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Gross: «Vorwärtsschauen, etwas anderes gibt es nicht»

Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 01.12.2011 46 Kommentare

YB-Coach Christian Gross hat nach dem Aus im Cup im Ausland Spieler beobachtet. Nun bereitet er das Team auf das Spiel gegen Sion vor. Die Niederlage in Winterthur sei ein Schock gewesen, gibt Gross zu, bis am Sonntag müsse sie aber abgehakt sein.

1/15 Kein Erfolg in Bern: Christian Gross veränderte bei YB fast alles, aber am Ende erlitt er die wohl grösste Niederlage seiner Trainerkarriere.
Bild: Andreas Blatter

   

Autogrammstunde

YB-Spieler in Niederwangen

Donnerstagabend findet bei YB-Hauptsponsor Bauhaus in Niederwangen zwischen 17 und 19 Uhr eine Autogrammstunde mit der 1.Mannschaft der Young Boys statt. Der YB-Fanshop wird ebenfalls vor Ort sein. Er verkauft unter anderem das neue Replica-Shirt zum Aktionspreis von 19, statt
29 Franken.

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Christian Gross sitzt am Mittwochmittag im Restaurant Eleven im Stade Suisse und bestellt einen Espresso. Zuvor hat er mit Heinz Schneiter zu Mittag gegessen. Der YB-Trainer und der 76-jährige Ex-YB-Spieler, der seit dieser Saison auf Gross’ Wunsch als Teamcoach tätig ist, tauschen sich regelmässig aus. Das Gesprächsthema lag diesmal auf der Hand. Das verlorene Cupspiel vom Sonntag in Winterthur erhitzt die Gemüter in Bern nach wie vor, auch wenn der erste Sturm der Kritik mittlerweile überstanden ist. Erstmals spricht Gross direkt mit seinen Vertrauten im Klub über das 2:3 nach Penaltyschiessen. Er hatte am Montag eine Reise nach Polen angetreten, um Spieler zu beobachten, und war am Dienstagabend zurückgekehrt. Den Gegenwind, der ihm nach dem 2:3 in Winterthur entgegenbläst, hat er trotz Abwesenheit registriert:

«Die Leute sind zu Recht enttäuscht. Wir sind daran, die Partie aufzuarbeiten, bis zum Heimspiel gegen Sion am Sonntag muss das Cup-Aus abgehakt sein. Wir müssen vorwärtsschauen. Etwas anderes gibt es gar nicht in unserer Sportart.»

Gross selber wirkte am Sonntag nach Spielschluss enorm niedergeschlagen. Diese Niederlage sei für ihn ein Schock gewesen, gibt er zu. Zum ersten Mal in seiner Karriere als Cheftrainer war er im Cup an einem unterklassigen Gegner gescheitert. Er habe sich hinterfragt, ob die Young Boys in der Vorbereitung auf das Spiel alles getan hätten, ob er die richtige Aufstellung bestimmt habe und noch viel mehr. Winterthur habe zwar gut verteidigt. Dennoch hätten die Young Boys bereits zur Pause 2:0 führen müssen:

«Ein frühes Tor haben wir ja erzielt, doch leider wurde der Treffer von Dusan Veskovac annulliert. Zu Unrecht, wie ich meine. Wie schon beim 0:1 in Basel am Wochenende zuvor wurde uns ein korrekter Treffer aberkannt. Aber es gibt keine Ausreden. Wir hätten Winterthur ausschalten müssen, das war eine ganz heftige Niederlage.»

Drei von fünf YB-Schützen scheiterten im Penaltyschiessen. Auch unter Gross ist es den Young Boys damit noch nicht gelungen, das Bild zu korrigieren, wonach die Mannschaft in wichtigen Momenten stets versagt. YB habe auch schon entscheidende Penaltyschiessen gewonnen, hält Gross dem entgegen. Gegen Basel zum Beispiel, 2009 im Cup-halbfinal. Neue Saisonziele formuliert der Coach des Tabellenvierten nicht. Fürs Erste gehe es nur darum, die beiden letzten Vorrundenspiele gegen Sion und gegen Thun zu gewinnen.

Den Besuch eines Spiels der polnischen Ekstraklasa hatte Gross vor dem Cupachtelfinal geplant. Er hielt auch nach der Niederlage an der Reise fest und sah am Montagabend in Danzig den 1:0-Heimsieg des Tabellenelften Lechia Gdansk gegen den Dritten Ruch Chorzow. Wen er bei seiner Stürmersuche näher unter die Lupe nahm, will Gross nicht ausführen. Bei beiden Mannschaften stünden interessante Spieler im Kader:

«Wir versuchen, uns in der Winterpause optimal zu verstärken. Deshalb bin ich auch in dieser Situation nach Polen geflogen. Es bringt viel mehr, einen Spieler von der Tribüne aus zu studieren als auf einer DVD.»

Einen klingenden Namen trägt keiner der Angreifer, die Gross am Montag gesehen hat. Ilja Kaenzig, CEO der Young Boys, sagte nach dem Cup-Ausscheiden, der finanzielle Spielraum für Verpflichtungen sei knapp. Der Trainer, der sich in seiner Zeit in Basel gewohnt war, dass ihm viele und auch teure Wünsche erfüllt wurden, sagt, er stehe hinter der Transferpolitik des Vereins. Überhaupt seien die Gerüchte, wonach er und Kaenzig das Heu nicht immer auf der gleichen Bühne hätten, haltlos.

«Zwischen uns gibt es keine Missverständnisse. Wer anderes behauptet, hat unrecht.»

Dann wirft Gross einen Blick auf seine Sportuhr und bricht auf. Das Nachmittagstraining wartet. Seinen Espresso hat er nicht ausgetrunken. Die Tasse lässt er halb leer zurück – er würde sagen, halb voll. (Berner Zeitung)

Erstellt: 01.12.2011, 06:31 Uhr

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46 Kommentare

Stefan Bienz

01.12.2011, 07:59 Uhr
Melden 22 Empfehlung

Schon ein komisches Gefühl, wenn man nach den Aufwendungen der letzten Jahre bei YB das Ziel hat (haben muss), die Vorrundenspiele gegen Sion und Thun zu gewinnen. Freude an der Sache, am Spiel und am Club YB wäre auch mal ein Thema. Ich habe Herr Gross noch nie ausgiebig lachen gesehen. Wenn ich mir vorstelle, was ein HP.Latour für eine positive Energie in ein Team bringt oder bringe würde....... Antworten


Martin Hug

01.12.2011, 08:03 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Herr Gross ersparen Sie sich die teuren Reisen ins Ausland! Begutachten Sie den eigenen Nachwuchs und geben Sie diesem eine (mehrere!) Chancen. Die Saison 2011/12 ist gelaufen! Ich komme erst wieder ins Stadion wenn das Spiel von YB wieder mit Emotionen unterlegt ist! Ich bin sicher nicht der Einzige der genug hat von dem bisher gezeigten Gurkenfussball! Antworten



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