Hitzfeld erfand sich neu – aber leider viel zu spät
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 05.06.2011 46 Kommentare
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Die Schweizer Fussball Nationalmannschaft erreicht im Londoner Wembley-Stadion ein 2:2 gegen England. Glauben Sie, dass sich die Schweiz für die EM 2012 qualifizieren wird?
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Es war das erste Spiel nach der Ära von Torjäger Alex Frei, der zusammen mit seinem Sturmpartner Marco Streller den Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt hatte. Trainer Ottmar Hitzfeld verzichtete auch auf Altmeister Hakan Yakin und bot junge Kräfte auf. Mit der Nomination einiger U-21-Spieler habe er eine Aufbruchstimmung erzeugen wollen, begründete Hitzfeld seine Massnahme.
Die Schweiz hatte in der bisherigen EM-Qualifikation vorwiegend enttäuscht. Hitzfelds taktische Vorgaben basierten auf Abwarten und Vorsicht. Man wollte in erster Linie die Spiele nicht verlieren. Reagieren statt agieren hiess die Devise. Der Deutsche ist schon im Vorfeld dieser wichtigen Partie erstmals so richtig über seinen Schatten gesprungen. «Wir müssen ein neues Gesicht zeigen, mutig und frech nach vorne spielen», forderte der Lörracher. Es sei für alle die einzigartige Chance, zu beweisen, dass mit der Schweiz in der EM-Qualifikation noch zu rechnen sei. Hitzfeld schob den Engländer gleich die Favoritenrolle zu. «Der Druck lastet immer auf dem Favoriten», sagte er. Nur England habe viel zu verlieren.
Inler war der Chef und bester Schweizer
Ottmar Hitzfeld erfand sich erfreulicherweise neu und hielt dann auch, was er versprach. Sein Team setzte seine Vorgaben clever um. Die Startelf im Londoner Wembley hatte ein Durchschnittsalter von gerade mal 24,6 Jahren. Hitzfeld hatte die Courage und warf den Basler Granit Xhaka ins kalte Wasser. Er wurde prompt belohnt, der Debütant machte ein hervorragendes Spiel und integrierte sich problemlos. In einer jungen Mannschaft, in der nur Verteidiger Johan Djourou nicht genügen konnte, war Torhüter Diego Benaglio mit 27 Jahren den Teamälteste.
Gökhan Inler, der neue Captain und Nachfolger von Alex Frei, hatte in einem Video-Interview mit Bernerzeitung.ch/Newsnet erklärt, er wolle sich vor allem um die Jungen kümmern. Er wolle noch mehr Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass die junge Mannschaft dem zu erwartenden englischen Ansturm standhalte. Das ist dem Star von Udinese gelungen. Inler war der absolute Leader, ballsicher und zweikampfstark. Der Stratege im defensiven Mittelfeld setzte auch in der Offensive Impulse und Akzente. Im Tor stand Benaglio, der die erste englische Chance nach drei Minuten mit einem tollen Reflex zunichte gemacht hatte und somit Sicherheit ausstrahlte.
Barnetta traf erstmals seit vier Jahren wieder für die Nati
Die Schweizer spielten mutig und selbstbewusst nach vorne, hatten mehr Spielanteile als die Engländer und praktizierten zwischendurch sogar ein Pressing. Sie kamen durch Derdiyok, Inler, Behrami und Shaqiri denn auch zu Chancen. Dann hatte Tranquillo Barnetta seinen grossen Auftritt, jener Mann, der für die Schweiz seit vier Jahren kein Tor mehr geschossen hatte. Mit einem Doppelpack brachte der Söldner von Leverkusen die Schweiz gleich mit 2:0 in Führung.
Bei seinen beiden Freistössen sah die die englische Hintermannschaft, inklusive Torhüter Harth, allerdings nicht gut aus. Aber die Gäste hatten sich diese Führung redlich verdient. Nach dem Anschlusstor durch Lampard, der einen von Djourou ziemlich naiv verschuldeten Elfmeter verwertete, und dem 2:2-Ausgleich durch Young, hatten die Gäste dann auch Glück, dass den Platzherren nicht sogar die Führung gelang. Es war das Glück des Tüchtigen, das sich die Schweizer durch einen mutigen Auftritt in England absolut verdient hatten.
Mehmedi vergab sogar den Matchball
Auch wenn die Engländer stark ersatzgeschwächt antreten mussten und Torjäger Wayne Rooney gesperrt war, schmälert das die Leistung der Schweizer in keiner Weise. FCZ-Youngster Admir Mehmedi, der zweite Debütant neben dem Basler Xhaka, fügte sich nach seiner Einwechslung für den verletzten Derdiyok ebenfalls nahtlos ins Mannschaftsgefüge ein und vergab sogar den Matchball.
Die Frage sei erlaubt: Weshalb hat sich Ottmar Hitzfeld erst jetzt neu erfunden? Es ist in der EM-Qualifikation wohl leider zu spät. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.06.2011, 21:02 Uhr
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46 Kommentare
Macht nichts, der Umbruch braucht Zeit, wohl auch beim Trainer, jetzt mal sehen wie sich die U-21 an der EM schlägt und sollte die Quali für 2012 nicht mehr machbar sein, dann gerne WM 2014 Brasilien, wir wären gerne dabei. Nachwuchs (zwar nicht im Übermass) scheint da zu sein und auch über Qualität zu verfügen. Die Verteidigung müsste aber definitiv noch verbessert werden. Und Gute Besserung Eren Antworten
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