Fokussiert und fordernd
Von Fabian Ruch. Aktualisiert am 07.01.2012 1 Kommentar
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Es sind die Augen, die einen scharf fixieren. Es sind die Arme und Hände, die ständig in Bewegung sind. Und es sind die Worte, schnell und präzis gesprochen. Wer mit Christian Gross spricht, spürt die Begeisterung, die Freude, die Beharrlichkeit, mit der er seinen Job als Fussballtrainer ausübt. Treffpunkt ist am Freitagmorgen das Restaurant Eleven im Stade de Suisse, und Gross ist bald in seinem Element. 2012 wird ein wichtiges Jahr – für ihn, seine Arbeit, seinen Ruf. Er ist, wie immer, fokussiert, engagiert, leidenschaftlich, er widmet sich jedem Detail mit einer bemerkenswerten, manchmal wohl anstrengenden Besessenheit. Er fordert viel, von Spielern und Mitarbeitern, Medien und Fans. «Wir sitzen alle im gleichen Boot», sagt er einmal. Und: «Bern wünscht sich einen Titel für YB. Wir arbeiten fleissig daran.»
Bald 10000 Saisonkarten
Christian Gross weiss, dass elf Punkte Rückstand auf Basel in der Rückrunde schwierig aufzuholen sind. Aber es gibt auch eine nächste Saison. «Und in der Vorrunde war nicht alles schlecht», sagt Gross. «Klar, sind wir aus Europa League und Cup frühzeitig ausgeschieden. Aber wir waren stabil, Torhüter Marco Wölfli erhielt in einer Vorrunde noch nie weniger Gegentore. Und wir erspielten uns viele Chancen.» Aber, und jetzt spricht Gross wie im Herbst 2011, seine Akteure müssten zielstrebiger, konsequenter, dominanter auftreten.
Es gibt ja YB-Anhänger, die Gross angesichts teilweise uninspirierter Vorstellungen der Young Boys kritisch betrachten. Aber YB fasziniert, interessiert, bewegt weiter. Innerhalb der letzten Tage verkaufte der Verein fast 1000 Saisonkarten, bald ist die Marke 10000 erreicht, das ist ein besserer Wert als vor genau einem Jahr. Im Verein rechnet man mit rund 13000 Dauerkarten, wenn die Rückrunde Anfang Februar beginnt – und erneut mit über 15000, wenn im Sommer die Preise reduziert werden. Das sind fantastische Zahlen, gerade wenn man überlegt, wo YB noch vor wenigen Jahren war.
Von Gonzalez bis Vitkieviez
Aber die titellose, frustrierende Zeit schmerzt, und Gross hat eine gewisse Verzagtheit beim Berner Fussballinteressierten festgestellt. «Wir müssen mit Resultaten und Leistungen den Glauben an YB wecken», sagt er. Erleichtert registrierte der Coach, dass die Vereinsbesitzer bereit sind, ins Team zu investieren. Längst hat Gross entschieden, wen er als nicht geeignet betrachtet, den Weg mit ihm weiterzugehen. Er würde das natürlich nie so sagen. Er sagt: «Solange ein Spieler nicht verkauft ist, kann er sich aufdrängen.» Mehrere Akteure aber werden YB verlassen müssen – und der umworbene Stürmer Emmanuel Mayuka dürfte spätestens im Sommer eine hübsche Ablösesumme einbringen.
Bezüglich Zugängen wurden zuletzt über zwanzig Kandidaten gehandelt. Ernsthaft befasst man sich bei YB bekanntlich mit den jungen, begabten Venezolanern Alexander Gonzalez und Josef Martinez sowie dem talentierten kamerunischen Stürmer Yannick N’Djeng, die bald verpflichtet werden sollen – sowie Xamax-Stürmer Kalu Uche und Servettes Matias Vitkieviez, der rechts und links im Mittelfeld spielen kann. Gross bezeichnet den Nigerianer Uche und den Uruguayer Vitkieviez, der als Fussballschweizer gilt, als «interessante Spieler». Konkreter will er sich zum komplizierten Transfergeschäft nicht äussern. Er treibt den Umbau des Teams mit der ihm eigenen Entschlossenheit voran – und es kann dabei gut sein, dass Vitkieviez erst im Sommer nach Bern wechselt, dann läuft sein Vertrag aus.
Und wenn YB-CEO Ilja Kaenzig von zwei weiteren Kandidaten spricht, die in der Presse noch nicht erwähnt wurden, ist das im Sinn von Gross. Er mag Diskretion. Und freut sich aufs Trainingslager ab Mitte Januar in Südspanien. «Wir haben viel vor und werden hart und seriös arbeiten», sagt er. Es klingt nach sehr anstrengenden Tagen für die YB-Fussballer. (Berner Zeitung)
Erstellt: 07.01.2012, 11:24 Uhr
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1 Kommentar
lieber herr gross....wir sind alle überzeugt, dass sie es schaffen, evtl. schon diese saison oder dann halt die nächste, das sind neue worte, in bern haben wir noch nie gehört, dass es eine nächste saison gibt und dann alles besser wird und mit ihrem ausgezeichneten staff und der hervorragenden sportlichen leitung sollte es ein leichtes sein, unzählige titel zu holen, Antworten
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