Noch wird bei YB nicht gross rotiert
Von Fabian Ruch. Aktualisiert am 30.07.2011
Das YB-Kader ist breit, und die Ersatzbank des Teams ist prächtig besetzt. Bei den Young Boys findet der Konkurrenzkampf gerade auf ansprechendem Niveau statt, und weil derzeit beinahe alle drei Tage ein Ernstkampf ansteht, können sich die prominenten Reservisten berechtigte Hoffnungen auf Einsätze machen.
Eigentlich.
Allein: Christian Gross hält im Moment nicht übermässig viel von Rotation unter den Spielern. «Wir stehen erst am Anfang unserer Zusammenarbeit», sagt der YB-Trainer, «und es gibt noch viel zu tun. Es ist in dieser Phase vor allem wichtig, dass wir uns einspielen und die Automatismen stimmen.» Er sei überhaupt kein Gegner der Rotation, betont Gross, «im Gegenteil, das ist in strengen Zeiten ein sinnvolles Mittel». Doch noch sei die Saison sehr jung, die Belastung sei absolut verkraftbar. Falls sich die Young Boys aber für die Gruppenphase der Europa League qualifizieren sollten und sechs zusätzliche Partien in diesem Herbst austragen würden, dürfte Gross erheblich stärker Gebrauch von der beeindruckenden Spielerauswahl machen.
Selbst Nationalspieler warten
Vorerst jedoch bleibt Nationalspielern wie François Affolter und Elsad Zverotic oder gestandenen Akteuren wie Mario Raimondi und Marco Schneuwly, hoffnungsvollen Zugängen wie Raphael Nuzzolo und Freddy Mveng oder grossen Talenten wie Pascal Doubai und Matteo Tosetti (falls sie nicht auf der Tribüne Platz nehmen müssen) die Reservistenrolle. Im Normalfall. «Es gibt immer Verletzungen und Sperren», sagt Gross, «wir werden bestimmt noch froh um jeden Spieler sein.» Unruhe im Team befürchtet der Coach nicht. «Natürlich gibts immer unzufriedene Fussballer, aber damit muss ein Trainer umgehen können.»
Weil Christian Gross gerne über Fussball diskutiert, lässt er die Interessierten umfassend an seinen Gedanken zur Rotation teilhaben. «Maximal vier Akteure» wechsle er aus, besser seien aber zwei oder drei. «Sonst geht möglicherweise die Ordnung verloren.» Es gibt ja Trainer in der Bundesliga und vor allem in der italienischen Serie A, die rotieren wie verrückt und stellen beispielsweise im Europacup eine komplett andere Mannschaft auf als drei Tage später in der nationalen Liga. «Ich möchte in jedem Wettbewerb so weit wie möglich kommen», sagt Christian Gross. Darum stelle er in jeder Partie die seiner Meinung nach bestmögliche Formation auf.
Details entscheiden
Derzeit ist die Agenda der Young Boys prall gefüllt: Vorgestern schlugen sie im Hinspiel der 3.Qualifikationsrunde zur Europa League den belgischen Verein Westerlo 3:1; morgen tritt Servette im Stade de Suisse auf; am nächsten Donnerstag findet das Rückspiel in Belgien gegen Westerlo statt; und wieder nur drei Tage später folgt das Gastspiel beim FC Luzern. «Die Regeneration ist in diesen Phasen ein wichtiger Faktor», sagt Gross. Dazu gehören eine gute Ernährung, die mit einem Essen direkt nach dem Spiel am späten Donnerstagabend begann, sowie ein Eisbad, genügend Schlaf und Termine bei der Physioabteilung. «Wir dürfen nichts dem Zufall überlassen», sagt Gross. «Im Fussball entscheiden Details.»
Mit den ersten drei Auftritten seiner neuen Mannschaft ist der YB-Coach insgesamt zufrieden. Der gegen Westerlo glücklose Nassim Ben Khalifa fehlt heute gesperrt, zudem könnte Moreno Costanzo (für den Gross die Idealposition oder das perfekte System noch nicht gefunden hat) im linken Mittelfeld durch Nuzzolo ersetzt werden. Maximal zwei Wechsel also wird es in der Aufstellung geben. Die meisten Reservisten bei den Young Boys müssen weiter auf eine Beförderung in die Startformation warten. (Berner Zeitung)
Erstellt: 30.07.2011, 09:59 Uhr
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