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Ein Spiel für die Fans, nicht für die Trainer

Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 12.12.2011 15 Kommentare

Das erste Berner Derby in der neuen Thun-Arena hat Spannung und Spektakel geboten. Auch weil Thun und YB einander gewähren liessen. Mit dem 1:1 zum Abschluss der Vorrunde konnten die Gastgeber aus Thun besser leben als die Gäste aus Bern.

1/5 Der Thuner Dario Lezcano (links) im Kampf um den Ball gegen den Berner Pascal Doubai.
Bild: Keystone

   

(Video: TeleBärn)

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Mit einem 1:1 im Direktduell haben sich der FC Thun und die Berner Young Boys in die Winterferien verabschiedet. Ausgerechnet Christian Schneuwly, der im Sommer für eine Saison von YB an die Thuner ausgeliehen worden war, gelang in der 9.Minute mit einem präzisen Linksschuss das 1:0. Der 23-Jährige profitierte bei seinem vierten Saisontor von der starken Vorarbeit von Mauro Lustrinelli (er gewann das Kopfballduell gegen den viel grösser gewachsenen YB-Verteidiger Alain Nef) und Enrico Schirinzi.

Keine Unterstützung benötigte Nassim Ben Khalifa beim Ausgleichstreffer 17 Minuten später. Der YB-Stürmer umspielte die Thuner Stipe Matic und Kevin Bigler und schloss den Sololauf mit einem Kunstschuss aus spitzem Winkel erfolgreich ab. Die Gastgeber konnten mit dem Unentschieden nach einer spannenden und über weite Strecken attraktiven Begegnung besser leben als der Gegner aus Bern. Sie haben nach 18 Spielen mit 23 Punkten die gleiche Bilanz vorzuweisen wie nach der Vorrunde der letzten Saison. Allerdings beendet Thun das Jahr auf Platz 7 statt wie 2010 auf Rang 6.

Die Young Boys, von denen intern wie extern ungleich mehr erwartet wird als von den Oberländern, sprechen hingegen von einer «ungenügenden ersten Saisonhälfte» (Trainer Christian Gross). Zwar haben sie 2 Punkte mehr auf dem Konto als vor einem Jahr, im Rennen um den Meistertitel ist YB mit 11 Punkten Rückstand auf Basel aber gewaltig im Hintertreffen. Wie gross der Druck auf den Stadtbernern lastet, zeigte sich nach Spielschluss, als Goalie Marco Wölfli mit Mittelfeldspieler David Degen verbal aneinandergeriet. Zuvor hatte sich Degen bereits mit Kollege Dusan Veskovac ein Wortgefecht geliefert.

Pyros und Fehlentscheide

Welche Eindrücke bleiben sonst vom ersten Spiel zwischen den Kantonsrivalen in der neuen Arena Thun? Zum einen die Kulisse. Was die Affichen in der Europa-League-Qualifikation gegen Palermo und Stoke City nicht schafften, dafür sorgte das Derby gegen YB: Mit 10000 Zuschauern war das Stadion zum ersten Mal seit der Fertigstellung im Sommer ausverkauft. Dass die Atmosphäre dennoch nicht immer berauschend war, lag auch am Zünden der Magnesiumfackeln in den Fanblocks. Auf YB-Seite ist das Abfackeln der Pyros vor Jahren schon zur unguten, gefährlichen Gewohnheit geworden. Nach dem Umzug in die Arena finden nun offenbar auch einige der Thuner, dass Pyrotechnik die wahre Fankultur ausmacht.

Dabei war das Geschehen auf dem Rasen feurig genug. Bis in die Nachspielzeit besassen beide Teams die Chance auf den Sieg. Thuns Verteidiger Thomas Reinmann warf sich in den Schuss Degens. Danach parierte Wölfli einen Schuss Dario Lezcanos glänzend. In der ersten Halbzeit hatten Lustrinelli (19.Minute), Enrico Schirinzi (23.) und Matic (29.) den Torerfolg knapp verpasst. Und für YB vergab Emmanuel Mayuka vor der Pause drei hervorragende Gelegenheiten.

Zu einem Treffer kam Mayuka in der 74.Minute. Der Stürmer aus Sambia jubelte aber nur kurz, das Tor zählte wegen einer Abseitsstellung von Moreno Costanzo, der den Treffer vorbereitet hatte, nicht. Es war ein ganz heikler Entscheid des Schiedsrichters. In der ersten Halbzeit hatte Patrick Graf zweimal falsch gelegen, als er die Tore von Ben Khalifa und Lustrinelli wegen Foulspiels respektive Offside zu Unrecht annullierte.

1:1 statt 5:5

YB-Trainer Gross sah also nach der Partie in Thun erneut Gründe, sauer auf die Spielleiter zu sein, und kritisierte auch die zu kurze Nachspielzeit. Nach der Schiedsrichterschelte sagte er aber auch: «Mit diesen Möglichkeiten hätten wir das Siegtor schiessen müssen, doch uns fehlte die Abschlussstärke.» Thun-Coach Bernard Challandes gab zu bedenken, auch sein Team habe unter dem Schiedsrichterentscheid zu leiden gehabt, dann hellte sich seine Miene auf. Er lachte und sagte: «Als Trainer kann ich zwar nicht zufrieden sein: Wir machten Fehler und liessen Chancen aus. Aber es war ein tolles Spiel für die Zuschauer, das 5:5 hätte enden können.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.12.2011, 06:38 Uhr

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15 Kommentare

Werner Kenzig

12.12.2011, 11:39 Uhr
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Die Leistungssteigerung dürfte man aber auch vom Team und der Vereinsleitung erwarten. Hört doch endlich auf mit dem Jammern. Antworten


Walter Sahli

12.12.2011, 11:42 Uhr
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Die Spieler erfüllen die Kriterien nicht, die Schiedsrichter pfeiffen schlecht, nur Ilja und Christian sind unfehlbar...Was ist eigentlich, wenn auch in 3 Jahren die Gross'sche Leistungskultur nicht greift? Braucht es dann wieder 3 Jahre, bis die Mannschaft eine andere Kultur gelernt hat? Apropos Leistung: kriegt CG einen Bonus, weil er es geschafft hat, in 6Monaten die Mannschaft "aufzulösen"? Antworten



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