Skandinavische Coolness und südamerikanisches Temperament
Von Fabian Ruch. Aktualisiert am 06.02.2012 3 Kommentare
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Super League
36. Runde
| 23.05. | Basel - Young Boys | 1 : 2 |
| 23.05. | Lausanne - Grasshoppers | 2 : 1 |
| 23.05. | Sion - Luzern | 1 : 3 |
| 23.05. | Thun - FC Zürich | 2 : 4 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 34 | 22 | 8 | 4 | 78:33 | 74 |
| 2. | Luzern | 34 | 14 | 12 | 8 | 46:32 | 54 |
| 3. | Young Boys | 34 | 13 | 12 | 9 | 52:38 | 51 |
| 4. | Servette | 34 | 14 | 6 | 14 | 45:53 | 48 |
| 5. | Thun | 34 | 11 | 10 | 13 | 38:41 | 43 |
| 6. | FC Zürich | 34 | 11 | 8 | 15 | 43:44 | 41 |
| 7. | Lausanne | 34 | 8 | 6 | 20 | 29:61 | 30 |
| 8. | Grasshoppers | 34 | 7 | 5 | 22 | 32:66 | 26 |
| 9. | Sion | 34 | 15 | 8 | 11 | 40:35 | 17 |
| 10. | Xamax | 18 | 7 | 5 | 6 | 22:22 | 0 |
Wann ist ein Mann ein richtig harter Mann? Dusan Veskovac war am Sonntagnachmittag bei gefühlten minus 15 Grad zumindest der tapferste Spieler im Stade de Suisse. Der YB-Verteidiger verzichtete als einziger Fussballer auf einen Wärmeschutz – er trat ohne Unterleibchen, lange Unterhosen oder Handschuhe an. Teamkollege David Degen hatte gegen Servette die erste Halbzeit noch im Kurzarmleibchen bestritten, «aber als die Sonne verschwand, war das zu ungemütlich», sagte Degen schmunzelnd.
Die YB-Spieler gaben nach dem 3:1-Heimsieg gut gelaunt Auskunft, und nicht nur Christoph Spycher war froh, dass den Young Boys noch gewisse Textilien aus dem Trip nach St.Petersburg zur Verfügung standen. Vor einem Jahr war es in Russland im Rückspiel der Europa-League-Sechzehntelfinals ebenfalls äusserst kalt gewesen. «Wir waren jedenfalls gut ausgerüstet», sagte Spycher, «und sobald die Partie losging, dachte sowieso keiner mehr an die Temperaturen.» Vor immerhin rund 8000 frierenden Zuschauern (bei verkauften 13475 Karten) war den Young Boys ein überzeugender Start in die Rückrunde gelungen. Sie hatten lustvoll kombiniert, solidarisch gekämpft und herrlich herausgespielte Treffer erzielt. Der Naturrasen war stundenlang präpariert worden, dennoch war er natürlich nicht einfach zu bespielen. «Jene Seite bei der Haupttribüne, die nicht in der Sonne stand, war gefroren und hart», erklärte Spycher, «auf der anderen Seite aber war es ziemlich weich, da konnte man gut spielen.»
Man erhielt jedenfalls am Sonntag einen ersten Eindruck, wie sich das YB-Trainer Christian Gross in Zukunft so vorstellt mit seinem Team. Mit Entschlossenheit und Coolness dominierten der Schwede Alexander Farnerud und der Däne Michael Silberbauer das zentrale Mittelfeld, die beiden Skandinavier fühlten sich in der Kälte pudelwohl. Und in der Offensive sollen heissblütige Südamerikaner wie der Argentinier Raúl Bobadilla und der Schweiz-Uruguayer Matias Vitkieviez für Musik und Tore sorgen. Gestern klappte das prächtig, und wäre es nicht dermassen kalt gewesen, hätte vielleicht Gross in der ersten Halbzeit seine schwarze Mütze ob des schwungvollen Vortrags der Seinen kurz als Lobesgeste gelupft. Gewiss, der junge Venezolaner Josef Martinez, der von «schwierigen Verhältnissen» sprach, tat sich zuweilen schwer mit dem rutschigen Untergrund, aber auch er deutete sein Können an. «Wichtig ist, dass wir mit einem Sieg gestartet sind», sagte Raúl Bobadilla. «Ich denke, wir können mit unserem Team Erfolg haben.»
Der kräftige Strafraumstürmer Bobadilla hatte einen munteren Eindruck hinterlassen und so agiert, als ob er schon seit Jahren (und nicht erst wenigen Tagen) dem Berner Ensemble angehören würde. Neun Punkte beträgt der YB-Rückstand auf den Meister und souveränen Leader Basel nach dessen gestriger Nullnummer gegen Sion noch. «Es bringt uns aber nichts, auf Basel zu schauen», sagte Spycher. «Wir haben nun zwei wichtige Spiele in Sion und gegen Basel. Dann schauen wir, wo wir stehen.»
Und sein Mitspieler Dusan Veskovac war gestern tatsächlich ein richtig harter Mann. Er liess sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als er von einem Schuss genau dort getroffen wurde, wo es jeden Mann sehr schmerzt. (Berner Zeitung)
Erstellt: 06.02.2012, 08:18 Uhr
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3 Kommentare
Es ist zu früh und sicher absurt jetzt vom Titel zu sprechen. Ein EL Platz muss das Ziel sein und die Rückrunde bereit nutzen für die neue Saison. Wenn die Mannschaft richtig eingespielt ist und so spielt wie in der 1.Halbzeit bin ich sehr zuversichtlich, das ein Titel, nächste Saison geholt werden kann welcher auch immer !! Antworten
Wenn ein Club gegen einen solch schwachen und inferioren Gegner vor ein paar frierenden Zuschauern mit Mueh und Not gewinnt, schwache Spieler in den Himmel hebt, von Titeln spricht und sich nach 27 erfolglosen Jahren sich maechtig ereifert, dann kann es nur ein CH-Verein sein - die Ver-Very-YoungBoysten. Mit solchem Fussball wartet man in Berne nochmals ein Vierteljahrhundert auf irgendetwas. Antworten
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