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«Er ist seinen Gegenspielern gedanklich weit voraus»

Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 08.03.2012 29 Kommentare

Wenn Lionel Messi loslegt, sind seine Gegner überfordert und ratlos. Experten wie Günter Netzer erklären gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet, was den Argentinier auszeichnet.

1/11 Lionel Messi strahlt übers ganze Gesicht.
Bild: Keystone

   

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Ist er ein Fussball-Messias? Ist er ein Fussball-Gott, wie sein Vorgänger Diego Armando Maradona genannt wurde? In der Champions League hat Lionel Messi einen Rekord aufgestellt. Noch nie hat ein Spieler in einer Partie der Königsklasse fünf Tore erzielt. Der Schweizer Internationale Eren Derdiyok dürfte die Nase von Messi gestrichen voll haben. Messi erzielte gegen seine Leverkusener in der Champions League beim 3:1 in Deutschland und beim 7:1 in Barcelona insgesamt sechs Tore. Vor einer Woche erzielte Messi beim 3:1-Sieg gegen die Schweiz alle Treffer. Und Derdiyok war dreimal als Aktiver hautnah dabei. «Ja, das ist sicherlich bitter und frustrierend für Eren», sagt Luzern-Trainer Murat Yakin. Aber gegen Messi sei einfach kein Kraut gewachsen. «Er ist seinen Gegenspielern auch gedanklich weit voraus. Das nenne ich Intelligenz. Er kann auch im höchsten Tempo ein Spiel noch glasklar lesen und besitzt die totale Übersicht, weil er technisch perfekt ist und mit dem Ball null Probleme hat. Und dann fällt er auch blitzschnell die richtigen Entscheidungen», sagt Yakin.

«Er arbeitet auch fürs Kollektiv»

Es gibt bei Messi aber auch eine Kehrseite der Medaille: Mit der argentinischen Nationalmannschaft hat der dreifache Weltfussballer des Jahres noch überhaupt nichts gewonnen. «Die argentinische Nationalmannschaft spielt einen komplett anderen Fussball», sagt Yakin, der schon Trainingsgast in Barcelona war. Dort habe Messi auch nicht Weltklassespieler wie Iniesta oder Xavi neben sich. Barcelona sei ein perfekt eingespieltes Kollektiv, in dem sich Messi seine Freiheiten herausnehmen dürfe. «Doch auch in seinen Freiheiten ist er sehr diszipliniert, nutzt diese nicht für seine eigene Show, sondern für die Mannschaft. Messi ist sehr effizient, weil er blitzschnell die richtigen Entscheidungen fällt.»

«Mir imponiert auch Messis menschliche Klasse

«Man kann sich langsam getrost die Frage stellen, ob Messi nicht jetzt schon der Grösste aller Zeiten ist», sagt Experte Günter Netzer. Bisher sei für ihn Pelé der kompletteste Fussballer gewesen. «Seit Jahren ist Messi der Beste, besser als Ronaldo, besser als alle anderen», so Netzer. Beeindruckend sei die Konstanz, die Messi in jedem Spiel auf den Rasen bringe. «Er bricht einfach nicht ein, weil er auch mental stark ist und sich durch nichts destabilisieren, schon gar nicht erschüttern lässt», lobt der deutsche Weltmeister. Messi sei aber auch neben dem Rasen, im Gegensatz zu dessen Landsmann Maradona, ein grossartiger Mensch. «Er ist bescheiden und geht ohne Skandale durchs Leben. Er nimmt seine Vorbildfunktion wahr. Messi hat einen feinen Charakter. Und das macht ihn zu einem ganz Grossen. Er hat menschliche Klasse und Stil.»

«Er ist ein Solist, aber kein Egoist»

GC-Trainer Ciri Sforza attestiert Messi Ehrgeiz, Wille, Bereitschaft und Leidenschaft. «Er ist nie zufrieden. Messi will sich stets weiterentwickeln, auch wenn er längst der Beste auf der Welt ist. In Barcelona habe Messi auch ein Umfeld, in dem er sich geborgen fühle. «Wenn er für Barça aufläuft, spürst du förmlich, wie er sich am Fussball freut.» Barcelona sei für Messi seine Familie. Auch wenn er zu einem sogenannten Freundschaftsspiel antrete, gebe er alles. Das jüngste Beispiel mit seinen drei Toren für Argentinien gegen die Schweiz in Bern habe das eindrücklich bewiesen. «Messi ist ein Solist, aber kein Egoist. Er fügt sich auch ins Kollektiv ein. Und deshalb hat er in der Mannschaft keine Neider. Auch die spanischen Weltmeister wie Xavi und Iniesta arbeiten für ihn», führt Sforza aus. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.03.2012, 12:42 Uhr

29

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29 Kommentare

chrigu kläy

08.03.2012, 13:17 Uhr
Melden 23 Empfehlung 0

Anzuführen ist noch, dass Messi nicht bei jeder kleinen Berührung eines Gegenspielers hinfällt und weinnt wie ein kleiner Bub. Davon könnte sich vorallen Ronaldo aber auch fast alle anderen ein Stück abschneiden.
Messi zu zusehen ist einfach schön auch wenn ich sonst nicht viel von Fussball halte.
Antworten


Karl Eigenmann

08.03.2012, 15:25 Uhr
Melden 23 Empfehlung 0

Die Olympischen Sommerspiele 2008 gewonnen zu haben, ist also "überhaupt nichts" - was für eine Ignoranz! Warum das einzige grosse, interkontinentale Fussballturnier, bei welchem die FIFA nichts mitverdient, auch von Presse und sog. Experten permanent verschmäht wird, bleibt mir ein Rätsel... vielleicht klärt mich jemand auf... Antworten



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