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Rooney, die Krise und der Ärger
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Wayne Rooney ist immer noch erst 24 Jahre jung. Man muss das berücksichtigen, denn seit 7 Jahren produziert der wuchtige, intensive Stürmer aus England Schlagzeilen jeglicher Couleur: positive und euphorische, fette und bunte, reisserische und skandalreiche. Morgen, in Basel gegen die Schweiz, wird der Angreifer von Manchester United bereits sein 66.Länderspiel (25 Tore) bestreiten, und vermutlich wird er irgendwann 150 Einsätze fürs Nationalteam absolviert haben. Aber: Wie wird die Fussballwelt diesen bulligen, schussstarken und torgefährlichen Stürmer dereinst in Erinnerung behalten? Geht es nach Sir Alex Ferguson, als «besten Spieler aller Zeiten.» Das prophezeite der Trainer von Manchester United vor 6 Jahren, als Rooney mit Brachialgewalt und Finesse den britischen Fussball aufmischte.
Rooney am Scheideweg
Um aber tatsächlich einmal auf einer Stufe mit den globalen Grössen zu stehen, benötigt Wayne Rooney, der dreifache englische Meister mit Manchester United und Champions-League-Sieger 2008, Erfolge mit der Nationalmannschaft. An der WM 2010 in Südafrika scheiterte England kläglich im Achtelfinal an Deutschland, die 1:4-Niederlage erschütterte den britischen Fussball nachhaltig. Und Diego Maradona ist ja Weltmeister geworden, Franz Beckenbauer ebenfalls und Pélé sowieso. «Klar, die letzte WM war eine Enttäuschung für uns», sagt Rooney. «Aber jetzt stossen talentierte Spieler nach, unsere Ziele in Zukunft sind hoch.» Rooney dürfte an die sehr begabten Flügelspieler Theo Walcott (Arsenal) und Adam Johnson (Manchester City) denken. Der grossartigen Generation an Weltklassespielern mit den Verteidigern Rio Ferdinand und John Terry sowie den Mittelfeldstrategen Frank Lampard und Steven Gerrard aber läuft die Zeit davon – und Ferdinand, Terry und Lampard fehlen morgen gegen die Schweiz verletzt.
Dem gleichfalls verletzungsanfälligen Rooney dagegen bleiben noch ein paar Jahre, um England, den Weltmeister 1966, endlich wieder zu einem Titel zu führen. In den letzten Monaten aber enttäuschte das Kraftpaket, das am Scheideweg seiner Karriere steht. Rooneys Beliebtheit in England ist ja auch darin begründet, dass das raue Kraftpaket trotz Riesenverdienst einer aus dem Volk geblieben ist. Der Sohn eines Preisboxers mag Bier, Pubs und besucht auch gerne mal eine Prostituierte. Gerade am Sonntag drangen in der englischen Boulevardpresse mal wieder pikante Details einer ausserehelichen Affäre Rooneys an die interessierte Öffentlichkeit.
«Leben liegt in Trümmern»
Am Freitag noch hatte Wayne Rooney beim Start in die EM-Qualifikation drei Tore beim 4:0-Erfolg Englands gegen Bulgarien vorbereitet. Gestern aber berichteten die Zeitungen «News of the World» und «Sunday Mirror», der Stürmer habe vor einem Jahr seine damals schwangere Frau Coleen mehrmals mit einer Prostituierten betrogen. Vor sechs Jahren hatte ihm seine Jugendliebe Coleen diesen Fehltritt noch verziehen. Diesmal jedoch soll dies eher nicht so sein. «Mein Leben liegt in Trümmern. Ich war so dumm. Coleen wird mir diesmal nicht vergeben, sie wird mich verlassen», wird Rooney im «Sunday Mirror» zitiert.
Es dürfte für den in den letzten Jahren überragenden Manchester-United-Kicker ein ganz schwacher Trost sein, dass in jüngster Vergangenheit auch andere englische Nationalspieler (zum Beispiel John Terry, Ashley Cole und Peter Crouch) munter Sexaffären produzierten. Die nächsten Monate könnten darüber entscheiden, ob Wayne Rooney der unheilvollen Vorliebe für Alkohol und Bordellbesuche entrinnen kann – und tatsächlich zum grössten Fussballer aller Zeiten aufsteigen wird. Zweifel sind angebracht. (Berner Zeitung)
Erstellt: 06.09.2010, 09:08 Uhr
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