Johan Vonlanthen und die Millionenfrage

Von Ueli Kägi. Aktualisiert am 15.03.2010

Der FCZ-Offensivspieler war Matchwinner beim 3:1 in Aarau. Der Klub muss sich bis Ende April entscheiden, ob er die Option auf den Nationalspieler einlösen will.

Wie geht's weiter? Johan Vonlanthen im Spiel gegen Jonas Elmer von Aarau.

Wie geht's weiter? Johan Vonlanthen im Spiel gegen Jonas Elmer von Aarau.
Bild: Keystone

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36. Runde

23.05.Basel - Young Boys1 : 2
23.05.Lausanne - Grasshoppers2 : 1
23.05.Sion - Luzern1 : 3
23.05.Thun - FC Zürich2 : 4
Stand: 23.05.2012 22:10

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Basel34228478:3374
2.Luzern341412846:3254
3.Young Boys341312952:3851
4.Servette341461445:5348
5.Thun3411101338:4143
6.FC Zürich341181543:4441
7.Lausanne34862029:6130
8.Grasshoppers34752232:6626
9.Sion341581140:3517
10.Xamax1875622:220
Stand: 23.05.2012 22:13

Die Ovationen des mitgereisten FCZ-Anhangs gehörten Yassine Chikhaoui. Der lange Zeit verletzte Tunesier hatte am Samstagabend in Aarau ein Sieben-Minuten-Comeback gegeben, nach Spielschluss lancierte er ganz alleine vor der Kurve die Welle und warf sein Trikot über den Zaun. Der Dank des Teams aber musste an Johan Vonlanthen gehen. Der 24-jährige Offensivspieler war nach einer Meniskusoperation im Januar vor einer Woche gegen Luzern mit einem Teileinsatz zurückgekehrt. In Aarau kam er nach 27. Minuten für Gajic ins Spiel und führte den FCZ von einem 0:1-Rückstand zum 3:1-Sieg.

Das Ziel: Platz 3 mit dem FCZ

«Gajic war nicht bereit und wir mussten für uns etwas provozieren nach dem Rückstand», sagte Trainer Bernard Challandes nach dem zweiten FCZ-Sieg in Folge, «Vonlanthen hat für uns etwas provoziert. Er war wichtig für die Mannschaft, mit ihm stimmte die Mischung wieder.» Vonlanthen brachte über die rechte Seite läuferischen Schwung und spielerische Qualität in die Offensive. Er schaffte Räume und liess andere von seiner Arbeit profitieren, bevor er das dritte Tor selbst erzielte. Er freute sich am Ende des Arbeitstages über Chikhaouis Comeback, aber auch über die Mannschaft und sich selbst.

Im vergangenen Spätsommer und im Herbst war Vonlanthen der überragende FCZ-Stürmer gewesen. Er hatte im Dezember aber auch grosse private Probleme und informierte Sportchef Fredy Bickel darüber, dass er an Samstagen aus religiösen Gründen möglicherweise nicht mehr Fussball spiele könne. Ihm wurde eine Nähe zu einer sektenähnlichen Kirchengemeinschaft nachgesagt. Vor der Winterpause versprach der Spieler via FCZ-TV, nach den Ferien in die Mannschaft zurück-zukehren.

Über diese freudlosen Tage will Vonlanthen nicht mehr sprechen. Er will nur den Rhythmus wieder finden und es jetzt «so durchziehen» wie im Aarau-Match. Er hatte zuletzt seinen Spass in den Trainings, weil er seine Form wieder spürte, weil er den Qualitätsgewinn mit Chikhaoui und die bevorstehende Rückkehr von Eric Hassli sah. Er sieht die Mannschaft auf einem guten Weg, wenn sie weiterhin bereit sei, für Fortschritte zu arbeiten.

Rang 4 und ein Platz im Europacup hat der Meister in seiner sportlichen Not zum neuen Saisonziel gemacht. Vonlanthen kann eigentlich nur den Kopf schütteln, dass es so weit gekommen ist. Er ist überzeugt davon, dass der FCZ in Bestbesetzung und Bestform das stärkste Team der Schweiz sein müsste. Und dass die Mannschaft in diesem Frühjahr wenigstens noch um Platz 3 mitspielen kann.

Ablösesumme und hohes Salär

Im vergangenen Sommer war Vonlanthen trotz Vertrag bis 2011 aus Salzburg nach Zürich gekommen, um seine Karriere neu zu lancieren. Der FCZ hat bis Ende April Zeit, für eine Million Franken die Option einzulösen und den Schweizer Nationalspieler weiter an sich zu binden. «Wir sind in der Planungsphase für die kommende Saison», sagt Präsident Ancillo Canepa, «nach den nächsten drei, vier, fünf Wochen werden wir mehr wissen.» Canepa spricht von «gewissen finanziellen Rahmenbedingungen», die erfüllt sein müssen. Der FCZ müsste sich mit Vonlanthen auch über ein Salär einig werden, und Löhne in der Salzburger Dimension von 1,5 Millionen Franken wird er nicht bezahlen. Vonlanthen selbst sagt, er würde gerne bleiben, wenn die Mannschaft gut genug ist für den Titelkampf. Er sagt: «Mir geht es gut in Zürich.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.03.2010, 09:53 Uhr

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