FC Sion - Walliser Verschwörungstheorien

Von Peter M. Birrer. Aktualisiert am 18.05.2009 1 Kommentar

Der FC Sion wehrt sich gegen die Barrage. Nach dem 1:0 gegen Xamax und vor dem Cupfinal gegen YB demonstrieren die Walliser Kampfeslust. Und sie setzen natürlich auch Druck auf – gegen Schiedsrichter Claudio Circhetta.

Klare Machtverhältnisse: Präsident Christian Constantin (rechts) kontrolliert Didier Tholot, der zufällig gerade beim FC Sion Trainer ist.

Klare Machtverhältnisse: Präsident Christian Constantin (rechts) kontrolliert Didier Tholot, der zufällig gerade beim FC Sion Trainer ist. (Bild: Keystone)

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YB stark - Sion schwach

Claudio Circhetta hat bisher acht Spiele von Sion in der Super League gepfiffen. Die miserable Bilanz der Walliser: kein Sieg, zwei Unentschieden, sechs Niederlagen, 6:19 Tore!
YB hat unter der Leitung Circhettas erheblich besser abgeschnitten: 15 Spiele, sieben Siege, sechs Remis, zwei Niederlagen, 30:20 Tore. Allerdings waren die Berner auch mehrmals nicht zufrieden. Zum Beispiel im November 2007, beim 1:1 gegen Zürich, als Circhetta einige Fehlentscheidungen gegen YB traf – und zuletzt im März beim 1:3 in Vaduz, als der Referee vor der Pause einen klaren Penalty (plus Platzverweis gegen Torhüter Thorsten Kirschbaum) nach einem Foul an Carlos Varela nicht pfiff.
Pikant: In dieser Saison leitete Claudio Circhetta bereits zweimal YB - Sion, und beide Male siegten die Berner. Am 5.Oktober 2008 mit 5:0 in Bern, am 28. Februar 2009 mit 3:2 in Sion. fdr

Wer in Zukunft Trainer des FC Sion sein wird, weiss offensichtlich niemand im Wallis. Didier Tholot zuckt mit den Schultern: «Wir werden es sehen.» Präsident Christian Constantin sagt: «Es ist nichts entschieden.» Sicher ist inzwischen einzig, dass Tholot am 20.Mai noch Trainer sein darf, wenn Sion zum elften Mal im Cupfinal steht und in Bern auf YB trifft. Seit dem 11. April und der Finalqualifikation ist diese Partie das Gesprächsthema Nummer eins im Kanton. Aber Tholot, am 12. April als neuer Coach vorgestellt, weigerte sich hartnäckig bis am Samstagabend, sich zu äussern. Als Xamax 1:0 bezwungen war, sagte er: «Der erste Final ist gewonnen. Jetzt kommt es zum zweiten. Und nun können wir uns auch mit YB beschäftigen.»

«Alle Vorteile bei YB»

Constantin tut das seit ein paar Tagen intensiv oder besser: Er unternimmt Anstrengungen, Stimmung zu machen. Ein Dorn im Auge ist ihm vor allem die Nomination von Schiedsrichter Claudio Circhetta aus dem Baselbiet. Er hat feinsäuberlich die acht Sittener Begegnungen aufgelistet, die Circhetta seit 2006 geleitet hat. Die Bilanz nimmt er kurzerhand als These dafür, dass der Unparteiische ein Vorteil für die Young Boys sein muss: «Wir haben nie gewonnen, wenn Circhetta der Schiedsrichter war, dafür fünf rote Karten und drei Penaltys gegen uns erhalten.» Und auch deswegen steht für ihn fest: «Alle Vorteile liegen bei YB.» Sportchef Frédéric Chassot, ein treuer Wegbegleiter des Chefs, legt nach: «Der Schiedsrichter muss korrekt pfeifen.»

In Sion befürchten sie, dass ihnen künstliche Hürden in den Weg gestellt werden. Das Thema Schiedsrichter pflegen sie auf ihre eigene Weise, dass der Match auf Kunstrasen und erst noch in Bern stattfinden muss, empfinden sie als Affront. Es macht den Anschein, als würde an einer Verschwörungstheorie gestrickt. Sportchef Chassot reagierte darauf in erster Linie mit Trotz: «Wir werden sowieso mit dem Pokal nach Hause kommen.»

Das Abenteuer Cupfinal beginnt heute mit der Dislokation nach Oberhofen am Thunersee. Die Kampfeslust in Sion ist geweckt, aber intern gibt es durchaus Dissonanzen. Tholot strich beispielsweise Saborio und Dominguez aus dem Kader für das Xamax-Heimspiel. Dem Franzosen missfiel deren Einstellung. «Wer glaubt, mit Worten statt mit Taten den Unterschied machen zu können, ist fehl am Platz», sagte Didier Tholot, «es geht nicht um Einzelinteressen, sondern einzig ums Team. Gegen Xamax haben jene, die dabei waren, ihre Arbeit zu meiner Zufriedenheit erledigt».

15000 Franken Prämie

Ganz umsonst wäre es zudem nicht, würden die Sittener Fussballer auch ihren elften Cupfinal erfolgreich hinter sich bringen. Pro Spieler ist eine Prämie von 15000 Franken ausgesetzt worden. Was immer der 20.Mai aber bringt: Die Realität ist die, dass dem FC Sion ein nervenaufreibendes Saisonfinale bevorsteht. Es geht darum, den Platz in der Super League zu sichern. Andernfalls droht eine Zäsur: Das Budget von 15 Millionen müsste um gegen 50 Prozent reduziert werden. Und im Fall des Abstiegs wäre auch ein Cuppokal ein schwacher Trost. (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.05.2009, 12:09 Uhr

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1 Kommentar

Alex Heldner

19.05.2009, 00:32 Uhr
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Es wird ein sehr heisser Tanz am Mittwoch gegen YB. Daher von den Stärken der beiden Cupfinal Teams muss YB gewinnen! Aber der FC SION ist im Cup ein Mythos, die werden kämpfen, kämpfen und nochmals kämpfen. Diesem Team hat man in den letzten Wochen eingeimpft was für uns Walliser der CUP bedeutet!!! Also alle am 20. nach Bern und last uns ein Fest haben, egal wer gewinnt!!! HOPP SITTU!!! Antworten



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