Thun ohne Fortune – und mit viel Pech
Von Fabian Ruch. Aktualisiert am 27.10.2011 2 Kommentare
Telegramm
Thun - Zürich 0:2 (0:1)
Arena Thun. - 4865 Zuschauer. - SR Wermelinger. - Tore: 17. Alphonse (Chermiti) 0:1. 94. Rodriguez (Foulpenalty) 0:2.
Thun: Da Costa; Reinmann (81. Rama), Matic, Ghezal, Schirinzi; Lezcano, Hediger, Bättig (87. Volina), Wittwer; Taljevic (68. Sanogo); Lustrinelli.
Zürich: Leoni; Philippe Koch, Béda, Teixeira, Rodriguez; Nikci (46. Mehmedi), Aegerter, Margairaz (70. Barmettler), Djuric; Alphonse, Chermiti (91. Chikhaoui).
Bemerkungen: Thun ohne Schneuwly, Schindelholz, Lüthi und Siegfried (alle verletzt). Zürich ohne Zouaghi, Guatelli und Kukuruzovic (alle verletzt). 31. Tor von Lezcano wegen Foul aberkannt. 62. Tor von Lezcano wegen Abseits aberkannt. Verwarnungen: 28. Hediger. 39. Teixeira. 78. Béda. 83. Philippe Koch (alle Foul). 91. Leoni (Unsportlichkeit). 92. Sanogo. 94. Schirinzi (beide Foul).
Super League
36. Runde
| 23.05. | Basel - Young Boys | 1 : 2 |
| 23.05. | Lausanne - Grasshoppers | 2 : 1 |
| 23.05. | Sion - Luzern | 1 : 3 |
| 23.05. | Thun - FC Zürich | 2 : 4 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 34 | 22 | 8 | 4 | 78:33 | 74 |
| 2. | Luzern | 34 | 14 | 12 | 8 | 46:32 | 54 |
| 3. | Young Boys | 34 | 13 | 12 | 9 | 52:38 | 51 |
| 4. | Servette | 34 | 14 | 6 | 14 | 45:53 | 48 |
| 5. | Thun | 34 | 11 | 10 | 13 | 38:41 | 43 |
| 6. | FC Zürich | 34 | 11 | 8 | 15 | 43:44 | 41 |
| 7. | Lausanne | 34 | 8 | 6 | 20 | 29:61 | 30 |
| 8. | Grasshoppers | 34 | 7 | 5 | 22 | 32:66 | 26 |
| 9. | Sion | 34 | 15 | 8 | 11 | 40:35 | 17 |
| 10. | Xamax | 18 | 7 | 5 | 6 | 22:22 | 0 |
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Fehlendes Engagement musste sich der FC Thun nicht vorwerfen lassen. Auch in der Schlussphase, als längst alles auf einen für sie bitteren Mittwochabend hindeutete, griffen die Oberländer beherzt an. Es fehlte ihnen weiter an der feinen Klinge und an kreativen Einfällen, nicht aber an Fleiss und Laufbereitschaft. Mauro Lustrinelli, der zuvor bereits zwei ausgezeichnete Chancen vergeben hatte, verfehlte in der 85.Minute eine Hereingabe nur um Zentimeter – es wäre der verdiente 1:1-Ausgleich gewesen.
Am Ende aber jubelten die Gäste aus Zürich. Der eingewechselte Admir Mehmedi holte in der Nachspielzeit einen Penalty heraus, als er von Enrico Schirinzi gefoult wurde – und Ricardo Rodriguez, ein anderer Schweizer Nationalspieler, verwandelte den Elfmeter zum 2:0-Auswärtssieg. Es war der FCZ-Maximalertrag für eine Minimalleistung.
Challandes und der Ärger
Die Thuner dagegen haderten mal wieder mit dem Schicksal – und den Schiedsrichtern. «Wir spielten gut und waren lebendig», sagte Stürmer Lustrinelli. «Aber wir haben derzeit einfach kein Glück.» Dabei hätte sein Team gar kein Fortune benötigt – es hätte einfach nicht erneut, wie bei der 0:2-Niederlage im Cup in St.Gallen, von den Schiedsrichtern benachteiligt werden sollen. «Das ist zu viel», schrie ein erzürnter Bernard Challandes nach der Niederlage im Kabinengang. Der Thun-Coach schimpfte mit den Unparteiischen («Das ist ein Skandal») und vermochte sich fast nicht mehr zu beruhigen. Später, an der Pressekonferenz, erklärte Challandes, er habe das Gefühl gehabt, der Schiedsrichter habe etwas gegen ihn: «Aber vielleicht war das nur Einbildung.» Man müsse Fehler der Referees akzeptieren, doch manchmal sei das schwierig. «Man sagt mir, Fehlentscheide würden sich ausgleichen. Ich warte darauf.»
Gleich zwei Tore waren den Thunern aberkannt worden: In der 31.Minute hatte der schwache Referee Daniel Wermelinger vor dem Kopftor Dario Lezcanos ein Stossen des Paraguayers in der Rücken von Rodriguez gesehen. Das war eine sehr strenge Beurteilung. Und schlichtweg falsch war die Entscheidung in der 62.Minute, als Lezcanos fein herausgespieltes Tor wegen Abseits annulliert wurde.
FCZ sehr pomadig
Und so genügte dem gleichfalls kriselnden FC Zürich, der eigentlich um den Meistertitel mitspielen wollte, eine bescheidene Leistung, um drei Punkte aus dem Oberland zu entführen. Das FCZ-Kader ist edel besetzt, und so konnte es sich Trainer Urs Fischer leisten, auf dem Kunstrasen die Offensivspieler Mehmedi und Yassine Chikhaoui (vorerst) zu schonen. Die Gäste bewegten sich sehr behäbig, sie nutzten ihre technische Überlegenheit nicht aus und hinterliessen zuweilen einen gar nonchalanten Eindruck. Weil die Spielleiter jedoch noch schwächer agierten, wurden die Zürcher für ihren pomadigen Auftritt nicht bestraft. Keineswegs zufällig war ihr Führungstor nach 17 Minuten ein Zufallsprodukt gewesen: Amine Chermiti hatte den Ball nicht unter Kontrolle bringen können und Sturmpartner Alexandre Alphonse dadurch in eine optimale Schussposition gebracht.
Noch immer aber liegt der FCZ drei Punkte hinter dem FC Thun. Dessen Tendenz zeigt zwar seit Wochen steil nach unten, beim Blick auf die Tabelle besteht aber nach wie vor kein Grund zur Panik: Thun liegt weiter auf Rang 6. Und die nächste Chance, endlich wieder Punkte zu sammeln, bietet sich den Thunern bereits am Samstag in Sion. (Berner Zeitung)
Erstellt: 27.10.2011, 07:06 Uhr
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