Wettskandal: Auch Spieler verhaftet
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17 Menschen wurden bislang europaweit verhaftet, darunter zwei in der Schweiz. Hinzu kommen mehr als 50 Hausdurchsuchungen in Deutschland, Österreich, England und der Schweiz. Dies meldete die Staatsanwaltschaft Bochum am Freitagnachmittag. Es ist zweifelsohne der grösste Skandal in der europäischen Fussballgeschichte. Und nun wird klar, wie weit in die Vereine hinein die Wettmafia ihre Tentakel ausgestreckt hat. Der deutsche Verein Würzburg teilte mit, dass einer ihrer Spieler zu den Festgenommenen gehört.
Der Fussballer war laut Aussagen des Vereins der deutschen Landesliga bereits in eine frühere Wettaffäre verwickelt. Damals habe er auf Bitten eines asiatischen Wettbetrügers einen anderen Spieler gebeten, bewusst schlecht zu spielen. Doch der habe nicht eingewilligt. «Dieser Teil seiner Vergangenheit wurde bei seiner Verpflichtung offen diskutiert, mit dem Ergebnis ihm als Fussballer eine zweite Chance zu geben», schreibt der Club in einer Mitteiltung.
Wetten in Europa und Asien
Gemäss den Ermittlungsbehörden haben die Betrüger Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle bestochen, um Spielausgänge zu beeinflussen. Die Beschuldigten haben dann hohe Geldbeträge bei europäischen und asiatischen Wettanbietern gesetzt. Mit Erfolg: Der mit den Manipulationen erzielte Gewinn soll mehrere Millionen Euro betragen.
Im Wettskandal wurden gemäss der Staatsanwaltschaft Bochum rund 200 Partien in neun Ländern manipuliert. Mindestens 200 Personen sind insgesamt involviert. In der Schweiz stehen 28 Spiele unter Manipulationsverdacht - 22 Partien in der Challenge League und 6 Vorbereitungsspiele.
Auch Europa League und Champions League betroffen
In Deutschland sind 32 Partien betroffen. Dazu kommen Spiele in Belgien, Kroatien, Slowenien, Türkei, Ungarn, Bosnien und Österreich. Darüber hinaus besteht der Verdacht, dass bei einem Länderspiel zur Qualifikation der U-21-EM manipulativ eingegriffen werden sollte (siehe Tabelle). Oft wurden Spiele tieferer Ligen manipuliert. Doch selbst auf höchster Stufe soll betrogen worden sein. Die Bochumer Staatsanwaltschaft spricht von mindestens zwölf Spielen bei der Europa League und drei Partien der Champions League.
Um welche Partien es genau geht, wurde bislang aus «ermittlungstechnischen Gründen» nicht bekanntgegeben. Deutsche Medien haben aber inzwischen einige Spiele genannt, die unter Verdacht stehe. So geht es um zwei Matches des VfL Osnarbrück, ein Freundschaftsspiel des SSV Ulm gegen Fenerbahce Istanbul und ein Spiel der Amateure von Borussia Mönchengladbach gegen den SC Verl.
(se)
Erstellt: 20.11.2009, 22:27 Uhr









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