Ein Berner soll der Liga ein Gesicht geben
Von Fabian Ruch. Aktualisiert am 22.12.2011 2 Kommentare
Eigentlich könnte Claudius Schäfer ein zufriedener, glücklicher Mensch sein. Letzte Woche wurde der Berner, der am 30.Dezember 40 Jahre alt wird, zum CEO der Swiss Football League (SFL) ernannt. Es ist ein beruflicher Aufstieg, auf den Schäfer stolz ist. «Das ist eine Wertschätzung meiner Arbeit», sagt Schäfer, der bisher in einem Dreiergremium als Leiter der Abteilung Recht und Lizenzen an der Ligaspitze wirkte – neben Senior Manager Edmond Isoz und Kommunikationschef Roger Müller. Nun ist die Stelle des CEO neu geschaffen worden, um die Strukturen zu vereinfachen und gleichzeitig zu schärfen. Schäfer wird befördert, er soll der Ligaführung ein Gesicht geben und die Kommunikation mit Klubs und Medien noch stärker pflegen. Er war ja vor wenigen Wochen Studiogast im Sportpanorama auf SF1, als ihn eine breite Öffentlichkeit kennen lernte. Der vor kurzem neu gewählte Ligapräsident Heinrich Schifferle, Nachfolger von Thomas Grimm, gibt im 50-Prozent-Mandat derweil eine Art Verwaltungsratspräsident.
Wieder positive Schlagzeilen
Claudius Schäfer war zunächst ausgebildeter Lehrer, später absolvierte er ein Jusstudium in Bern und Montpellier und erwarb in Zürich das Rechtsanwaltspatent, und nach zwei Jahren beim Bund arbeitet er nun seit Ende 2005 bei der SFL. Für den Juristen sollte also kurz vor Weihnachten und wenige Tage vor seinem 40.Geburtstag alles in bester Ordnung sein. Allein: Die Liga erlebt turbulente, schwierige, unangenehme Zeiten. Es gibt den Fall Xamax, es gibt einige Probleme im Bereich Sicherheit, und es gibt vor allem den leidigen Fall Sion. Und so sagt Schäfer: «Es ist unser Anliegen, dass sich der Zustand der Liga im Jahr 2012 wieder schöner darstellt.»
Claudius Schäfer ist ein smarter Typ. Im Gespräch wirkt er überlegt, wägt die Worte vorsichtig ab, ehe er Antworten und Aussagen formuliert. «So eine Situation hat es im Schweizer Klubfussball vermutlich noch nie gegeben», sagt Schäfer. «Die Dossiers Sion, Xamax und Sicherheit nehmen uns sehr viel Zeit weg. Das muss sich ändern.» Denn das Produkt sei sensationell, davon ist der Berner überzeugt. «Wir haben in der Vorrunde trotz aller Probleme einen Rekordzuschauerschnitt von rund 12500 gehabt. Das ist ein überragender Wert.» Fussball verfüge weltweit und auch in der Schweiz quer durch alle Schichten über eine einmalige Beliebtheit. «Aber mir ist klar, dass wir die durch die ständigen Negativschlagzeilen verlorene Glaubwürdigkeit wieder zurückgewinnen müssen.»
Ligakomitee gestärkt
Trotz den Querelen freut sich Schäfer, der verheiratet ist und in Bern wohnt, auf die besinnlichen Feiertage. Andererseits wartet auf seine Crew und ihn ein Haufen Arbeit. «Die nächsten Wochen werden intensiv», sagt er, «doch das macht den Reiz dieser Aufgabe aus.» Er wuchs in Gerzensee auf, spielte als Bub stundenlang Fussball, aber nie in einem Klub. Sein Bruder Hannes Schäfer trainierte jahrelang YB-Nachwuchsteams. Obwohl Claudius Schäfer vor sechs Jahren eher zufälligerweise bei der Swiss Football League landete, besitzt sein beruflicher Werdegang bis zum Liga-CEO jedenfalls eine gewisse Logik. «Fussball fasziniert auch mich extrem», sagt er.
Schäfer ist in der Szene bestens vernetzt, weil er die Schweizer Profivereine bei der Lizenzerteilung in den letzten Jahren beriet, sie auch regelmässig besuchte und so die Klubvertreter kennen lernte. «Es ist ein gutes Signal, dass die wichtigsten Leute der grössten Vereine nun auch im Ligakomitee vertreten sind», sagt er. YB-CEO Ilja Kaenzig, der zukünftige Basel-Präsident Bernhard Heusler und Luzerns Präsident Walter Stierli sind dort neuerdings dabei. Claudius Schäfer sagt: «Es ist entscheidend, dass alle am gleichen Strick ziehen. Denn wir sitzen letztlich im selben Boot.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 22.12.2011, 08:47 Uhr
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2 Kommentare
Wann wird Sion endlich bestraft für den Einsatz von nicht lizenzierten Spielern? Es interessiert doch niemanden, ob Herr Schäfer schöne Festtage verbringen kann oder nicht. Es interessiert aber viele Leute, ob der SFV endlich den Punkteabzug gegen Sion verkündet. Ch. Constantin macht den CH-Fussball zum Theater und niemand reagiert.Wo sind die Leute an der Spitze die ihre Arbeit nicht verrichten? Antworten
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