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Ein Sieg im Derby würde die Lage entspannen

Von Fabian Ruch. Aktualisiert am 10.12.2011 14 Kommentare

YB will am Samstag in Thun eine ernüchternde Vorrunde versöhnlich beenden. Trainer Christian Gross mag die vielen Fehlentscheidungen gegen YB nicht als Entschuldigung für den grossen Rückstand auf Basel gelten lassen.

Dem FC Basel unterlegen: Die Young Boys (vorne Nassim Ben Khalifa) können mit Meister Basel (Radoslav Kovac) in dieser Saison nicht mithalten.

Dem FC Basel unterlegen: Die Young Boys (vorne Nassim Ben Khalifa) können mit Meister Basel (Radoslav Kovac) in dieser Saison nicht mithalten.
Bild: Keystone

Thuns Schirinzi darf im Derby gegen YB spielen

Gross war die Ernüchterung am Donnerstag beim FC Thun, nachdem die Beschwerde gegen die drei Spielsperren von Mittelfeldspieler Enrico Schirinzi von der Disziplinarkommission der Swiss Football League (SFL) abgewiesen worden war. Sobald die Gründe dafür schriftlich vorliegen und der Negativentscheid damit rechtskräftig ist (bis gestern Abend war das nicht der Fall), will Thun-Präsident Markus Stähli beim Rekursgericht der SFL gegen den Entscheid appellieren und erneut versuchen, eine Reduktion der Sperre zu erwirken. Die Thuner wundern sich, weshalb Schirinzi, der Vincent Ruefli von Servette einen Ellenbogenschlag versetzt hatte, länger gesperrt wurde als Anfang Woche GC-Goalie Roman Bürki. Der junge Keeper muss, nachdem er Thuns Thomas Reinmann einen Schlag an den Nacken verpasst und die Rote Karte gesehen hatte, zweimal aussetzen. «Im Fall von Bürki geht die Disziplinarkommission offenbar davon aus, dass er provoziert worden war. Bei Schirinzi hingegen wurde das nicht berücksichtigt», sagt Stähli.

Für das Derby motiviert

Es sieht also derzeit danach aus, als ob Schirinzi, der am Sonntag gegen GC aussetzte, noch zwei Spiele pausieren muss. Trotzdem geht Stähli davon aus, dass der FC Thun Schirinzi heute Abend im Heimspiel gegen den Kantonsrivalen YB einsetzen darf. Grund ist die aufschiebende Wirkung, die eine Beschwerde – mit Ausnahme auf das erste Spiel einer Sperre – hat. Weil die Abweisung der Beschwerde noch nicht rechtskräftig ist, sind die Thuner der Ansicht, dass die aufschiebende Wirkung jetzt in Kraft tritt. Demnach könnte Schirinzi, der vor seiner Sperre gute Leistungen im linken Mittelfeld zeigte und beim 3:1 gegen Luzern seine ersten Saisontore erzielte, heute auch gegen YB auflaufen. Der 27-Jährige, der früher im Nachwuchs der Young Boys spielte, wäre garantiert besonders motiviert. aww

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Fussball ist ein Geschäft der vielen Meinungen, eine Wahrheit aber lässt sich in Resultaten und der Tabelle ablesen. Und so endet für YB am Wochenende ein enttäuschendes, ernüchterndes Halbjahr: Heute treten die Stadtberner zum Derby in Thun an, morgen trifft sich die YB-Familie zum Weihnachtsessen. Und nach den Ferien bittet Trainer Christian Gross bereits am 3.Januar wieder zum Training. Im Jahr 2012 soll vieles besser werden.

Weiter hinter dem FC Basel

In den letzten Monaten hat YB alle Ziele krachend verfehlt. Die Europa League wurde nicht erreicht, im Cup schied das Team schon im Achtelfinal in Winterthur aus, und die elf Punkte Rückstand auf den überzeugenden Branchenführer Basel lassen sich in der Liga kaum mehr aufholen. «Basel ist weiter als wir», sagt YB-CEO Ilja Kaenzig. Und Gross meint: «Man kann nicht von heute auf morgen ein Meisterteam aufbauen.» Geduld fordern die Verantwortlichen ein, die Leistungskultur soll verbessert werden. Aber auch den Besitzern dürfte längst klar geworden sein, dass es weiterer Millioneninvestitionen bedarf, um mit dem FCB in Konkurrenz zu treten. Dessen Fussball spielendes Personal ist deutlich stärker als jenes der Berner, das wurde am Mittwoch mit dem famosen 2:1-Erfolg des Meisters gegen Manchester United in der Champions League mal wieder deutlich. «Ein fantastischer Triumph» sei das gewesen, sagt Gross. «Und er war wichtig für den Schweizer Fussball sowie den Uefa-Koeffizienten.»

Unruhe und Nervosität dominieren derweil das Geschehen bei YB, ein Derbysieg heute würde erheblich zur Entspannung der Lage beitragen. Und vielleicht dürfen die Offensivverstärkungen in der Winterpause nun doch ein bisschen mehr kosten – sonst wird es auch in Zukunft schwierig werden, den FCB ernsthaft herauszufordern. Mladen Petric, dessen Vertrag beim HSV im Sommer ausläuft, wäre eine grosse Lösung im Sturm, vermutlich aber kaum finanzierbar.

Gross fühlt sich unverstanden

Bevor es aber darum geht, die harmlose Angriffsabteilung zu veredeln, strebt YB heute im Oberland drei Punkte an. Ein «aggressives Kampfspiel» erwartet Gross in Thun. Er steht gerade ziemlich heftig im Gegenwind, fühlt sich auch von den Medien oft unverstanden, gibt sich aber kämpferisch: «Wir müssen hart arbeiten.» Und es gibt Beobachter, die argumentieren, in den letzten Monaten hätte vieles anders laufen können. Hätten die Young Boys in dieser Saison nicht derart viele Fehlentscheidungen gegen sich zu verkraften gehabt, würde man heute trotz wenig attraktiver Darbietungen vielleicht vom «erfolgreichen Resultattrainer Gross» sprechen und davon, dass YB unter dem neuen Coach viele enge Partien dank Last-Minute-Toren gewinne.

Die zu hohen Erwartungen

Denn es ist ja so (und das darf man bei aller Kritik auch mal erwähnen): In den Europa-League-Playoff-Partien im August gegen Braga (0:0 und 2:2) verlor YB nicht. Im torlosen Hinspiel in Portugal wurde den Bernern ein reguläres Tor Alain Nefs fälschlicherweise wegen Abseit aberkannt, in beiden Partien gab es zudem umstrittene Platzverweise gegen sie. Auch im Cupspiel in Winterthur fühlten sich die Young Boys Ende November benachteiligt, weil ein Treffer Dusan Veskovacs zu Unrecht wegen Offside annulliert wurde. Und in der Liga könnte YB locker fünf, sechs Punkte mehr auf dem Konto haben, wenn man nur die Fehlentscheidungen (nicht gegebener Elfmeter in Basel, fälschlicherweise aberkannte Tore in Neuenburg, Genf und gegen Sion) der letzten Wochen berücksichtigt. «Das habe ich in dieser Häufung tatsächlich noch nicht erlebt», sagt Gross, «doch man sagt ja, das gleiche sich aus.»

Der YB-Trainer, und das ehrt ihn, mag aber nicht nach Entschuldigungen für die sportliche Misere suchen, er hat längst mitgeteilt, was ihn stört («Die Schiedsrichter müssen in allen Belangen fitter werden»). Und er mag deshalb auch nicht darüber spekulieren, warum der FC Basel bei Fehlern der Spielleiter tendenziell eher im Vorteil ist, YB aber nicht. «Wir müssen uns einfach steigern», sagt Gross, «dann werden wir auch belohnt.» Christian Gross geht die schwierige Aufgabe in Bern weiter entschlossen, aber realistisch an. Er hat ja zum Beispiel noch nie explizit gesagt, er wolle bereits in dieser Saison Meister werden. Der Coach leidet auch unter der deutlich zu hohen Erwartungen, welche die Vereinsbesitzer mit ihren Phase-3-Ankündigungen schürten. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.12.2011, 10:34 Uhr

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14 Kommentare

Martin Hug

10.12.2011, 10:49 Uhr
Melden 12 Empfehlung

Ich sehe mir heute das Spiel im TV an. Wäre aber positiv überrascht wenn YB noch etwas bewegen würde! Freuen würde ich mich wenn endlich einer von der U-21 eine Chance bekomm! Aber vermutlich bleibt es beim Hoffen, leider! Wünsche dem ganzen Team erhohlsame Festtage und möge Vieles im2012 besser werden! Hopp YB! Antworten


Köbi Kohler

10.12.2011, 22:33 Uhr
Melden 5 Empfehlung

EL-Aus; Meisterschaft ade; aus dem Cup draussen und das Minimalziel von 2 Siegen aus den letzten beiden Spielen weit verfehlt. Ich denke dass es trotz des nicht ganz so schwachen Auftritts in Thun Zeit ist zu gehen Herr Gross. Sie sind kein Erfolgstrainer vermutlich eher das Gegenteil. Eine ganze Hinrunde ist genug um zu zeigen was man kann oder eben auch nicht kann. Antworten



Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 23:56
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Roland Garros
27.05EndeCipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 6:3 2:6
Stand: 27.05.2012 16:09
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0516:15Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0512:15Federer - Kamke
28.0513:30Djokovic - Starace
Stand: 25.05.2012 15:24
Keine Daten vorhanden
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