Thorsten Fink und das Wildern
Von Fabian Kern. Aktualisiert am 07.01.2012 4 Kommentare
Umfrage
Thorsten Finks Hamburger SV hat beim FCB eine konkrete Offerte für Granit Xhaka deponiert. Ist das Wildern?
Ja
Nein
2218 Stimmen
Artikel zum Thema
Was ist Wildern? Der Duden definiert folgendermassen: «(strafbarerweise) ohne Jagderlaubnis Wild schiessen, fangen». Als Wilderer gelten aber auch Jäger, die Wild während der Schonzeit erlegen. Im Fussball geht es zwar um Menschen und nicht um Rehe oder Hirsche, im übertragenen Sinn ist dieser Begriff im Zusammenhang mit Spieler-Transfers aber durchaus gängig. Thorsten Fink wird wegen des regen Interesses des Hamburger SV an Granit Xhaka vom FC Basel genau das vorgeworfen.
Im Oktober hatte Fink den FCB in einer Nacht- und Nebel-Aktion in Richtung Norddeutschland verlassen. Mitgenommen aus Basel hat er Nachwuchstrainer Patrick Rahmen und Athletiktrainer Nikola Vidovic. Damals wurde befürchtet, Fink werde nun auch versuchen, seine Lieblingsspieler Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri in die Hansestadt locken, obwohl er versicherte, beim FCB nicht wildern zu wollen. Im BaZ-Interview vom 12. November präzisierte der Erfolgstrainer seine Aussage: «Das sind interessante Profis, keine Frage. Aber ich will niemanden aus Basel weglotsen. Wenn ein Spieler gehen will und der FCB bereit ist, zu verkaufen, reden wir darüber.» Zudem deutete er an, dass im Sommer 2012 ein solches Interesse bestehen könnte.
Xhaka schon lange im HSV-Fokus
Nun ist aber erst Winterpause in jener Saison, in der Fink den Erfolg des FCB mit seinem Abgang gefährdet hat. Der HSV soll sieben Millionen Euro für Xhaka bieten. FCB-Vizepräsident Bernhard Heusler hat das Interesse der Deutschen bestätigt. Ist das wildern? Fink sagte dazu im Sonntagsblick-Interview vom 25. Dezember: «Das hat nichts mit wildern zu tun. Granit ist ein interessanter Spieler, aber das weiss Frank Arnesen (HSV-Sportchef, die Red.) schon lange. Er hat ihn schon auf dem Radar seit der U-17-WM. Soll ich ihm sagen, den darfst du nicht holen? Wenn wir ihn nicht holen, holt ihn jemand anders, so ist das Geschäft.» Momentan könne der HSV Xhaka ohnehin nicht bezahlen. Anscheinend hatten die Hamburger aber einen dicken Batzen unter dem Weihnachtsbaum, denn bei über acht Millionen Franken für einen 19-Jährigen wird sich der FCB das Geschäft überlegen.
Bei allen moralischen Diskussionen um Finks Spielerwünsche darf man aber nicht vergessen, dass es neben den beiden Vereinen auch noch eine dritte Partei gibt: Granit Xhaka selbst. Beim Trainingsstart am Mittwoch sagte das FCB-Juwel, dass für ihn ein Wechsel vor Ende Saison kein Thema sei. Ausser er bekäme ein Angebot von einem Kaliber wie Manchester United, was laut «Bild» bereits geschehen ist: «Da könnte ich jetzt nicht ja und nicht nein sagen. Ich würde es mir auf alle Fälle anschauen.» Im Vergleich mit dem englischen Meister ist der HSV noch zwei Nummern kleiner. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.01.2012, 22:52 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
4 Kommentare
Früher, blieben Spieler ihr ganzes Fussballerleben ihrem Verein treu. Zum Bsp. Uwe Seeler vom HSV. Oder etliche Spieler von Bayern München. Das ein 19 jähriger Spieler bei Millionenangeboten aus dem Ausland den Verstand verliert , ist logisch. Dass Favre bei Gladbach den Bettel hinwerfen will,weil man seinen besten Stürmer an Dortmund verkauft ist ok. Er hat ein Team erschaffen, das gut ist.Bravo! Antworten
Sport
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Bitte warten