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Gut gelaunte YB-Spieler – nur Farnerud wirkte ein wenig traurig

Von Fabian Ruch, Braga. Aktualisiert am 19.08.2011 9 Kommentare

Die Vertreter der Young Boys waren nach dem 0:0 beim SC Braga stolz und zufrieden. Trainer Christian Gross ist von der Qualifikation für die Europa-League-Gruppenphase überzeugt.

1/8 Raphael Nuzzolo kann sich durchsetzen.
Bild: Keystone

   

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Erst kurz vor Mitternacht Ortszeit tauchten die YB-Spieler nach dem 0:0 im Hinspiel der Europa-League-Playoffs beim SC Braga und dem Auslaufen in der Medienzone auf. Die Berner Fussballer waren stolz auf ihre «kämpferisch überzeugende Leistung», wie Rechtsverteidiger Elsad Zverotic meinte.

Mario Raimondi hob die solidarische Vorstellung des Teams hervor: «Wir haben füreinander gekämpft und hart gearbeitet. Auch als wir nach dem Platzverweis gegen Alain Nef eine Viertelstunde vor Schluss in personeller Unterzahl waren, haben wir die Ordnung nicht verloren.» Braga sei ein guter, spielstarker Gegner gewesen, sagte Raimondi: «Aber wir haben uns gut gewehrt und Braga nicht viel Raum gewährt.» Natürlich ebenfalls bester Laune war Torhüter Ivan Benito, der wie beim 3:0-Erfolg am Sonntag bei GC überzeugt hatte: «Es ist schön für einen Goalie, wenn er zu null spielen kann. Aber das war heute der Verdienst der ganzen Mannschaft.»

Benitos Wert für YB

Auch Ivan Benito war es ein Anliegen, den Wert des Resultats im Norden Portugals zu betonen: «Braga war letztes Jahr im Final der Europa League. Ein 0:0 ist für YB hier ein Erfolg, auch wenn bei Braga viele neue Spieler dabei sind. Doch die Young Boys haben hohe Ambitionen, deshalb ist es wichtig, dass wir die Gruppenphase erreichen.» Benito sprach mit Gelassenheit und Ruhe, er ist ein erfahrener Profi und weiss, dass das Ergebnis am späten Donnerstagabend bloss ein Zwischenschritt für die Young Boys war. «Wir müssen im Rückspiel bereit sein und diese gute Ausgangslage nutzen», sagte Benito. Natürlich würde der Ersatztorhüter gerne weiter spielen, doch er weiss um seine Rolle im Team: «Marco Wölfli hat in den letzten Jahren viel geleistet. Wenn er wieder fit ist, wird er spielen. Meine Aufgabe ist es, das Niveau hoch zu halten und da zu sein, wenn es mich braucht.»

Zumindest am Sonntag, im Derby zu Hause gegen den Leader FC Thun, aber könnte Benito noch einmal im YB-Tor stehen. Es gibt für die Young Boys ja auch keinen Grund, die Rückkehr Wölflis nach dessen Daumenbruch zu forcieren und ein Risiko einzugehen – Benito bewies seine Klasse zuletzt zweimal eindrücklich.

Ärger wegen aberkannten Nef-Tores

Trotz berechtigter Zufriedenheit über die eigene Darbietung waren die YB-Fussballer auch ein wenig verärgert. «Wie ich gehört habe, stand Nef bei seinem Tor nicht im Abseits», sagte Elsad Zverotic. «Und es ist natürlich bitter, wenn in einer so wichtigen Partie ein reguläres Tor aberkannt wird.»

Alain Nef selber war nicht bei den Journalisten erschienen, weil er wie Christoph Spycher einen Termin bei den Dopingkontrolleuren hatte – und das kann ja manchmal auch länger dauern…

Sogar ein bisschen traurig wirkte derweil Alexander Farnerud. Der Schwede überragte erneut als YB-Mittelfeldmotor im zentralen Aufbau, er war sehr präsent, gewann viele Zweikämpfe und verlor kaum einen Ball. Allerdings musste Farnerud eben nach rund einer Spielzeit angeschlagen und mit grosser Platzwunde am Kopf ausgewechselt werden. «Ich habe leichte Kopfschmerzen und weiss nicht genau, wie das passiert ist», sagte Farnerud, dessen Wunde hatte genäht werden müssen. Er trug einen imposanten Turban. Laut seinem Trainer Christian Gross dürfte Farnerud übermorgen gegen Thun eingesetzt werden können.

Christian Gross freute sich ebenfalls über die «ausgezeichnete kämpferische Vorstellung» der Seinen. «Wir waren defensiv stark», sagte Gross. Im Rückspiel auf dem Berner Kunstrasen rechnet sich der YB-Coach gute Chancen aus: «Wenn David Degen wieder dabei sein kann und Emmanuel Mayuka mit seiner Schnelligkeit vielleicht anfängt, werden wir den Gegner mehr in Bedrängnis bringen können.»

Gross erklärte, er sei überzeugt, die Gruppenphase der Europa League erreichen zu können. «Aber selbstverständlich sind wir uns bewusst, dass ein 0:0 kein optimales Resultat ist und auch gefährlich sein kann. Wir müssen mehr Sorge zum Ball tragen und in der Offensive mutiger sein.»

Raimondi als Notengeber

Frohnatur David Degen, der wegen Fussschmerzen nicht hatte mitspielen können, unterliess es unterdessen nicht, den Braga-Captain Alan wegen dessen Haarpracht und langen Zöpfen mit einem Spruch zu verabschieden. In Schweizer Dialekt rief Degen lachend und lautstark durch den Interviewraum: «Vielleicht würde er besser spielen, wenn er die Haare schneiden würde.»

Alan gab, umringt von portugiesischen Medienvertretern, gerade Auskunft über sein Befinden. «Das 0:0 ist für uns nicht ideal. YB spielte sehr defensiv und verteidigte sich gut», sagte Alan. «Das ist ein starker Gegner mit talentierten Einzelspielern. Aber wir werden im Rückspiel ein Tor erzielen und weiterkommen.»

Erwartungsgemäss sind die YB-Spieler anderer Meinung. Wollen sie die Hürde Braga am nächsten Donnerstag im Stade de Suisse überwinden, sollten sie den Ratschlag von Mario Raimondi befolgen: «Wir müssen genau gleich kampfstark sein. Aber wir sollten spielerisch noch ein wenig zulegen.» Mario Raimondi betätigte sich, aufgefordert von einem Journalisten, auch als Notengeber und verteilte die Note 5 für den Auftritt der Young Boys in Bern. Und damit lag der linke Mittelfeldspieler an diesem lauen Sommerabend in Braga genau richtig. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.08.2011, 06:25 Uhr

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9 Kommentare

thomas Berger

19.08.2011, 11:32 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Himmeltraurig nur dass unser Schweizer Fernsehen es nicht für nötig gehalten hat YB, Thun oder Sion Live am TV zu bringen. Hätte ein Zürcher Klub gespielt wäre sicher wieder 3STD darüber berichtet worden. Antworten


Emir Kobilic

19.08.2011, 12:06 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Habe das Spiel im Internet geschaut und gestaunt wie sich die YB-Abwehr v.a. in der 2.HZ bärenstark präsentiert hat. Braga hatte ein Paar Halbchancen, mehr nicht. Schade dass Farnerud raus musste, sonst wäre im Angriff noch mehr drin. Neffs 2. gelbe war lächerlich, der Schiri fiel auf eine Schauspielerei rein. Im Rückspiel liegt ein Sieg gegen ehrlich gesagt überbewerteten Portugiesen locker drin. Antworten



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