«Wenn ich Buemi an Oberarm und Nacken greife, stosse ich auf Granit und Stahl»
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 20.09.2011 2 Kommentare
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Jürgen Klinsmann wurde als Profi mit Deutschland 1990 in Italien Weltmeister durch einen 1:0-Sieg über Argentinien, dessen Captain damals noch Diego Armando Maradona hiess . 2006 holte er als Teamchef der Deutschen immerhin die WM-Bronze. Als Trainer der Bayern ist der heutige Nationalcoach der Amerikaner hingegen durchgefallen und wurde entlassen. Klinsmann ist bekannt dafür, dass er seinen eigenen Trainerstaff gleich mitbringt. Dazu gehören Psychologen und stets auch Konditionstrainer, die für den physischen Zustand der Mannschaft zuständig sind.
Jürgen Klinsmann hebt die Eigenverantwortung der Einzelsportler in der Formel 1 jedoch explizit hervor. «Es ist phänomenal, wenn man mal in die Arbeit eines Formel-1-Piloten reinschaut. Da kann sich kein Fussballprofi mehr beschweren, von der Belastung und von der Hingabe her», sagte Klinsmann in einem Interview auf «Sky». Dagegen sei der Trainingsrhytmus im Profifussball geradezu Kokolores. Für Klinsmann sind Weltmeister Sebastian Vettel sowie auch der ehemalige 7-fache Champion Michael Schumacher absolute Vorbilder. «Von denen können wir Fussballer eigentlich nur lernen, weil sie so eine wahnsinnige Disziplin und einen so unglaublichen Fokus und Konzentration auf das Wesentliche haben», lobt Klinsmann.
«Buemis Fitness ist geradezu gigantisch»
Roger Benoit, seit 42 Jahren weltweit anerkannter Experte des «Blick» für die Formel 1, pflichtet Klinsmann bei. «Ich behaupte zwar nicht, die Fussballer würden nichts leisten», sagt Benoit gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet. Doch die Formel-1-Piloten seien noch vermehrt auf Eigeninitiatve angewiesen. «Ich weiss, dass Sebastian Buemi drei bis fünf Stunden täglich hart an sich arbeitet», sagt Benoit. Er habe beim Romand auch schon einmal den Test gemacht. «Wenn ich Buemi am Oberarm oder am Nacken packe, stosse ich auf Granit und Stahl», sagt der Insider. Buemis Fitness sei geradezu gigantisch. «Wenn er in den Kleidern oder im Overall daherkommt, sieht er so schmächtig aus», sagt Benoit. Doch dieser Schein täusche gewaltig. «Buemi ist ein absoluter Modell-Athlet.»
Nicki Lauda habe damals den Fitness-Guru erfunden und eingeführt. Benoit berichtet, dass die Sauber-Piloten in jedem Jahr nach Seefeld in Österreich ins Traininglager fahren. «Dort gehen sie auch in die Berge und machen regelrechte Klettertouren», weiss Benoit. Der Körper eines Formel-1- Piloten müsse heutzutage eine unglaubliche Belastung aushalten. «Bei 300 kmh darf die Konzentration nie nachlassen, sonst bist du weg und möglicherweise gar nicht mehr hier», sagt Benoit. Dazu sei die körperliche Verfassung des Piloten das Allerwichtigste für die psychische Präsenz.
«Vettel hat sich zu einem echten Torjäger entwickelt»
Studien hätten ergeben, dass auf anspruchsvollen Strecken die Muskeln von Nacken, Schulter, Armen und Beinen eine Last von insgesamt 40'000 Kilogramm bewältigen müssten. Wenn ein Fahrer mit hoher Geschwindigkeit auf eine Kurve zuschiesse und abbremse, wirkten bis zu 5 g auf seinen Körper ein. Das entspräche dem Fünffachen des eigenen Körpergewichts. «Michael Schumacher und Sebastian Vettel gehören zu den besten Fussballern im Formel-1-Zirkus», weiss Benoit. Bei Promi-Spielen würden diese beiden problemlos über 90 Minuten mit Volldampf gehen. «Vettel hat sich sogar zu einem echten Torjäger entwickelt», sagt der Experte. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.09.2011, 13:22 Uhr
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2 Kommentare
Schön dass auch die Fussballabteilung merkt, was hinter heutigem Rennfahren steckt. Es ist unglaublich, wieviele Leute glauben, Rennfahren sei ein bisschen "Autöle". F1-Fahrer gehören zu den fittesten Sportlern der Welt, zudem müssen sie Multitasker sein und Fitness, Konzentration, technisches Verständnis, Taktik unter einen Hut bringen. Antworten
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