Unterschrift wird Ikanovic zum Verhängnis

Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 26.01.2010

Thun hat Eldar Ikanovic entlassen. Der Bosnier ist in die Wettaffäre verwickelt – obwohl er das schriftlich abgestritten hatte.

Grobes Foul:  Eldar Ikanovic ist in die Wettaffäre involviert und wurde vom FC Thun entlassen.

Grobes Foul: Eldar Ikanovic ist in die Wettaffäre involviert und wurde vom FC Thun entlassen.
Bild: Keystone

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Seit Donnerstag befindet sich der FC Thun in der Türkei im Trainingslager. Während sich die Spieler auf die Rückrunde vorbereiten, wurden sie am Montag aus der Heimat mit Neuigkeiten im Zusammenhang mit dem Wettskandal konfrontiert. Dem Klub war letzte Woche von der Bundesanwaltschaft Akteneinsicht gewährt worden. Gestern teilte die Vereinsleitung mit, Mittelfeldspieler Eldar Ikanovic sei wegen seiner Verwicklung in die Affäre entlassen worden. Nach Pape Omar Faye – seit November aus den gleichen Gründen suspendiert – ist Ikanovic der zweite Thun-Spieler, für den die Wettaffäre Konsequenzen hat. Der Bosnier war im Sommer 2008 zu Thun gestossen. Unter Murat Yakin hatte er in dieser Saison aber nur vier Spiele bestritten. Wegen einer Knieverletzung war der 20-Jährige nicht ins Trainingslager mitgereist. Seine Entlassungsdokumente wurden ihm auf der Geschäftsstelle des Klubs übergeben.

Auch ein Ex-Spieler im Fokus

Dass Ikanovic im Unterschied zu Faye fristlos entlassen wurde, hängt laut Präsident Markus Stähli mit der Erklärung zusammen, die Ikanovic – wie alle Thun-Spieler – nach Fayes Suspendierung unterschrieben hatte. Damit gab er vor, nichts mit Spielmanipulationen zu tun gehabt zu haben. «Ikanovic wusste, was geschieht, wenn er unterschreibt und sein Name dann doch im Zusammenhang mit Untersuchungen auftaucht. Uns blieb nur seine Entlassung.» An sich seien Ikanovics Vergehen aber nicht gravierender als jene Fayes. Im Fall des Senegalesen weiss Stähli unterdessen, dass dieser einen Geldbetrag in der Höhe «einiger tausend Euros» erhielt, mit dem Auftrag, Spiele des FC Thun zu manipulieren. «Ob die Manipulationen dann in jedem Fall wie gewünscht durchgeführt wurden, wissen wir aber nicht.» Wie der FC Thun im Fall Faye verfahren wird, will er in nächster Zeit entscheiden. Im Unterschied zu Ikanovic, der von seinem Berater betreut werde, gelte es, beim Senegalesen die menschliche Komponente zu berücksichtigen, sagt Stähli. Faye und Ikanovic müssen mit Sperren durch den Schweizerischen Fussballverband und möglicherweise auch mit einer Verurteilung durch die Behörden rechnen. Auch der FC Thun behält sich Schadenersatzforderungen vor.

Bei der Akteneinsicht bei der Bundesanwaltschaft erfuhr Stähli weiter, dass auch ein ehemaliger FC-Thun-Akteur im Fokus der Behörden steht. Um wen es sich handelt, wollte Stähli nicht mitteilen. Er zeigte sich trotz allem erleichtert vom Ergebnis der Akteneinsicht. «Nur Einzelne haben sich zu Manipulationen hinreissen lassen.» Stähli geht zudem davon aus, dass der Wettskandal in der Schweiz eine kleinere Dimension hat, als zuerst angenommen: «Bei sieben der neun Thun-Partien, die untersucht werden, hat sich der Verdacht auf Manipulationen bisher nicht erhärtet.» Im Vordergrund der Überprüfung stehen demnach «nur» Gossau - Thun (4:3) und Yverdon - Thun (5:1) aus der letzten Saison. (Berner Zeitung)

Erstellt: 26.01.2010, 12:19 Uhr

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