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Hakan Yakin, nur schwarz oder weiss
Von Peter M. Birrer. Aktualisiert am 09.02.2010 11 Kommentare
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Stichworte
Super League
19. Runde
| 04.02. | Luzern - FC Zürich | 1 : 1 |
| 04.02. | Xamax - Lausanne | - : - |
| 05.02. | Basel - Sion | 0 : 0 |
| 05.02. | Grasshoppers - Thun | 0 : 1 |
| 05.02. | Young Boys - Servette | 3 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | Pkt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 19 | 11 | 6 | 2 | 38:17 | 39 |
| 2. | Luzern | 19 | 9 | 5 | 5 | 26:16 | 32 |
| 3. | Young Boys | 19 | 8 | 6 | 5 | 29:18 | 30 |
| 4. | Thun | 19 | 7 | 5 | 7 | 22:21 | 26 |
| 5. | Servette | 19 | 7 | 3 | 9 | 26:32 | 24 |
| 6. | FC Zürich | 19 | 6 | 4 | 9 | 27:27 | 22 |
| 7. | Grasshoppers | 19 | 6 | 1 | 12 | 19:37 | 19 |
| 8. | Lausanne | 18 | 3 | 2 | 13 | 16:44 | 11 |
| 9. | Sion | 19 | 9 | 5 | 5 | 26:17 | -4 |
| 10. | Xamax | 18 | 7 | 5 | 6 | 22:22 | 0 |
20. Runde
| 11.02. | Lausanne - Basel | - : - |
| 11.02. | Thun - Luzern | - : - |
| 12.02. | Sion - Young Boys | - : - |
| 12.02. | Servette - Xamax | - : - |
| 12.02. | FC Zürich - Grasshoppers | - : - |
Als Hakan Yakin am Sonntag ausgewechselt wurde, lag ihm das Gersag-Stadion zu Füssen. Mit Ovationen wurde er vom Platz begleitet, der Trainer umarmte ihn, der Präsident platzte vor Stolz. «Bisch en geile Siech», sagte ihm Rolf Fringer, und Walter Stierli forderte, ebenso euphorisiert, für seinen teuersten Spieler bereits einen Platz im Schweizer WM-Kader.
So geht das in Luzern, so ist das mit Yakin. Wenn er gut spielt, spielt er nicht einfach nur gut, dann ist er das Genie. Wenn er schlecht ist, dann ist er untrainiert und übergewichtig und unsichtbar, dann ist er der schlampige Yakin, der seine Trainer verärgert. Im Mittelmass findet bei ihm nichts statt. Er wird schwarz oder weiss gesehen, für Zwischentöne gibt es keinen Platz. Er hat selber einmal gesagt: «Ich bin kein 08/15-Fussballer.» Und sich in einem Satz perfekt beschrieben.
Trainer kann Yakin zur Verzweiflung bringen, wenn er wieder einmal nicht gut trainiert hat wie in dieser Vorbereitung, als er im Trainingslager in der Südtürkei Rätsel aufgab; er lässt sie staunen wie an diesem Sonntag, als er im Morast von Emmenbrücke die Entscheidung herbeiführte und für Kunststücke besorgt war, die in diesem Land keiner sonst beherrscht.
Alles für seinen Ruf getan
Niemand fragte nach, wie weit er gegen GC rannte, keinen interessierte, dass Ricardo Cabanas gefühlt die doppelte Distanz unterwegs war, jeder sah nur seine Bilanz: zwei Tore, ein Assist. Und dass er für ein Foulspiel verwarnt wurde und gleich noch ein Foul nachlegte, für das er eigentlich die gelb-rote Karte verdient hätte, wurde ihm gar hoch angerechnet: als Zeichen seines körperlichen Einsatzes.
Yakin wird am 22. Februar 33 Jahre alt. Er hat sich damit abgefunden, dass ihm seit Jahren nachgesagt wird, er sei der alternde Spielmacher ohne Lust, sich auf dem Platz mehr zu bewegen als nötig. Kürzlich antwortete er auf die Frage, ob er sich fit fühle: «War ich jemals richtig fit?» Und schickte ein Lachen hinterher, mit dem er zum Ausdruck brachte, dass er die Frage eigentlich nicht mehr hören mag.
Was immer er macht, wie viel oder wie wenig er auch läuft, Yakin hat eine Gabe: Er polarisiert, er schafft es mühelos, sich ständig im Gespräch zu halten. Als er früher mit YB oder Basel nach Luzern kam, wurde er ausgepfiffen wie kaum ein Zweiter. Heute jubeln die Leute ihm hier zu wie keinem anderen ihrer Spieler.
Yakin hat sich den Ruf der Reizfigur selber erarbeitet mit seinen unendlichen Transfergeschichten, seinem Abgang in die Wüste der Arabischen Emirate, seiner Rückkehr in die Schweiz, weil er plötzlich doch merkte, dass seine Zeit noch nicht abgelaufen ist und er sich berufen fühlt, für die Schweiz an der WM in Südafrika teilzunehmen. Dass sein Privatleben zuweilen recht unstet ist, kann da nicht weiter überraschen.
Ohne Yakin geht es doch nicht
Rolf Fringer setzt sich intensiv mit ihm auseinander, Ottmar Hitzfeld tut es. Klub- und Nationaltrainer sehen und kennen seine Mängel. Und kommen doch immer zum Schluss: Ohne einen Yakin in Sonntagsform geht es doch nicht - und sei es nur für eine halbe Stunde. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 09.02.2010, 09:11 Uhr
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11 Kommentare
Trotz allen privaten Schwächen und Stärken des Y: Fakt ist dass es heute, weder im In-noch Ausland,keinen besseren Profi als Yakin im ZOM gibt. Inler ist meilenweit davon entfernt, zumal er in Nati regelmässig nur durchschnittlich wenn überhaupt spielt. Dass Y nicht mehr genug Kraft für 90 Min.auf hohem Niveau hat, ist ok. Seine Trainer sind gefordert ihn wirksam einzusetzen, wenn auch dosiert. Antworten
@Res Zaugg: Ich hatte das Glück dieses EM-Spiel gegen die Türkei sehen zu dürfen. Yakin hatte hervorragend gespielt und ich habe als Schweizer mit Ihm mitgelitten als Ihm dieses Tor gegen die Türkei gelang. Es hat Ihn fast zerrissen, das war offensichtlich und auch natürlich. Ihr Kommentar ist völlig daneben. Antworten
Hakan ist noch immer DAS kreative Element im CH-Fussball. Keiner spielt solche Pässe, keiner schlägt solche Freistösse und Flanken. In den kapitalen Spielen gegen die Griechen war er es der uns den Sieg brachte. Auch dank ihm sind wir an der WM wieder dabei. An der EM zu Hause hat er ALLE! unsere Tore erzielt. Wem muss er noch immer beweisen, dass er für uns unverzichtbar geworden ist??? Antworten
@alle pro yakin fussballexperten: hat sich yakin internation durchgestzt? ... nein, aber theaterveranstaltungen kann er jedenfalls meisterlich inszenieren. wieso sollte sich yakin ausgerechnet in südafrika durchsetzen? ich habe nichts persönliches gegen ihn aber wer sein potenzial während jahren nicht ausschöpft (charakter), hat bei mir einen schweren stand. Antworten
@ Herr Zaugg: dann soll Streller aber auch nie mehr ein Aufgebot bekommen (was wir ja alle hoffen), da er ja seinen Rücktritt von der Nati gegeben hat!? Hakan gehört im technischen Bereich immer noch zu den stärksten Spielern in der CH. Er hat Spielwitz und kann tödliche Pässe schlagen. Er muss mit nach Südafrika! Streller, Frei, Huggel sehen wir dann in ein paar Jahren im SFV-Tross am Jassen... Antworten
Für mich fiel Yakin aus allen Traktanden, als er sich nach seinem Tor gegen die Türkei demontrativ nicht freute und mit Trauermiene die Gratulationen der Schweizer ablehnte. Es fehlte nur noch, dass er sich auf dem Platz bei den türkischen Landsleute entschuldigte. Das war feige und schleimerisch. Antworten
Hakan ist einer der besten Spieler welche die Schweiz in den letzten 20 Jahren gesehen hat. Schade hat es nicht zur ganz grossen Karriere gereicht! Doch was er geleistet und erreicht hat, ist auch bemerkenswert. Er sollte auf jeden Fall nach Südafrika an die WM fahren, und nachher zurück zum FCB!! Antworten
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Heinz Conrad
.... aber keiner läuft so wenig wie Hakan! In Südafrika brauchen die Schweiz Spieler, die rennen, kämpfen usw., einer für alle, alle für einen. Die Schweiz braucht keine Diva! Antworten