Fünf YB-Spieler suchen ihre Rolle in der Nati
Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 03.09.2010 3 Kommentare
Auf Plakaten macht YB-Captain Marco Wölfli in der Stadt Bern derzeit Werbung für einen Kleinwagen des Autosponsors der Young Boys. Als sich der Goalie Anfang Woche auf den Weg zum Zusammenzug der Nationalmannschaft in Feusisberg machte, war er aber froh, steht ihm auch ein grösseres Modell zur Verfügung. «Sonst wäre es tatsächlich ein bisschen eng geworden», sagt der 28-Jährige und lacht. Denn Wölfli chauffierte auch seine Teamkollegen François Affolter, Scott Sutter und Moreno Costanzo ins Trainingslager an den Zürichsee. Mit David Degen, der das Wochenende in Basel verbracht hatte, reiste gar ein fünfter YB-Spieler zum Nationalteam. Degen, Wölfli, Affolter, Costanzo und Sutter wurden von Trainer Ottmar Hitzfeld für das Testspiel gegen Australien von heute und die EM-Qualifikationspartie gegen England vom Dienstag aufgeboten.
Es ist lange her, seit so viele YB-Akteure im Nationalteam zum Einsatz kamen. Im November 1986 etwa, standen im EM-Qualifikationsspiel in Mailand gegen Italien mit Martin Weber, Jürg Wittwer, Urs Bamert und Dario Zuffi vier «Young Boys» auf dem Platz. Es war das Jahr, in dem YB seinen bislang letzten Meistertitel feierte. «Es ist ein gutes Zeichen für den Verein, stehen wieder so viele von uns im Nationalteam», sagt Wölfli.
Noch nicht Stammspieler
Noch spielen die Berner aber keine zentrale Rolle im Nationalteam. Affolter soll heute zwar90 Minuten durchspielen. Gegen England wird er jedoch hinter dem Duo Stéphane Grichting/Steve von Bergen zurückstehen müssen. Auch für David Degen, mit 10 Partien der erfahrenste YB-Spieler im Nationalteam, und für Moreno Costanzo ist im Moment nur die Rolle als Ergänzungsspieler zugedacht. Daran hat sich trotz Costanzos Siegestor bei seinem Debüt vor drei Wochen beim 1:0 in Österreich nichts geändert. Und Scott Sutter ist zum ersten Mal überhaupt im Nationalteam dabei, er dürfte heute nach der Pause zu seiner Premiere kommen. «Für mich ist das Aufgebot der nächste grosse Schritt in meiner Karriere, und ich will jetzt einfach meine ersten Erfahrungen machen», sagt Sutter. Er habe gewusst, dass Ottmar Hitzfeld ihn beobachtete, mit einem Aufgebot gerechnet habe er aber nicht. «Ich dachte, Hitzfeld würde mich vielleicht im November zum ersten Mal aufbieten. Für das Freundschaftsspiel gegen die Ukraine.» Nun aber besteht die Möglichkeit, dass Sutter auch gegen England zum Einsatz kommt. Die Geschichte ist seit den Champions-League-Qualifikationsspielen der Young Boys gegen Tottenham bekannt: Sutter ist schweizerisch-englischer Doppelbürger und verliess die «Insel» als Jugendlicher, um in der Schweiz Profi zu werden. «Bis jetzt haben sich die englischen Journalisten noch nicht gemeldet», sagt Sutter. «Aber England spielt ja am Freitag noch gegen Bulgarien. Danach erst gilt das Interesse dem Match gegen die Schweiz.»
Die Sache mit Benaglios Baby
Marco Wölfli ist ebenfalls nicht Stammspieler, auch wenn Hitzfeld heute Abend auf ihn setzt. An Diego Benaglio ist im Schweizer Tor kein Vorbeikommen. Doch da ist im Moment ja die Sache mit dem Baby: Benaglios Frau erwartet in diesen Tagen das erste Kind, und der Wolfsburg-Keeper will bei diesem Ereignis dabei sein. Selbst wenn er deshalb das England-Spiel verpasst. «Wir respektieren Benaglios Wunsch», sagt Hitzfeld. «Wenn er abreist, verfügen wir mit Wölfli über einen weiteren sehr starken Torhüter.» Wölfli gibt sich ebenfalls gelassen: «Wie es am Dienstag aussieht, beschäftigt mich nicht. Ich bereite mich immer so auf eine Partie vor, als ob ich spielen würde. Ich muss immer bereit sein.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 03.09.2010, 12:48 Uhr
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3 Kommentare
Ob Benaglio oder Wölfli. Beide haben in den bisherigen Meisterschaftsspielen nicht überzeugt, sind aber vom Talent her und auf der Linie Klassetorhüter. Vielleicht denken die Trainer daran, mit ihnen mal das Herunterholen von hohen Bällen im und ausserhalb des Torraums (beide haben darin Schwächen) zu üben. Sonst gehts besonders gegen die Engländer in die Hose. Antworten
Beide Torhüter sind für mich Klasse. Bei den seit einigen Jahren anderen Bällen ist es eben mal so, dass diese bei Flanken sehr genau aufpassen müssen. Das hat vor ein paar Jahren bei Zubi angefangen. Auch international gute Torhüter pflücken diese Bälle lange nicht mehr so runter wie früher. Ein Goali Problem haben wir definitiv nicht, eher im offensives Mittelfeld da niemand die Stürmer füttert Antworten








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