Thun schafft das «piccolo miracolo»
Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 05.08.2011 1 Kommentar
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Es war die pure Freude, die am Donnerstagabend kurz vor 21.30 Uhr in den Gesichtern der Spieler des FC Thun zu sehen war. Wie im Hinspiel (2:2) hatten sie dem auf dem Papier übermächtigen Gegner Palermo ein Unentschieden abgerungen. Nach dem 1:1 steht die Mannschaft von Trainer Bernard Challandes im Playoff der Europa-League-Qualifikation. «Das war ein tolles Spiel, eine tolle Leistung», sagte Challandes, der auch nach seinem siebten Spiel als Thun-Trainer ohne Niederlage bleibt. Er hatte vor dem Hinspiel in Italien von der Chance auf ein «piccolo miracolo» – ein kleines Wunder gesprochen. Dieses ist nun eingetroffen. Möglich gemacht hatte die Überraschung eine überzeugende Mannschaftsleistung und ein Treffer von Dario Lezcano.
Ausgerechnet Lezcano
Palermo war kurz nach der Pause in Führung gegangen, Stürmerstar Fabrizio Miccoli hatte den Treffer von Pablo Gonzalez mit viel Übersicht vorbereitet. Lezcano glich die Partie in der 64.Minute aus. Dem Tor war eine Hereingabe von Stephan Andrist und ein Absatztrick von Benjamin Lüthi vorangegangen. «Es ist ein grosser Moment für mich», sagte Lezcano, «es ist mein erstes Tor in dieser Saison und vor allem mein erstes überhaupt in einem internationalen Spiel.» Ausgerechnet Lezcano sorgte damit für das Ausscheiden der nach dem Ausgleich harmlosen Sizilianer. Nachdem der Paraguayer bereits im Hinspiel überzeugt hatte, wurde aus Italien vom Interesse Palermos am Thun-Stürmer berichtet. Auf die Gerüchte angesprochen, sagte Lezcano gestern, ein Engagement in der Serie A würde ihn natürlich reizen, «es wäre eine nächste Stufe in meiner Karriere». Er selber habe jedoch nie mit den Verantwortlichen Palermos gesprochen. «Wenn schon, dann tut das mein Berater.» Sein Agent, Giacomo Petralito, weilte gestern jedenfalls im Stadion. Die Gerüchte um den Angreifer, und was sich schliesslich daraus entwickelt, dürften den FC Thun in den nächsten Tagen noch ein bisschen beschäftigen.
Thun verdient im Playoff
Das viel grössere Interesse gilt aber der Auslosung des Playoffgegners, die heute, um 13.30 Uhr am Uefa-Sitz in Nyon stattfindet.
Als Gegner kommt ein Grosser des europäischen Klubfussballs infrage (Fulham, Atletico Madrid), unter Umständen ist die Hürde auf dem Sprung in die Gruppenphase nicht ganz so hoch. «Ich weiss nicht einmal, welches die möglichen Gegner sind. Ich hatte bisher nur das Rückspiel gegen Palermo im Kopf», sagt Challandes. Seine Equipe hat sich den Vorstoss ins Playoff redlich verdient. Schon vor der Pause hatte Palermo-Goalie Francesco Benussi nach einem gefährlichen Thuner Angriff zu mehr Sorgfalt und Ruhe gemahnt. Seine Mannschaft war zwar durch einen Freistoss Cesare Bovos und einen Abschlussversuch von Pablo Gonzalez zu zwei guten Möglichkeiten gekommen. Beide Chancen vereitelte jedoch Thun-Goalie David Da Costa. Die Thuner nahmen angesichts des Hinspielresultats von 2:2 nicht das ganz grosse Risiko in Kauf, sie versteckten sich aber überhaupt nicht und kompensierten auch das Fehlen des gesperrten Stürmers Mauro Lustrinelli. Lezcano bezwang Benussi schliesslich mit seinem Schuss zwischen den Beinen des Goalies hindurch und sorgte vor 7227 Fans für die ganz grosse Thuner Freude. (Berner Zeitung)
Erstellt: 05.08.2011, 06:32 Uhr
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1 Kommentar
Das war ein grossartiges Spiel, mit schnellen Zuspielen und guten Ballkombinationen. Thun hatte Spielwitz und hat sich immer wieder getraut, direkt nach vorne zu spielen. Trotzdem nie Kopflos, sondern immer kontrolliert aufgebaut. Hervorzuheben ist die Leistung von Lüthi (33), welcher mit guten Zuspielen immer wieder Gefahr vor das gegnerische Tor brachte. Aus ihm wird mal ein super Spielmacher. Antworten
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