Und wieder ein schwacher YB-Auftritt
Von Fabian Ruch. Aktualisiert am 07.11.2011 21 Kommentare
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Es hätte diese Slapstickszene nicht mehr benötigt, um den missglückten Auftritt der Young Boys in Genf zu unterstreichen. Aber sie passte zum trostlosen Bild, welches YB am Sonntag bei der 0:1-Niederlage gegen Aufsteiger Servette hinterliess. Elsad Zverotic («so etwas ist mir noch nie passiert») also wollte in der Nachspielzeit einen Corner schnell ausführen, blieb aber mit dem Bein an der Eckfahne hängen – und trat den Ball ins Aus. Kurz darauf war die Begegnung zu Ende und der Frust bei YB riesengross. «Ich bin sehr enttäuscht», sagte Trainer Christian Gross. Er nannte die Vorstellung Zverotics «unglücklich», und das gleiche Urteil galt für die meisten Akteure der Gäste. «Wir waren», sagte ein nachdenklicher Gross in seiner Analyse auch noch, «zu wenig entschlossen. Und es fehlte uns am unbedingten Willen, ein Tor zu erzielen.»
Ojala wieder als Brechstange
Wenn man möchte, könnte man behaupten, dass YB gestern gemessen an den Chancen einen Punkt verdient gehabt hätte. Aber man müsste dann klarstellen, dass die guten Gelegenheiten fast ausnahmslos nach Eckbällen oder Freistössen oder lang und hoch in den Servette-Strafraum geschlagenen Bällen resultierten. Wirklich zwingend waren die Young Boys ohnehin erst, als der kräftige Einwechselspieler Juhani Ojala, ein Innenverteidiger (!), in den letzten Minuten als Kopfballspezialist ganz vorne ins Zentrum gestellt wurde. Es war fast wie eine spielerische Bankrotterklärung. Bereits bei der Nullnummer in Neuenburg gegen Xamax hatte Ojala vor eineinhalb Wochen in der Schlussphase die Rolle des Mittelstürmers übernommen, und erneut erledigte der Finne seinen Prellbockjob gut. Wie auf der Maladière schoss YB gestern in der Nachspielzeit einen Treffer, der wegen Abseits annulliert wurde. In Neuenburg war das eine Fehlentscheidung gewesen, am Sonntag ging es um Millimeter. Emmanuel Mayuka beförderte den Ball nach einer Flanke Zverotics über die Linie.
Servette hatte den Sieg in einer hitzigen Begegnung mit vielen harten Zweikämpfen jedoch nicht gestohlen. Die Genfer wirkten robuster und präsenter, sie agierten mit mehr Leidenschaft und mehr Solidarität. Und sie liessen sich auch vom überforderten Schiedsrichter Markus Hameter aus Österreich nicht aufhalten. Nicht nur Schweizer Spielleiter lassen in diesen Wochen Übersicht, Klasse und Souveränität vermissen. Hameter fiel vor allem mit theatralischer Leitung und unzähligen Fehlentscheidungen auf. So bestrafte er den Servettien Laglais Kouassi nach einem Rencontre mit YB-Verteidiger Dusan Veskovac, für das beide höchstens die Gelbe Karte verdient hätten, kurz nach der Pause mit einem Platzverweis, während Veskovac ohne Verwarnung davonkam.
Aber auch beinahe 45 Minuten personelle Überzahl vermochten die Young Boys nicht auszunutzen. Ihrem Offensivspiel fehlten alle tragenden Elemente wie Spielfreude und Torgefahr, Tempo und Technik. Verunsicherung und Unruhe nahmen dagegen von Minute zu Minute zu. In der Startphase hatte YB zumindest noch versucht, lustvoll zu kombinieren. Moreno Costanzo traf mit einem Freistoss Mitte der ersten Halbzeit nur den Pfosten, Alexander Farnerud vergab eine gute Kopfballgelegenheit, während Servette gleich mit der ersten ansprechenden Chance reüssierte. Matias Vitkievicz tanzte den schwachen Michael Silberbauer aus und erwischte YB-Goalie Marco Wölfli kurz vor der Pause mit einem satten Schuss.
Eine Runde für den FC Basel
Nach dem herben Rückschlag in Genf liegt YB bereits sechs Punkte hinter Meister Basel, der am Samstag 3:2 in Lausanne gesiegt hatte. Es war eine Runde für den FCB, da neben YB auch Luzern (1:3 in Thun) und Sion (1:2 bei GC) ihre Auswärtspartien verloren. Und nach der Länderspielpause geht es für die Young Boys im St.-Jakob-Park gegen Basel bereits darum, den Anschluss im Meisterrennen nicht vorzeitig zu verlieren. (Berner Zeitung)
Erstellt: 07.11.2011, 08:07 Uhr
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21 Kommentare
Spielerische Attraktivität darf man von Christian Gross ohnehin nicht erwarten, wohl aber Resultate. Doch selbst die sind bereits Mangelware. Realisieren die Verantwortlichen, wie viel Goodwill bereits zerstört wurde? Ist das Gezeigte wirklch 600.- für ein Jahresabo wert? Für hilfloses Rudern in biederem Mittelmass? Inzwischen heisst es für YB-Fans wohl nur noch: Thanks God, it's monday! Antworten
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