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GC – wie gebrochene Mayonnaise

Von Mario Widmer. Aktualisiert am 09.08.2011 49 Kommentare

Wir werden gegenwärtig Zeugen eines faszinierenden Phänomens: Bei den Grasshoppers gerinnt die Chemie. Ein Kommentar.

Derbe Klatsche zu verdauen: Berater Sutter, Coach Sforza, Verteidiger Bertucci (v.l.).

Derbe Klatsche zu verdauen: Berater Sutter, Coach Sforza, Verteidiger Bertucci (v.l.).
Bild: Keystone

Mario Widmer, der Doyen des Schweizer Sportjournalismus, leitete 30 Jahre lang den Sport beim «Blick» und steuerte danach als Manager die Karriere von Martina Hingis. (Bild: Keystone )

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Stand: 23.05.2012 22:13

Fussball-Diskussion

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Jeder, der schon einmal versuchte, Mayonnaise herzustellen, kennt ein grässliches, aber durchaus mögliches Resultat: Das Gemisch zerfällt in seine Einzelteile. Öl, Salz, Pfeffer, Eigelb und die Prise Senf binden sich nicht zur schönen und samtweichen Mayo, nix Emulsion, dafür eine entsetzliche Kakofonie der einzelnen Zutaten. Das passiert meist, wenn zu viele wohlmeinende Amateure gemeinsam in der Küche stehen.

GC mogelte sich in den letzten Jahren durch die Meisterschaft. Dank der zu bezweifelnden Qualität einer Liga schaffte es der Rekordmeister, eine Dummheit nach der anderen zu produzieren – und doch zu überleben. In den letzten zwei, drei Jahren, in denen die Zürcher sofort jeden Spieler verkauften, der nachweisbar bei fünf Versuchen einen verwendbaren Pass produzieren konnte, half ihnen ein zauberhaft zaubernder junger Trainer namens Ciriaco Sforza.

Ein Salat aus lauter Gurken?

Jeder weiss, dass Ciri ein genialer Fussballer war. Und was er mit seiner Begeisterung und seiner stoischen Verleugnung der Realitäten im Fussball mit dem unverkaufbaren Rest von Spielern bei GC schaffte, grenzte bei der absolut schlechten Chemie im Team an schiere Unwirklichkeit. Vielleicht aber verführte das durchaus akzeptable Resultat Sforza allerdings auch zum Irrglauben, mit lauter Gurken tatsächlich einen geniessbaren gemischten Salat herstellen zu können.

Eine Situation, in der GC jetzt offensichtlich angelangt ist. Wie das 0:6 gegen den FC Zürich bewies.

Nun, bei der Mayonnaise bleibt es oft ein Rätsel, warum die Chemie plötzlich nicht mehr stimmt. Oft führt allein die Tatsache, dass die einzelnen Bausteine nicht dieselbe Temperatur haben, zu einem fürchterlichen Resultat. Oder mit dem Ei ist etwas faul, der Emulgator tut seine Pflicht nicht.

Im Fussball gibt es keine Rätsel – ausser vielleicht der Frage, warum jeder, der neu in den bezahlten Sport kommt, mit unfassbarer Sturheit beweisen will, dass er sich sämtliche Fehler seiner Vorgänger ebenfalls erlauben kann. Wer erinnert sich schon an die zahllosen Präsidenten, die sich bei GC in den letzten 20 Jahren die Klinke in die Hand gegeben haben? Oder – wissen Sie, wie der aktuelle Chef beim Verein der Stadionlosen heisst?

Consultant Sutter für Coach Sforza

Etwas allerdings schaffte den Weg durch das Meer an Dummheiten bei GC an die staunende Öffentlichkeit: der «Geniestreich», Alain Sutter als Berater von Ciri Sforza auf die Bank zu setzen.

Zum haarigen Berner Giel mit dem Consultant-Job bei den Grasshoppers: Wie Sforza war Sutter ein genialer Fussballer. Aus was für Gründen auch immer holte Sutter aus seiner Karriere aber nicht wie Sforza das Maximum heraus, bei ihm kam es trotz all seiner hervorragenden Voraussetzungen schon eher zum Gegenteil.

Über die Gründe mag man streiten. Ich denke, der gute Alain ist einfach naiv, überdeckt dieses Problem aber geschickt mit menschlichen Qualitäten – etwa mit seiner politischen Korrektheit, die ihm auch den Job als «Experte für das Nationalteam» beim Schweizer Fernsehen gebracht hat. Ein bisschen Turnschuhe, ein bisschen Löcher in den Jeans, ein bisschen Haare auf der Brust und am Kinn sowie die absolute Überzeugung, dass jeder Fussballer, jeder Trainer immer auch hauptsächlich ein liebenswerter Mensch sei. Das ist es, was Alain Sutter für unser TV als Experten für Profifussball legitimiert.

Eigene Akzente von Präsident namenlos

Nun glaubte der neue Präsident von GC, an dessen Namen sich eben keiner erinnert, eigene Akzente setzen zu müssen. Er hörte davon, dass Alain Sutter einmal bei GC gespielt hatte und heute beim Schweizer Fernsehen als Experte gilt. «Also», dachte Präsi namenlos, «ich gebe dem gutgläubigen Ciri, der aus nichts so viel machen konnte, den guten Alain mit auf die Bank – und alles wird noch besser. Sowieso alles Dummköpfe bei Chelsea, Barcelona, Real Madrid oder Bayern München, die sich nicht schon lange die Dienste von Alain Sutter gesichert haben...»

Die Konsequenzen der gut gemeinten Tat, die sich jetzt beim 0:6 gegen den FC Zürich mindestens abzuzeichnen beginnen: Mit dem Engagement von Sutter bewies die neue GC-Führung der Welt, dass sie vom Profifussball keine Ahnung hat. Und zweitens: Die ohnehin längst gestörte Chemie in und um das Team von GC kippt jetzt ganz. Das Team sah gegen Zürich aus wie gebrochene Mayo. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.08.2011, 10:01 Uhr

49

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49 Kommentare

Patrick Steiner

09.08.2011, 10:39 Uhr
Melden 72 Empfehlung

Nun ja, Herr Mario Widmer, Ihre Zeit im Sportjournalismus scheint definitiv abgelaufen zu sein. Ich habe in den letzten Jahren selten so einen schlechten Artikel über den schweizer Fussball gelesen, mit so wenig Inhalt und Substanz. Ok, die Jahre bei Blick haben sicher ihres dazu beigetragen das man von Ihnen nicht mehr erwarten kann.
Wir werden Ende Saison sehen wo GC stehen wird!!
Antworten


Peter Müller

09.08.2011, 10:38 Uhr
Melden 66 Empfehlung

Ich denke, dass ist einer der schlechtesten Kommentare, die je in einer Zeitung gelesen habe; inhaltslos, nicht untermauert, beleidigend. Antworten



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