Trainieren, spielen und reden in Südspanien
Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 23.01.2011
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Nach dem 0:0 im ersten Testspiel gegen Arka Gdynia haben die Young Boys die zweite Partie im Trainingslager in Marbella gegen Lech Posen 2:1 gewonnen. Stürmer Henri Bienvenu gelang in der 35.Minute nach einer tollen Flanke von Nachwuchsspieler Matteo Tosetti ein sehenswertes Kopfballtor. Nach dem Ausgleichstreffer der Polen durch Sergei Kryvets (65.) sorgte Ammar Jemal in der 81.Minute für den Siegtreffer. Der Verteidiger aus Tunesien stand nach einem abgefälschten Schuss von Emmanuel Mayuka richtig und erzielte das zweite YB-Tor. «Die Spieler spürten nach den vielen Trainingseinheiten in den letzten Tagen die Müdigkeit. Uns unterlief der eine oder andere Fehler zu viel. Aber ich bin zufrieden mit dieser Leistung gegen einen starken Gegner», sagte YB-Trainer Vladimir Petkovic. Mit der Partie gegen den FC Timisoara, den Zweiten der höchsten rumänischen Liga, wartet auf sein Team schon heute der nächste Test.
«Können sehr gut arbeiten»
Gegen Posen, den amtierenden polnischen Meister, gab der Schwede Alexander Farnerud in der zweiten Halbzeit sein Debüt für die Young Boys, die von knapp 20 nach Spanien gereisten Fans lautstark unterstützt wurden. «Schön, haben wir bei meinem ersten Spiel für YB gewonnen», sagte Farnerud. Dem Mittelfeldspieler war bewusst, dass er noch etwas Zeit braucht, um in Hochform zu kommen. «Ich habe erst zweimal mit YB trainiert und muss physisch noch einiges aufholen», sagte Farnerud, der zu Beginn der Woche für rund 600'000 Franken von Brøndby Kopenhagen verpflichtet wurde. Trainer Petkovic sieht das genauso: «In den letzten Wochen hat er sich mit Dauerläufen fit gehalten. Ihm fehlt deshalb die Spritzigkeit, die er für unsere Spielweise benötigt.»
Noch bis am Mittwoch erhalten Farnerud und seine Teamkollegen bei besten Bedingungen in Südspanien die Gelegenheit, an ihrem Formstand zu arbeiten. Dass die Vorhersage fürs Wochenende kühleres Wetter prophezeit, stört sie nicht. Bisher schien die Sonne für YB in Südspanien, die Temperatur bewegte sich bei gut 18 Grad, das Hotel erfüllt alle Ansprüche. «Und die Plätze sind hervorragend präpariert. Wir können hier sehr gut arbeiten», sagt Petkovic.
Bis Mitte der Woche mussten die Berner die Anlage mit dem FC Basel teilen, der ebenfalls in Andalusien trainierte. Weil die Young Boys das Gelände aber eher reserviert hatten als der Rivale, durften sie bestimmen wann und auf welchem Platz sie trainieren wollten – der Meister musste sich anpassen.
Benitos schnelle Integration
Petkovic sagt, die Spieler sollten den Aufenthalt in Spanien auch dazu benutzen, zusammenzurücken. «Am Teamgeist kann und muss man immer arbeiten», sagt er. Mit Torhüter Jeffrey Grosjean, Tosetti, Ivo Zangger, Sven Zimmermann und Pascal Doubai sind mehrere YB-Talente mitgereist, die bisher vor allem in der U-21-Equipe zum Zug gekommen sind. Auch die neu verpflichteten Farnerud und Ivan Benito erhalten viele Gelegenheiten, um ihre neuen Teamkollegen kennen zu lernen. Vor allem der erfahrene Benito, als Ersatz für Marco Wölfli verpflichtet, scheint keine Integrationsprobleme zu kennen. Nach dem Abendessen sitzt er jeweils noch lange mit den Mitspielern zusammen.
CEO Ilja Kaenzig will die Zeit in Spanien ebenfalls nutzen, um Gespräche mit dem Team führen. «Dazu bin ich noch nicht oft gekommen, seit ich die Aufgabe letzten Sommer übernommen habe», sagt er. Gesprächsbedarf hat er auch im Fall von Alain Baumann. Der Sportchef soll ein neues Pflichtenheft erhalten, die Änderungskündigung hat Baumann über die Festtage aber nicht erreicht. «In diesen Tagen werden wir uns ausführlich über alles unterhalten», sagt Kaenzig. (Berner Zeitung)
Erstellt: 22.01.2011, 10:27 Uhr
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