auch so schwer auszurechnen.
Und jetzt kommt am Donnerstag der Cup-Halbfinal gegen Basel. Ganz ehrlich, denkt man als Spieler nicht wochenlang an ein solches Spitzenspiel?
Nein, wirklich nicht. Es tönt langweilig, aber ich habe stets Spiel für Spiel genommen. Und das nächste Spiel ist jetzt eben der Halbfinal. Natürlich ist die Vorfreude auf ein volles Stade de Suisse und das Duell mit dem FCB gross. Denn an eines denke ich tatsächlich seit Wochen: an einen Titelgewinn mit YB.
Dazu braucht es im Cup bloss noch zwei Siege in Bern.
Die Ausgangslage ist für uns sehr gut. Wenn wir zu Hause zwei Mal siegen, auf dem Kunstrasen, wo wir uns stark und sicher fühlen, sind wir Cupsieger.
Wie sehen Sie die Ausgangslage gegen Basel?
Der FCB ist sehr erfahren, er hat in den letzten Jahren viele entscheidende Spiele, auch gegen uns, gewonnen. Aber wir sind selbstbewusst und gegen den FC Basel Favorit. Gerade auf Kunstrasen haben wir gegen Basel immer gut ausgesehen.
Und dann verabschieden Sie sich Ende Saison ins Ausland?
Mir gefällt es in Bern, mir gefällt es bei YB. Aber es ist jetzt endlich an der Zeit, einen Titel zu gewinnen. Vorher würde ich YB sowieso nicht verlassen (lacht).
Ihre gute Saison ist auch Ottmar Hitzfeld aufgefallen. Der Nationaltrainer sagte vor kurzem, Sie seien auf seiner Liste.
Das ist schön und freut mich. Die Konkurrenz im linken Mittelfeld ist gross, unter anderem mit Tranquillo Barnetta und Valentin Stocker. Wenn ich weiter Fortschritte erziele, kommt alles andere von allein. Kontakte zum Verband habe ich keine, ich erwarte und fordere auch nichts. Bei einem Aufgebot fürs Nationalteam würde ich einen riesigen Luftsprung machen und fast durchdrehen vor Freude. (Der Bund)
Erstellt: 14.04.2009, 09:12 Uhr
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2 Kommentare
Herr RAIMONDI, ich wünsche Ihnen und dem BSC YB alles ,alles gute im CUP-HALBFINAL gegen den FCB. Es wäre wunderbar. wenn wir YB Fans mit euch in Bern einen Titel feiern dürften...... Auch für den Rest der Meisterschaft wünsche ich euch allen nur das Beste....HOOOOOOOPPP YYYYYYYB!!!!!!!!!! Antworten
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