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Dudar: «Die erste Frage war: Wann spiele ich wieder?»

Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 01.02.2011 1 Kommentar

Nach seinem schweren Unfall im September steht YB-Verteidiger Emiliano Dudar vor dem Comeback. Vor dem ersten Rückrundenspiel am Samstag in Bellinzona sagt der Argentinier, wie er die letzen Monate erlebt hat.

Emiliano Dudar hat nach seiner Verletzung den Weg zurück auf den Platz gefunden. In der Rückrunde steht der Verteidiger aus Argentinien den Young Boys wieder zur Verfügung.

Emiliano Dudar hat nach seiner Verletzung den Weg zurück auf den Platz gefunden. In der Rückrunde steht der Verteidiger aus Argentinien den Young Boys wieder zur Verfügung.
Bild: Urs Baumann

Emiliano Dudar trägt während der Spiele derzeit einen Kopfschutz. (Bild: Keystone )

38 Minuten lang hatte YB-Verteidiger Emiliano Dudar am 12. September letzten Jahres gemeinsam mit den Teamkollegen gegen Basel eine herausragende Leistung gezeigt. 2:0 lagen die Young Boys in Führung, als es zum folgenschweren Missverständnis zwischen Dudar und seinem Abwehrkollegen François Affolter kam. Sie prallten mit den Köpfen zusammen. Dudar blieb bewusstlos am Boden liegen und blutete aus der Nase. Die Partie wurde nach dem Vorfall für eine halbe Stunde unterbrochen. Während Dudar im Spital ins künstliche Koma versetzt wurde, verspielten seine geschockten Teamkollegen die Führung. Mit Erleichterung vernahmen Berner und Basler nach dem 2:2, Dudar habe sich «nur» eine schwere Gehirnerschütterung und einen Nasenbeinbruch zugezogen.

Nach fast fünf Monaten Rehabilitation steht am Samstag, beim Rückrundenstart in Bellinzona, nun voraussichtlich Dudars Comeback bevor. Der 29-jährige Argentinier hat darum gebeten, in dieser Woche keine Interviews geben zu müssen. Er will sich ungestört auf die Rückkehr vorbereiten. Im Trainingslager in Marbella blickte Dudar vor einigen Tagen aber noch einmal zurück auf den Unfall, die Zeit im Spital und die Rückkehr auf den Platz. Äusserlich ist nichts zurückgeblieben von den Verletzungen. Wie der Abwehrspieler den schweren Unfall psychisch verarbeitet hat, dazu äusserte er sich in Südspanien ausführlich.

Am Samstag spielt YB in Bellinzona. Wie reagieren Sie, wenn ein hoher Ball auf Sie zukommt und Sie die Wahl haben, ihn mit dem Fuss oder mit dem Kopf zu befreien?
Emiliano Dudar: Das kommt auf die Situation an, aber wenn sie es erfordert, dann gehe ich garantiert mit dem Kopf zum Ball.

Sie stürzen sich also ohne Angst in die Kopfballduelle?
Am Anfang war ich in den Trainings sehr zurückhaltend bei Kopfbällen. Auch jetzt kommt manchmal noch Respekt auf. Doch nach zwei, drei Minuten sind die Zweifel wieder weg.

Haben Sie sich deshalb entschieden, künftig einen Kopfschutz zu tragen?
Die Physiotherapeuten haben den Schutz für mich besorgt, ohne dass ich danach gefragt hatte. Im Moment versuche ich immer noch, mich an dieses gepolsterte Stirnband zu gewöhnen. Ich will daraus aber keine grosse Sache machen. Es ist eine Sicherheitsmassnahme, der Schutz hat aber natürlich auch psychologische Wirkung. Ob ich diesen Kopfschutz auch in einigen Wochen und Monaten noch trage, weiss ich aber nicht.

Wie beurteilen Sie Ihren derzeitigen Formstand?
Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Es gibt zwei Aspekte, die entscheidend sind: Zum einen muss die Fitness stimmen. In dieser Hinsicht sehe ich kein Problem. Ich bin schon lange wieder im Training. Das andere ist die Spielpraxis. Die fehlt mir natürlich nach einer so langen Zwangspause. Ich hoffe aber, dass ich den Rhythmus in der Rückrunde rasch finde. Da ich jedoch sehr selbstkritisch bin, wird es garantiert einen Moment dauern, bis ich mit meinen Leistungen zufrieden sein werde.

Beschäftigen Sie sich noch oft mit dem schweren Unfall?
Was geschehen ist, ist geschehen. Da ist kaum etwas zurückgeblieben. Aber es liegt ein Prozess hinter mir. Es war nicht einfach, das Geschehene zu verarbeiten, und ich brauchte etwas Zeit. Jetzt aber lösen die Gedanken an den Unfall nichts mehr in mir aus. Ich bin glücklich, wieder auf dem Fussballplatz zu stehen. Und ich habe mir vorgenommen, die schönen Dinge im Leben noch mehr zu geniessen, als ich das zuvor schon getan habe.

Sie verbrachten rund vier Wochen im Spital – zu Beginn in einem abgedunkelten Raum. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?
Am Anfang war es sehr schwierig. Ich musste ja rausfinden, was genau geschehen war, denn an den Unfall und an das, was unmittelbar danach geschah, habe ich keine Erinnerung. Je besser ich mich fühlte, umso langweiliger war mir. Die Ärzte haben mich abgeschottet. Auch weil es unter den Patienten im Inselspital viele YB-Fans hatte. Diesem Rummel wollten sie mich wohl nicht aussetzen (lacht).

Haben Sie trotzdem bemerkt, wie gross die Anteilnahme nach Ihrem Unfall war?
Ja natürlich. Das war überwältigend, und es hat mich überrascht. Schliesslich lebe ich als Argentinier hier in einem fremden Land und spreche die Sprache nicht. Auch meiner Familie hat die Unterstützung sehr gut getan. Für meine Frau und meinen kleinen Sohn war die Situation im ersten Moment wohl schwieriger als für mich. Ich kriegte zu Beginn ja kaum etwas mit. Die schwierige Zeit hat uns aber auch dem Verein und meinen Mitspielern noch nähergebracht.

Wie haben Sie Ihrem dreieinhalbjährigen Sohn erklärt, was geschehen ist?
Meine Frau und ich sind behutsam vorgegangen. Santino hat mich erst nach einer gewissen Zeit im Spital besucht. Am Anfang wollte ich nicht, dass er mich in diesem Zustand sieht, mit all den Geräten im Zimmer. Später ist er dann aber täglich vorbeigekommen. Schliesslich wollte ja auch ich ihn unbedingt sehen.

Haben Sie nach der schweren Verletzung daran gedacht, Ihre Karriere zu beenden?
Die erste Frage, die ich den Ärzten stellte, war: «Wann spiele ich wieder?» Sie antworteten, das komme auf den Heilungsprozess an. Schon rasch fühlte ich mich von Tag zu Tag besser, daher war es für mich klar, dass ich so bald wie möglich mein Comeback geben will.

Was meinte Ihre Frau zu Ihren Plänen, so rasch wie möglich zurückzukehren?
Diese Frage stellte sich nicht. Es war allein meine Entscheidung, und wenn für mich klar ist, dass ich wieder spiele, dann ist es das für sie auch. (Berner Zeitung)

Erstellt: 01.02.2011, 10:34 Uhr

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1 Kommentar

Manfred Stierli

01.02.2011, 12:00 Uhr
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Es ist schön, dass Du wieder da und voller tatendrang bist, Emiliano. YB braucht einen Chef auf dem Platz; YB braucht Dich! Alles Gute und toi toi toi Antworten



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EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
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Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
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Stand: 27.05.2012 23:54
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Stand: 27.05.2012 16:09
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Stand: 25.05.2012 09:25
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