Fifa sagt Nein zum Fortschritt

Aktualisiert am 06.03.2010

Kein Chip im Ball, keine Torkameras: Die Fifa hat technischen Hilfsmitteln im Fussball eine klare Absage erteilt.

Kein Interesse an moderner Techologie: Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke.

Kein Interesse an moderner Techologie: Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke.
Bild: Reuters

Die Fifa entschied nach einer Sitzung mit dem für Regelfragen zuständigen International Football Association Board (IFAB), «der Technik die Tür endgültig zu verschliessen», sagte Fifa-Generalsekretär Jérome Valcke. «Die Frage war, sollen wir Technik im Fussball zulassen, und die Antwort war ganz klar: Nein!», betonte Valcke auf einer Pressekonferenz in Zürich. Auf ihrer 124. Jahresversammlung am Fifa-Sitz entschied die IFAB, eine Entscheidung über den Einsatz von Torrichtern auf Mai zu verschieben.

Zwei Innovationen waren zur Debatte gestanden: Ein in den Bällen platzierter Chip und eine Tor-Kamera. Beide Lösungen sollten als Hilfsmittel im Falle von strittigen Torszenen genutzt werden können, sie vermochten jedoch die Regelhüter nicht zu überzeugen. Mit einer klaren Mehrheit wurden die Varianten abgelehnt.

Romantik statt Technik

«Wir sind der Meinung, dass die Technologie aus dem Spiel herausgehalten werden muss», sagte Fifa-Generalsekretär Valcke. Wegen etlicher Fehlentscheide von Schiedsrichtern auf höchstem Niveau – es sei das irregulär eingeleitete Tor Frankreichs in der WM-Qualifikation gegen Irland genannt – war der Ruf nach technischen Hilfsmitteln immer lauter geworden. «Fehler wird es immer geben», meinte Valcke weiter, «aber lasst uns den Fussball so erhalten, wie er ist.»

Vertagt wurde der Entscheid über die Einführung von Torrichtern. Am 17. Mai soll diesbezüglich ein nächstes Treffen stattfinden. In der Europa League werden in dieser Saison erstmals solche zusätzlichen Referees getestet. Um sich über das Pilotprojekt ein genaueres Bild zu verschaffen, will das IFAB den Rest der Europacup-Kampagne abwarten. Die Fussball-WM in Südafrika werde dieser Entscheid aber ohnehin nicht betreffen, so Fifa-Generalsekretär Valcke. (son/si)

Erstellt: 06.03.2010, 15:58 Uhr

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