«Es ist schwierig, gegen Lettland ein Tor zu erzielen»
Von Albert Staudenmann, Riga. Aktualisiert am 09.09.2009 3 Kommentare
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Die Schweiz steigt als Spitzenreiter ins drittletzte Spiel der WM-Qualifikation. Wie beurteilen Sie die Ausgangslage?
Stephan Lichtsteiner: Ein Punktgewinn kann unter Umständen weiterhelfen, aber wir peilen den Sieg an. Ich erwarte einen kampfstarken Gegner, der gut verteidigt. Es ist schwierig, gegen Lettland ein Tor zu erzielen.
Was gilt es zu tun?
Wir müssen ruhig bleiben, nach vorn spielen und auf die gegnerischen Konter aufpassen. Die Letten haben wie die Griechen gross gewachsene Spieler. Da darf man keine Freistösse zulassen. Wir müssen unsere Qualitäten zeigen – egal, ob der Gegner offensiv oder defensiv ausgerichtet ist. Griechenland begann in Basel offensiv, zog sich aber nach 20 Minuten zurück.
Ottmar Hitzfeld hat sich festgelegt, dass Sie nach der Gelbsperre ins Team zurückkehren.
Das freut mich. Ich werde versuchen, Gas zu geben. Eine meiner Stärken ist das Offensivspiel.
Sie behaben sich in Lille und bei Lazio Rom etabliert. Wie sehen Sie Ihre Entwicklung?
Die drei Jahre in Lille waren teilweise schwierig, aber schön. Die letzte Saison mit Lazio verlief traumhaft, wir gewannen den Cup. Und auch in dieser Spielzeit sind wir gut gestartet. Es kann ruhig so weitergehen.
Haben Sie sich als Spieler verändert?
Man wird älter und gelassener. In der Super League war ich ein Hitzkopf. Ich war unerfahren und wusste nicht, was auf mich zukommen würde. Aber ich bin an den Widerständen nicht zerbrochen. Nun spiele ich viel konstanter – im Klub und im Nationalteam.
Hängt das auch mit Trainer Hitzfeld zusammen?
Unter Köbi Kuhn lief es mir einmal gut, dann wieder weniger. Heute glaube ich viel mehr an meine Fähigkeiten. Als Spieler trittst du gegenüber dem Coach automatisch anders auf, wenn du weisst, wie viele internationale Titel er geholt hat. Hitzfeld kennt alle Seiten des Fussballs. Er redet nicht nur davon, sondern handelt auch danach: Wenn einer seine Leistung nicht bringt oder im Klub nicht spielt, hat er schlechte Karten und sieht seinen Platz in Gefahr.
Stufen Sie das Niveau in Italien höher ein als jenes in Frankreich?
Ja. Man steht in der Regel in jedem Spiel einem Star gegenüber und darf sich nichts erlauben. In der Serie A gibt es keine leichten Siege, auch gegen die vermeintlich kleinen Mannschaften nicht. Ich spiele aber lieber gegen Milan, Inter und Juventus.
Welches war bisher Ihr bester Gegenspieler?
Antonio Cassano (Sampdoria). Mit ihm habe ich ein grosses Duell gehabt. Er ist ja bekanntlich ein Hitzkopf, so wie ich früher einer war (lacht). Manchmal sieht man ihn eine Stunde nicht, dann lässt er einen alt aussehen.
Wie beurteilen Sie das Niveau des Schweizer Teams?
Es ist von grossem Wert, dass viele von uns in den besten Ligen Stammspieler sind. Da kann man auf höchstem Niveau Erfahrungen sammeln.
Haben Sie einen Glücksbringer?
Ja, ich habe zwei. Eine Kette und ein Geschenk eines Lazio-Fans.
(Berner Zeitung)
Erstellt: 09.09.2009, 12:58 Uhr
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3 Kommentare
Lichtsteiner hat sich fussballerisch und menschlich weiter entwickelt. Wenn man seine "hitzigen" GC-Einsätze mit seiner heutigen Spielweise vergleicht, sind dies Welten. Glücklicherweise war sein Fehlen (ungerechtfertigte gelbe Karte im Moldawienspiel) gegen GR nicht matchentscheidend. Er wird heute über rechts für viel Zug sorgen und das berühmte (positive) Zünglein an der Waage spielen. Antworten
Also Hr. Lichtsteiner wenn es schwierig ist gegen Lettland ein Tor zu erzielen, dann würde ich gar nicht erst mit Süd-Afrika liebäugeln. Ich glaube erst dort wird man auf Gegner stossen, gegen die es in der Tat schwierig sein wird ein Tor zu erzielen. Und Herr an Herrn Kocher: "Lichtsteiner hat noch nie das Zünglein an der Waage gespielt; im Gegenteil; bei ihm muss man immer zittern!! Antworten
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