Spycher: «Wir wollen nahtlos anknüpfen an die letzte internationale Saison»
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28 Minuten stehen als Sinnbild für die beeindruckenden Leistungen. Als YB nach einer begeisternden, mitunter berauschenden Startphase dank Toren von Senad Lulic, Henri Bienvenu und Xavier Hochstrasser in der Champions-League-Qualifikation gegen Tottenham Hotspur 3:0 führte, war die Europacupsaison 2010/2011 des BSC Young Boys so richtig lanciert. Für manch einen Fan ist diese Vorstellung noch immer der Höhepunkt einer äusserst ereignis- und erfolgreichen Spielzeit auf internationalem Parkett, als YB mit Siegen gegen Istanbul, Stuttgart und Getafe glänzte und im Sechzehntelfinal der Europa League schliesslich ehrenvoll mit dem Gesamtskore von 3:4 an Zenit St.Petersburg scheiterte.
Fünf Monate später wartet zum Start der Europacupsaison kein Premier-League-Klub, sondern der belgische Vertreter Westerlo – gespielt wird nicht um die Qualifikation zur Champions League, sondern um den Einzug in die Europa League. Christoph Spycher ist noch immer dabei, und der Könizer freut sich, wieder auf einer grösseren Fussballbühne auftreten zu dürfen. «Wir wollen nahtlos anknüpfen an die letzte internationale Saison», sagt Spycher, « der Name YB war damals vielerorts ein Thema.»
Rochaden (noch) kein Rezept
Senad Lulic und Thierry Doubai wurden YB abgeworben, nicht zuletzt auch wegen ihren auffälligen Leistungen im Europacup. Doch mit acht getätigten Spielertransfers ist YB auch international bereit für eine lange Saison. Christian Gross, mit vier Champions-League-Teilnahmen der erfahrenste Schweizer Trainer im europäischen Klubfussball, will das breite Kader seines Teams momentan aber noch nicht ausreizen: «Rotieren ist im Moment nicht das richtige Rezept, wir sind noch nicht entsprechend eingespielt.» Also wird YB ähnlich wie gegen Sion auflaufen. Anknüpfen will Gross aber an die Leistung des Basel-Spiels (1:1), «da stimmte einiges».
Bezüglich der Ziele im Europacup gibt sich der Trainer zurückhaltend: «Wir wollen wie in jedem Wettbewerb so weit kommen, wie irgendwie möglich.» Die Gruppenphase der Europa League zu erreichen, wie es YB letztes Jahr gelungen sei, sei nicht einfach. «Die Leistungsdichte in Europa ist auch ausserhalb der Champions League sehr hoch», warnt Gross. Im weitesten Sinne warnen wollte der Zürcher auch vom Gegner Westerlo, als er von seinen Erkenntnissen aus dem beobachteten Hinspiel der Belgier in Finnland gegen Turku berichtet. «Diese Mannschaft tritt kompakt auf, sie hat in beiden Spielen der letzten Qualifikationsrunde kein Tor erhalten.»
2005: Lockerer Sieg in Westerlo
YB hat es in junger Vergangenheit zweimal mit belgischen Vereinen zu tun bekommen. Vor drei Jahren unterlag YB dem FC Brügge im Uefa-Cup (2:2, 0:2). 2005 setzten sich die Young Boys im UI-Cup gegen Lokeren durch (Gesamtskore 6:2). Das Auswärtsspiel wurde damals kurioserweise innerhalb der flämischen Provinz von Lokeren nach Westerlo verlegt. In dieser Hinsicht kann YB also bereits Erfahrung aufweisen. Christoph Spycher ist in seiner Karriere noch nie auf einen Gegner aus Belgien getroffen, die Devise aber ist klar: «Diesen Gegner müssen wir schlagen.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 28.07.2011, 06:36 Uhr
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