Thun geht auf Goaliesuche
Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 12.01.2012 1 Kommentar
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Am Dienstag trat Goalie David Da Costa vor seine Teamkollegen vom FC Thun und teilte ihnen mit, dass er den Klub am Saisonende verlassen und zum FC Zürich wechseln werde. «Ich habe mich bei ihnen bedankt, denn ohne ihre Unterstützung hätte ich diesen Schritt nie geschafft», sagt Da Costa. Gestern teilten die Klubs dann der Öffentlichkeit mit, was tags zuvor bereits durchgesickert war: Da Costa unterschrieb beim FCZ einen Vertrag bis Sommer 2017. Die Ablösesumme behielten die Klubs für sich. Thuns Sportchef Andres Gerber spricht jedoch von einem «guten Deal». Für Da Costa, dessen Vertrag erst im Sommer 2015 ausgelaufen wäre, dürften die Thuner von Zürich rund 500'000 Franken erhalten.
Da Costa sagt, er habe sich den Kopf darüber zerbrochen, ob er das Zürcher Angebot annehmen soll, «denn es ist toll, was ich in Thun erleben durfte und darf». Für ihn schliesst sich im Sommer ein Kreis: Lange Jahre stand Da Costa, der in Zürich im Kreis 4 aufgewachsen ist, im FCZ-Nachwuchs im Tor. 2007 wurde er dann aber als U-21-Keeper vom Klub im Zusammenhang mit seiner Rolle bei der Alkoholfahrt des damaligen FCZ-Talents Kressimir Stanic ausgemustert. Für Da Costa, dem vorgeworfen wurde, seinen verunfallten Kollegen im Stich gelassen zu haben, begannen eine Vereinsodyssee und der Kampf um seinen Ruf. Nach jeweils kurzen Gastspielen in der Challenge League bei Chiasso, Concordia Basel und Wohlen, fand er mit dem Wechsel zu Thun im Sommer 2010 sein Glück – und die Konstanz.
Da Costas «Rückschritt»
Da Costa avancierte zu einem der stärksten Goalies der Super League, und das führt nun in einigen Monaten zu seiner Rückkehr nach Zürich. Die Vergangenheit sei in den Gesprächen mit den FCZ-Verantwortlichen kein Thema gewesen, sagt Da Costa. «Beide Seiten haben das hinter sich gelassen und schauen nach vorne.» Den Wechsel zu den Zürchern bezeichnet er als «Karriereschritt zu einem der Topteams der letzten Jahre». Lachend fügt der 25-Jährige an, dass es sich ja aber eigentlich um einen Rückschritt handle, da Thun nach der Vorrunde vor Zürich klassiert ist. Mit aller Kraft werde er sich dafür einsetzen, dass das auch am Saisonende noch so sein werde, sagt Da Costa: «Wir dürfen mit Thun in der Tabelle nach oben schauen, und ich werde bis Ende Saison alles dafür tun, dass wir unsere Ziele erreichen. Auch in den beiden Rückrundenspielen gegen den FCZ.» Richtig realisieren werde er den Transfer sowieso erst, wenn er in Zürich das Training aufnehme.
Auch der Vertrag von Thun-Ersatzkeeper Dragan Djukic läuft Ende Saison aus. Ob er im Oberland bleibt, ist trotz einer Option noch offen. Gerber geht deshalb auf Goaliesuche und sieht sich ab sofort in der Super- und der Challenge League nach Torhütern mit einem ähnlichen Profil wie Da Costa um. (Berner Zeitung)
Erstellt: 12.01.2012, 08:26 Uhr
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