Mit dem «Geist vom Wembley»
Von Fabian Ruch, Swansea. Aktualisiert am 07.10.2011 1 Kommentar
EM Qualifikation Grp. G
10. Runde
| 11.10. | Bulgarien - Wales | 0 : 1 |
| 11.10. | Schweiz - Montenegro | 2 : 0 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | England | 8 | 5 | 3 | 0 | 17:5 | 18 |
| 2. | Montenegro | 8 | 3 | 3 | 2 | 7:7 | 12 |
| 3. | Schweiz | 8 | 3 | 2 | 3 | 12:10 | 11 |
| 4. | Wales | 8 | 3 | 0 | 5 | 6:10 | 9 |
| 5. | Bulgarien | 8 | 1 | 2 | 5 | 3:13 | 5 |
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Es gibt Leute, die ihm das nicht zugetraut haben. Ottmar Hitzfeld ist einer der erfolgreichsten Fussballtrainer aller Zeiten, er gilt aber eher als vorsichtig und pragmatisch und ergebnisorientiert – er stand bisher nicht im Verdacht, ein bedingungsloser Förderer junger Arbeitskräfte zu sein. Mit 62 Jahren ist Hitzfeld gerade auf bestem Weg, viele mit Flexibilität, Mut und Innovation zu überraschen. Hitzfeld, der zweifache Champions-League-Sieger mit Dortmund und Bayern München und mehrfache nationale Meister in Deutschland und der Schweiz, hat mal wieder richtig analysiert, aus der personellen Not nach zahlreichen Rücktritten langjähriger Führungsspieler eine Vision gemacht – und die personelle Verjüngung des Nationalteams eingeleitet und auch gleich umgesetzt. Bemerkenswert schnell. Radikal umfassend. Unerwartet erfolgreich.
Das 2:2 im Juni im Londoner Wembley-Stadion gegen England darf man als Geburtstag der neuen Auswahl bezeichnen. Die Schweizer profitierten dabei gewiss von wenig motivierten Engländern, die nach anstrengender Saison ausgelaugt wirkten. Zudem waren beide Freistosstore Tranquillo Barnettas keineswegs unhaltbar. Hätte diese Begegnung beispielsweise 1:4 geendet, wäre Hitzfelds Experiment, ausgerechnet im Wembley auf derart viele unerfahrene Akteure zu setzen, wohl heftig verrissen und bestimmt entschleunigt worden.
Ottmar Hitzfeld, manchmal auch ein Glückskind des Fussballs, braucht das nicht zu kümmern. Er organisiert den Umbau konsequent weiter, das Nationalteam hat in wenigen Monaten ein völlig neues Gesicht erhalten.
Hitzfelds Vertrauen
Am Donnerstagmittag sitzt Ottmar Hitzfeld an der Pressekonferenz im Marriott Hotel in Swansea. Er wirkt konzentriert und gleichzeitig aufgeräumt, er spricht ausführlich und vergisst dabei nicht, mal hier und mal da einen lockeren Spruch zu platzieren. «Wir haben mit dem Umbruch schon nach der WM 2010 begonnen», sagt Hitzfeld. «Und seit dem Spiel in England ist unsere Entwicklung sehr erfreulich.» Der Nationaltrainer lobt die «hohe Qualität» der jungen Schweizer Fussballer, die umfassend ausgebildet worden seien und auch taktisch kluge Entscheidungen treffen würden.
Es ist derzeit schwierig abzuschätzen, wohin der Karriereweg die Hochbegabten wie Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka führen wird. Manch einer wie Johan Vonlanthen oder Davide Chiumiento ist als Teenager schon mit Lobeshymnen überhäuft worden – und konnte das Versprechen nicht einlösen, ein internationaler Star der Szene werden zu können. Bei Shaqiri und Xhaka gibt es keine negativen Anzeichen, sie sind klar im Kopf und in ihren Aktionen auf dem Rasen. Die individuelle Klasse des spektakulären Flügelspielers Shaqiri ist unbestritten, und auch auf Xhaka setzt Hitzfeld ohne Bedenken. Der Trainer schätzt die Vielseitigkeit des Spielmachertalents und hält Xhaka beinahe schon für unverzichtbar. Vor einem Monat setzte der Coach den U-17-Weltmeister von 2009 gegen Bulgarien ein, obwohl Xhaka zuvor wochenlang verletzt ausgefallen war. «Er ist für uns sehr wertvoll», sagt Hitzfeld, der sich wünscht, dass Xhaka heute in Wales im Wechselspiel mit Gökhan Inler und Valon Behrami Impulse aus dem Zentrum setzt.
Ausnahmetalent Xhaka
Granit Xhaka wird in Swansea erst sein drittes Länderspiel bestreiten. Vielleicht ist es das beste Sinnbild für Hitzfelds aufregende Personalreform, debütierte Xhaka im Nationalteam mit 18 Jahren ausgerechnet auf der grössten globalen Fussballbühne, dem Wembley-Stadion. Aber das passt ja zu diesem Ausnahmetalent. Und mit dem «Geist vom Wembley» wollen die Schweizer heute, rund 250 Kilometer westlich von London, das nächste Erfolgskapitel schreiben. (Berner Zeitung)
Erstellt: 07.10.2011, 07:37 Uhr
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1 Kommentar
O.Hitzfeld holt sich hier beim SFV noch seine Rente ab. Mit dieser Mulitkultitruppe welcher man als Zuschauer
immer wieder neuen Experimenten ausgesetzt ist wird es auch in Zukunft nix zu gewinnen geben.
Haben Sie, liebe Leser, die letzten 10 Minuten des Montenegro-England Spiels im TV gesehen?
So kämpft man, so erzwingt man das Glück, so geht man erhobenen Hauptes vom Platz!
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