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Ende mit Schrecken in bizarrem Spektakel

Von Fabian Ruch. Aktualisiert am 29.08.2011 14 Kommentare

YB hat die «Woche der Wahrheit» völlig verpatzt – und auch gegen Zürich 2:3 verloren. Die glücklosen Berner erhielten zwei Gegentore in den Schlussminuten und stecken in der Ergebniskrise.

Grenzenlose Enttäuschung: Die Spieler der Young Boys sind nach der 2:3-Niederlage gegen den FC Zürich restlos bedient.

Grenzenlose Enttäuschung: Die Spieler der Young Boys sind nach der 2:3-Niederlage gegen den FC Zürich restlos bedient.
Bild: Andreas Blatter

Die Veranstaltung bot Stoff für zahllose Geschichten, und man weiss kaum, womit zu erzählen beginnen. Vielleicht mit der Torfolge: 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 2:3. Das allein hört sich schon nach bester Unterhaltung an, doch richtig abenteuerlich wird es erst, wenn man die Spielminuten der Treffer erwähnt. Der FC Zürich erzielte also in der 74.Minute den 1:1-Ausgleich, YB gelang in der 83.Minute das 2:1, doch der FCZ konterte in der 84. und in der 92. Minute! Möglicherweise lohnt es sich aber, zuerst die zahlreichen glänzenden Chancen zu nennen, den Lattenschuss von Zürich Stürmer Alexandre Alphonse beispielsweise kurz vor der Pause – oder den Lattenkreuzstreifschuss von YB-Offensivkraft Raphael Nuzzolo, der dabei gleich nach dem Seitenwechsel das leere Tor nicht traf. Zürichs Dusan Djuric scheiterte aus bester Position ebenso kläglich wie der Berner Emmanuel Mayuka.

Vier Tore nach Eckbällen

YB und der FCZ lieferten sich am Sonntagnachmittag ein fehlerhaftes, bizarres Spektakel, das auch 4:3, 3:3 oder 3:4 hätte enden können. Es war eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle, spannend und unterhaltsam für die rund 22000 Zuschauer im Stade de Suisse, ungesund für die Nerven der Trainer. «Die Leute im Stadion amüsierten sich bestimmt gut», sagte ein erleichterter FCZ-Coach Urs Fischer, während sein Gegenüber Christian Gross meinte: «In den letzten 15 Minuten fehlte uns die Frische.» Die Fussballlehrer waren sich in ihrer Analyse eher nicht einig, beide sprachen von der Überlegenheit ihrer Teams in der ersten Halbzeit und den defensiven Schwächen bei Standardsituationen. Tatsächlich fielen gleich vier Tore nach Eckbällen. Alain Nef war zweimal mit dem Kopf für YB erfolgreich, doch in der turbulenten Schlussphase reüssierten auch die Zürcher zweimal nach einem Corner. Zuerst, und das passte zu dieser Begegnung, lenkte YB-Verteidiger François Affolter den Ball mit der Schulter ins eigene Tor, und beim Siegestor in der Nachspielzeit war Alphonse flinker als alle schläfrigen Berner, die im und um den Fünfmeterraum versammelt waren. «Wenn man in der 83.Minute in einem Heimspiel das 2:1 erzielt, muss man die Partie gewinnen», sagte Gross verärgert.

Und so verhinderten die ambitionierten Zürcher in extremis die fünfte Niederlage im siebten Saisonspiel. Sie stehen jetzt mit neun Punkten im prominent besetzten Mittelfeld – wie die gleichfalls bescheiden platzierten Titelrivalen Basel und YB. Die Berner wurden gestern von ihrem Anhang nach dem Ende mit Schrecken mit einem gellenden Pfeifkonzert entlassen. Und natürlich gibt es viele Dinge, die derzeit bei den Young Boys nicht stimmen. «Wir sind nicht konsequent und dominant genug», sagte Gross. «Aber wir gehen unseren Weg jetzt weiter. Es gibt viel zu tun und viel zu verbessern.»

Offensivspieler treffen nicht

Die Lage zumindest ist für YB nach den völlig verpatzten letzten Tagen bereits ein wenig ungemütlich. Zur «Woche der Wahrheit» hatte Gross die Heimauftritte gegen Thun (0:2), Braga (2:2) und Zürich (2:3) ausgerufen. Die Bilanz ist mit zwei Niederlagen und einer gefühlten Niederlage im Europa-League-Playoff-Rückspiel gegen Braga desolat: kein Sieg, aber gleich sieben Gegentore; keine Punkte in der Liga; frühes, unglückliches Ausscheiden im Europacup; Rang 6 in der Super League – schon sechs Punkte hinter Leader Luzern; fehlende Treffsicherheit der Offensivabteilung.

Das Zwischenzeugnis der unter Druck stehenden Young Boys ist mies. Es gibt Baustellen in der unkonzentrierten Defensive wie in der harmlosen Offensive. Der Kader ist riesig, aber auf hohem Niveau agiert einzig der Schwede Alexander Farnerud. Und doch ist der gewohnheitsmässig hektische Verein gut beraten, die Ruhe zu bewahren. (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.08.2011, 06:30 Uhr

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14 Kommentare

Manfred Stierli

29.08.2011, 11:30 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Für mich war klar, dass man mit dem Trainer-Wechsel und den neuen Spielern nicht grad in der ersten Saison einen Titel erwarten darf. Aber was haben wir denn jetzt? Man hat unter Petkovic attraktiv und relativ erfolgreich (EL) gespielt. Jetzt spielt man unattraktiv und erfolglos aber das Schlimmste ist, dass es von Spiel zu Spiel statt besser, eher schlimmer wird. Antworten


Eric Müller

29.08.2011, 07:06 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Man durfte von Gross' Engagement erwarten, dass YB unattraktiven Ergebnisfussball spielt. Unattraktiv trifft zu, eine so ideen- und konzeptlose Mannschaft hab ich seit der Ära Rohr nicht mehr gesehen. Leider können wir uns auch nicht mit positiven Ergebnissen trösten. Da ist einfach nichts !! Und ein solch meisterliches Publikum verdient diese Mannschaft nicht ! Schämt Euch ! Antworten



Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 23:58
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Keine Daten vorhanden
Roland Garros
27.05EndeCipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 6:3 2:6
Stand: 27.05.2012 16:09
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0516:15Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0512:15Federer - Kamke
28.0513:30Djokovic - Starace
Stand: 25.05.2012 15:24
Keine Daten vorhanden
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