Kaenzig stand schon im Final der Champions League
Oft in England: Der neue YB-Verantwortliche Ilja Kaenzig. (Bild: Andreas Blatter)
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Es war das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte Bayer Leverkusens, und doch war es auch die Zeit, in der dem Klub die wenig schmeichelhafte Bezeichnung «Vizekusen» verpasst wurde. 2002 verspielte Leverkusen im Mai innerhalb von elf Tagen drei Titel. Der neue YB-Chef Ilja Kaenzig war damals als Jungmanager, 28 Jahre alt, bei Leverkusen tätig – und damit dabei, als der Klub zuerst die Meisterschaft unglücklich an Bayern München verlor, dann im DFB-Pokalfinal Schalke unterlag und schliesslich im Champions-League-Final in Glasgow von Real Madrid bezwungen wurde. Superstar Zinédine Zidane erzielte mit einem fantastischen Volleyschuss das 2:1-Siegestor. «Dieser Final war ein Riesenerlebnis», sagt Kaenzig, «und natürlich war die Niederlage bitter. Aber wir hatten als krasser Aussenseiter eine wirklich sensationelle Saison absolviert.»
YB und die Gelegenheit
Auch Leverkusen war damals in der Champions League gegen Premier-League-Teams angetreten. «Die unterschätzten uns ebenfalls gewaltig», sagt Kaenzig. Und so setzte sich Leverkusen 2002 zuerst im Viertelfinal gegen Liverpool und später im Halbfinal gegen Manchester United durch. «Auch mit YB können wir nun eine Überraschung realisieren», sagt Kaenzig. Seine bisher letzte Europacupreise führte Kaenzig 2003 übrigens ebenfalls nach England, als Leverkusen in der zweiten Gruppenphase der Champions League 1:3 bei Newcastle verlor. Alan Shearer erzielte alle drei Tore für die Briten, und Kaenzig hätte vermutlich nicht gedacht, dass es über sieben Jahre dauern würde, bis er wieder mit einem Fussballverein ein Europacup-Auswärtsspiel bestreiten wird. «Und jetzt gleich in London zu spielen, an der White Hart Lane gegen Tottenham, das ist schon eine besondere Partie», sagt er.
Wie Leverkusen wird ja auch YB vorgeworfen, Spezialist für zweite Plätze zu sein – und oft entscheidende Partien zu verlieren. Heute bietet sich den Bernern wie gegen Fenerbahçe die Gelegenheit, auf grosser Bühne das Gegenteil zu beweisen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 25.08.2010, 07:41 Uhr
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