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Engelsgesicht in Europa, Fratze in der Schweiz

Von Fabian Ruch. Aktualisiert am 24.11.2012 2 Kommentare

Nach dem glanzvollen Auftritt in Liverpool steht YB vor fünf wegweisenden Spielen in allen drei Bewerben innerhalb von zwei Wochen. Und gesucht wird weiter der neue Sportchef.

In überragender Verfassung: Der argentinische YB-Stürmer Raul  Bobadilla überzeugte auch beim 2:2 in Liverpool. Er schoss ein herrliches Tor an der Anfield Road.

In überragender Verfassung: Der argentinische YB-Stürmer Raul Bobadilla überzeugte auch beim 2:2 in Liverpool. Er schoss ein herrliches Tor an der Anfield Road.
Bild: Keystone

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Ausgangslage in der Europa League

Eine Niederlage kann reichen Die Ausgangslage in der Gruppe A der Europa League ist sehr spannend. Anschi Machatschkala (10 Punkte) führt vor Liverpool und YB (je 7 Punkte) und ist für die Sechzehntelfinals qualifiziert – während Udinese (4 Punkte) ausgeschieden ist. Entscheidend ist bei Punktgleichheit eben nicht das Torverhältnis, als erstes Kriterium zählen die Direktbegegnungen. YB ist Zweiter, wenn die Berner ihr letztes Spiel gewinnen und Liverpool nicht.

Am letzten Spieltag am 6.Dezember (YB - Anschi und Udinese - Liverpool) reicht den Young Boys kurioserweise ein Sieg möglicherweise nicht fürs Weiterkommen, eine Niederlage vielleicht aber schon. Gewinnen YB und Liverpool nämlich, haben beide Teams wie Anschi am Ende 10 Punkte. Dann würden alle Direktbegegnungen zwischen den drei Teams zählen. Und da sähe die Bilanz so aus:

1. Liverpool 7 Punkte. 2. Anschi 6. 3. YB 4. – Die Young Boys wären als Dritter ausgeschieden.

Verlieren aber YB und Liverpool, hätten sie wie Udinese 7 Zähler. Und das Ranking aus den Direktbegegnungen sähe so aus:

1. YB 7 Punkte. 2. Udinese 6. 3. Liverpool 4. – Die Young Boys wären Zweiter. Verliert Liverpool, ist YB also sicher weiter.

Der gelb-schwarze Betriebsausflug nach Liverpool geriet zur imposanten Party, Fussball-Bern feierte nach dem tollen 2:2 der Young Boys in der Europa League am Donnerstagabend beim FC Liverpool bis weit in die Nacht in der englischen Stadt. Sponsoren und Familienmitglieder stiessen zur YB-Delegation ins Hotel, und in den Pubs und Clubs Liverpools bewiesen die Anhänger des Vereins ihre Stimmgewalt und Trinkfestigkeit. Über 2500 mitgereiste Fans hatten zuvor an der Anfield Road einen fantastischen Support geleistet. Und YB-Präsident Werner Müller, der neue starke Mann im Betrieb, meinte: «Es war ein wunderschöner Abend und eine grosse Leistung unseres Teams. Wir sind stolz.»

Man könnte ob all dieser Freude und Glückseligkeit fast meinen, die Young Boys würden sich im Höhenflug befinden.

Rueda braucht Resultate

Der gestrige Kater aber dürfte viele YB-Anhänger wieder in die Realität geführt haben. Und sonst reicht ein Blick auf die Tabelle der Super League, um die ernüchternde Wirklichkeit zu erkennen: Die Young Boys stehen in der Liga katastrophal da, das Spitzenquartett GC, St.Gallen, Sion und Basel ist weit enteilt. «Unser Kerngeschäft ist die Super League», hat Trainer Martin Rueda oft betont. «Aber wir geniessen die Erfolge in Europa.»

Die Berner Fussballer präsentieren im Europacup regelmässig ihr Engelsgesicht und verblüffen mit starken Vorstellungen. Im helvetischen Ligabetrieb aber ist häufig bloss eine Fratze zu erkennen. Die Rückschläge haben dazu geführt, dass Martin Rueda unter Druck geraten ist. Der Trainer arbeitet gewissenhaft und ist im Verein beliebt, letztlich aber auf bessere Resultate angewiesen. In den drei Ligapartien innerhalb einer Woche nun in Lausanne sowie zu Hause gegen Luzern (Nachtragsspiel) und Sion steht Ruedas Arbeit auf dem Prüfstand. Danach folgen Anfang Dezember vor der Winterpause noch der Auftritt in der Europa League gegen Anschi sowie der Cupachtelfinal beim FC Wil.

Immerhin: Nach der Entlassung des CEO Ilja Kaenzig Ende Oktober ist es im Stade de Suisse ruhiger geworden. Im Januar aber muss das schlecht zusammengestellte Kader optimiert werden. Zudem deutet sich ein Abgang des überragenden Torjägers Raul Bobadilla an. Stimmt der Preis, dürfte YB den Argentinier ziehen lassen. Bobadilla ist nach 5 Runden mit 5 Treffern zweitbester Europa-League-Torschütze hinter dem uruguayischen Weltklassestürmer Edinson Cavani von Napoli, der sechsmal getroffen hat. Vorkämpfer Bobadilla hat übrigens auch am meisten Fouls aller Europa-League-Akteure begangen (19).

Fredy Bickel ist Topkandidat

Hinter den Kulissen suchen die Young Boys zudem weiter einen Sportchef, der die Kaderplanung vorantreiben und YB in eine bessere Zukunft führen soll. Martin Andermatt, der ehemalige YB-Trainer, und Oliver Kreuzer, Sportdirektor beim deutschen Drittligisten Karlsruhe, sollen Kandidaten sein. Thuns Sportchef Andres Gerber und der ehemalige YB-Sportchef Alain Baumann, die das Jobprofil erfüllen würden, sind dagegen nicht kontaktiert worden. Und sowieso ist zu vernehmen, dass der 47-jährige Fredy Bickel, einst bereits als Sportchef bei YB tätig, Topfavorit ist. «Wir nehmen keine Stellung zu Gerüchten», sagt YB-Präsident Werner Müller. «Wir nehmen uns genügend Zeit, diese wichtige Stelle neu zu besetzen.»

Fredy Bickel ist beim YB-Anhang immer noch sehr beliebt, sein Vertrag als Sportchef des FC Zürich aber läuft bis 2014. Beim FCZ werden heftige Machtkämpfe ausgetragen, zudem hat der vorher ausgezeichnete Ruf Bickels nach einigen Fehltransfers zuletzt gelitten. (Berner Zeitung)

Erstellt: 24.11.2012, 13:24 Uhr

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2 Kommentare

Hans-Rudolf Fischer

25.11.2012, 16:25 Uhr
Melden 1 Empfehlung 0

Bobadilla hat auf unsern Fussballplätzen nichts mehr zu suchen. Nach einer weiteren Entgleisung im Auswärtsspiel gegen Lausanne, gibt nur eines: Verkauf. Fussballerisch sicher einer der Besten, charakterlich aber miserabel. Seine Aussetzer schaden zudem dem Image von YB. Antworten



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