Ein wenig Fink, ein wenig Löw, aber ganz Vogel
Ein Kommentar von Alexander Kühn. Aktualisiert am 08.12.2011 56 Kommentare
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Alexander Kühn, Sportredaktor Bernerzeitung.ch/Newsnet.
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FCB-Vizepräsident Bernhard Heusler könnte sich auf einfache Weise zum grossen Gespött an der Basler Fasnacht machen. Dann nämlich, wenn er Heiko Vogel nicht vom Interims- zum Cheftrainer der Rot-Blauen befördert. Da Heusler ein Mann mit grossem Sachverstand ist und Vogel schon nach dem Abschied von Thorsten Fink ein wenig überraschend die Führung der Mannschaft überliess, ist dieses Szenario aber eigentlich undenkbar.
Hätten die Fans in Basel das Sagen, würde Vogel zum Vertrag sogar noch ein grosses Läckerli bekommen, eine Tribüne, die seinen Namen trägt etwa. Sir Alex Ferguson, der mit Manchester United gegen Vogels Basler den Kürzeren zog, nennt eine solche bereits sein Eigen. Er erhielt sie Anfang November als Geschenk zu seinem 25. Dienstjubiläum beim englischen Meister.
Taktisches und psychologisches Geschick
Heiko Vogel hat wie einst Ferguson bewiesen, dass man kein grosser Fussballer gewesen sein muss, um ein grosser Trainer zu werden. In dieser Rolle sind andere Qualitäten gefragt: taktisches und psychologisches Geschick etwa oder Motivationskunst und die Gabe, der Mannschaft Harmonie und Geschlossenheit zu vermitteln. Von all dem hat Vogel reichlich. Seine Bilanz legt gar den Schluss nahe, dass er vielleicht noch besser ist als sein Vorgänger Fink, wobei dieser auch in Deutschland Erfolg hat und aus dem verunsicherten Bundesliga-Kellerkind Hamburger SV in wenigen Wochen wieder eine geachtete Truppe gemacht hat.
Finks Nachfolger spielt beim FCB jene Rolle, die beim deutschen Nationalteam Joachim Löw – auch er nie ein weltberühmter Fussballer – innehat. Er ist der Mann, der vom Assistenten und akribischen Arbeiter im Hintergrund scheinbar mühelos die Verwandlung zum Messias geschafft hat. Basel spielt unter Vogel noch erfolgreicher als unter Fink, Deutschland ist nach Jürgen Klinsmanns Abschied unter Löw zur besten Mannschaft der Welt neben den Spaniern gereift.
Streller und Frei sind unter Vogel schlicht unbezahlbar
Unter Vogels Fittichen bestechen Marco Streller und Alex Frei, die beiden Torschützen gegen Manchester United, mit einer Glanzform, die sie zu einem Sturmduo macht, um das den FC Basel halb Europa beneidet. Gestern dürfte Alex Ferguson seine Offensivkräfte Wayne Rooney und Nani spätestens nach Freis 2:0 in der 84. Minute gegen die beiden FCB-Angreifer ausgetauscht haben, wenn er denn gekonnt hätte.
Streller und Frei, im Nationaltrikot oft von den eigenen Landsleuten ausgepfiffen, sind nun die fussballerischen Überflieger der Nation. Ihre Treffer in der Champions-League-Finalissima lösten in Zürich oder Bern den gleichen Jubel aus wie in Basel. Wir waren am Mittwochabend zwar nicht Papst wie die Deutschen nach der Wahl Benedikt des XVI., aber immerhin FCB. Und das ist eine ganze Menge wert.
FCB-Trikots statt Petarden
Vielleicht hilft der Erfolg der Basler sogar ein wenig dabei, die Gräben zwischen den Fussballfans in der Schweiz zuzuschütten. Es wäre schön, wenn sich die Anhänger beim nächsten Hochrisikospiel in der Super League nicht mit Petarden, sondern mit FCB-Trikots bewerfen würden. Schliesslich steht Weihnachten vor der Tür, und Rot-Blau ist die Trendfarbe des Winters.
Erstellt: 08.12.2011, 06:56 Uhr
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56 Kommentare
Bin zwar Fan vom FC Zürich, aber neuerdings auch vom FCB. Sie spielen tollen Fussball, haben die besseren Fans und einen unglaublichen Trainer,der durch Menschlichkeit und Bescheidenheit, alles für seine Spieler und seinen Verein tut. Das "isch en geile Siech",symphatisch und humorvoll. Wenn ich Ihn sehe kriege ich direkt gute Laune. Er soll unbedingt beim FCB bleiben, obwohl er nur Deutscher ist. Antworten
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