Einer wie Degen, aber für die linke Seite
Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 20.01.2012 2 Kommentare
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Kein Berner Interesse an Xamax-Spielern
Scheinbar ungerührt setzt die Mannschaft von Neuenburg Xamax nach dem Lizenzentzug durch die Swiss Football League ihr Trainingslager in Dubai fort. Dabei würde für die Spieler keine Verpflichtung mehr bestehen, den Klubdress zu tragen: «Unter diesen Umständen, den ausstehenden Löhnen und dem Ausschluss aus der Meisterschaft, sind die rechtlichen Voraussetzungen für die Spieler gegeben, ihren Vertrag zu kündigen. Ihr Arbeitgeber kommt seinen Verpflichtungen ja nicht mehr nach», sagt YB-CEO Ilja Kaenzig. Die Spieler könnten so ablösefrei zu einem anderen Klub wechseln. Zu YB wird laut Kaenzig kein Neuenburger stossen. «Unser Scout Ingo Winter hat Xamax 13-mal beobachtet. Nur ein Spieler würde unserem Anforderungsprofil entsprechen, doch der ist zu teuer.»
Kaenzig meint den Nigerianer Kalu Uche – mit sechs Treffern bester Xamax-Torschütze. Auch der FC Thun habe nicht vor, einen Xamax-Spieler zu verpflichten, sagt Sportchef Andres Gerber. «Das kommt vom Budget her nicht infrage. Vor allem aber haben wir bereits eine sehr gutes Team und keinen Bedarf.» Dafür wird Sion mit einigen Xamax-Spielern in Verbindung gebracht. Sébastien Wüthrich soll gerüchteweise schon im Wallis unterschrieben haben. Auch Mickaël Facchinetti und Vullnet Basha sollen auf Präsident Christian Constantins Liste stehen.
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Der Kanadier Josh Simpson hatte gestern einen langen Tag. Frühmorgens absolvierte der 28-Jährige in Bern die medizinischen Checks, dann setzte er seine Unterschrift unter einen Vertrag, der ihn bis Sommer 2015 an die Young Boys bindet, und nach einem Interview für die Klubwebseite reiste der Mittelfeldspieler mit seinen neuen Teamkameraden ins Trainingslager nach Cala de Mijas bei Malaga in Spanien.
Simpson hatte zuletzt für Maniaspor in der höchsten Liga der Türkei gespielt und in der letzten Saison zwölf Tore erzielt. In der Vorrunde der laufenden Spielzeit kam er in 17 Partien auf zwei Treffer. Wegen ausbleibender Lohnzahlungen kündigte Simpson im Winter seinen Vertrag. «Wir mussten die Gelegenheit packen und uns rasch entscheiden, ob wir ihn verpflichten wollen. Das haben wir getan», sagt YB-CEO Ilja Kaenzig.
Konkurrenz für Nuzzolo
Simpson, der in der Nähe von Vancouver aufwuchs, spielt seit 2004 in Europa. Zunächst in England für Millwall (bis 2006), danach bis 2009 und dem Wechsel in die Türkei für Kaiserslautern in der 1. und 2.Bundesliga. Der kanadische Nationalspieler (42 Einsätze) spricht daher sehr gut Deutsch.
Nach den Venezolanern Alexander Gonzalez und Josef Martinez sowie Matias Vitkieviez ist Simpson der vierte YB-Zugang in diesem Winter. Wie Vitkieviez ist Simpson wegen seiner Schnelligkeit und Stärke in den Dribblings für das Spiel am Flügel vorgesehen. Allerdings als Linksfuss auf der linken Seite. Kaenzig reagiert daher fast empört auf die Frage, ob die Young Boys mittlerweile nicht über zu viele Mittelfeldspieler verfügen: «Nein, es sind nicht zu viele. Wir brauchten einen Linksfüsser. Einen, der so spielt wie David Degen auf der rechten Seite.» Vitkieviez soll Degen konkurrieren, links sollen sich Raphaël Nuzzolo und Simpson einen Zweikampf liefern – so die Vorstellung von Trainer Christian Gross. Ganz schwierig, darin seinen Platz zu finden, wird es für Mario Raimondi, und es ist nicht ausgeschlossen, dass der dienstälteste YB-Feldspieler in Bern keine Zukunft hat.
«Tag und Nacht» auf der Suche
Ungewiss ist nach wie vor auch der Verbleib von Scott Sutter. Auf seiner Position als Rechtsverteidiger genoss in der Vorrunde Elsad Zverotic bei Trainer Gross den viel grösseren Kredit. Nun ist mit Gonzalez ein weiterer Konkurrent dazugekommen. Auf einen Wechsel oder zumindest eine Ausleihe drängt auch Innenverteidiger François Affolter, der seinen Platz im U-21-Nationalteam und damit die Olympiateilnahme aufgrund fehlender Einsätze gefährdet sieht. Und Stürmer Marco Schneuwly, der zu Thun wechseln möchte, muss sich gedulden, bis YB auch im Angriff eine neue Kraft verpflichtet hat. «Tag und Nacht» sei er auf Stürmersuche, sagt Kaenzig. «Es ist die komplizierteste Aufgabe, und es ist kein Wunder, dauert sie am längsten, denn jeder Klub ist auf der Suche nach einem guten Angreifer.» Die Erwartungshaltung in Bern macht es für Kaenzig nicht einfacher: Anhänger und Medien erwarten einen namhaften Zuzug, obwohl die finanziellen Mittel nicht unbegrenzt sind und die Übernahme von Spielern vom Kaliber Kalu Uches daher ausser Reichweite liegt. Dennoch wollen die Young Boys möglichst rasch einen neuen Stürmer präsentieren.
Finanziell entlasten soll den Klub der bevorstehende Abgang von Emiliano Dudar. Der amerikanische Klub D.C.United aus der Hauptstadt Washington will den Verteidiger verpflichten. Der Argentinier fliegt am Wochenende in die USA und soll nach den medizinischen Untersuchungen einen Vertrag unterschreiben. Das Israel-Engagement von Hassan Lingani, der ebenfalls nicht mehr für YB auflaufen wird, hat sich hingegen zerschlagen. Auch Bellinzona hat das ursprüngliche Interesse am Verteidiger aus der Elfenbeinküste nicht bekräftigt. (Berner Zeitung)
Erstellt: 20.01.2012, 08:11 Uhr
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2 Kommentare
Super!Schon(wieder)4Transfers+noch kein Stürmer der YB wirklich weiterhilft!Dafür reicht jetzt scheinbar
das Geld nicht mehr für z.B. Uche oder Petric!Hat es nicht kürzlich hier noch geheissen, dass beträchtliche Mittel vorhanden seien?!Wo sind Sie jetzt?War das schon ALLES!Herr Rihs hat doch kürzlich gesagt,dass
er ausnahmsweise 1-2 Supertransfers sponsern wolle?Wann?So wird YB NIE ein Meister!
Antworten
...bereits beim Spiel gegen Basel wird man sehen, ob sich YB bzw. die "hochqualifizierten" Talentspäher sowie der Obereinkäufer Ilja mit Perlen oder Schrott eingedeckt haben. Das jedemfalls bringt eine Menge Spannung in's Wankdorf und dafür kann man dankbar sein!!! Antworten
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