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Die Young Boys sind dort, wo sie nicht hinwollten

Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 29.11.2011 29 Kommentare

Die Aufarbeitung des Ausscheidens im Cup fällt den Young Boys schwer. Die Enttäuschung nach dem 2:3 in Winterthur sitzt nach wie vor tief. Nun werde die Verpflichtung von neuen Spielern in der Winterpause zum Spagat, sagt CEO Ilja Kaenzig.

1/9 Hoffen und Bangen bei den Berner Spielern während des Elfmeterschiessens.
Bild: Keystone

   

Der Tenor in den Zeitungen ist negativ, die Onlinekommentare sind in den meisten Fällen gnadenlos, die Presseagenturen verfassen Spezialtexte zur Lage des Klubs, und ehemalige Funktionäre bieten ihre Dienste an – die Young Boys sind nach dem Ausscheiden im Cupachtelfinal in Winterthur dort, wo sie in dieser Saison auf keinen Fall hinwollten. Oder wie es CEO Ilja Kaenzig ausdrückt: «Wir haben die Narrenkappe auf.» Es muss unter diesen Umständen ein relativ ungemütliches Nachtessen gewesen sein, zu dem sich Mannschaft und Staff nach dem 2:3 am Sonntagabend in Effretikon mit den Mitgliedern der exklusiven Gönnervereinigung Presidents Club einfanden. Immerhin: «Mit der Zeit wurde es beim Essen etwas lauter. Die Spieler fanden die Sprache wieder», sagt Kaenzig.

Spychers schlaflose Nacht

Den Misserfolg wegzudiskutieren, das gelang aber niemandem. Erstmals seit der Saison 2003/2004 und dem 1:2 bei Malcantone Agno ist YB im Cup bereits im Achtelfinal gescheitert. Ausgerechnet unter Christian Gross, jenem Trainer, der dem Team nach langen Jahren ohne Titel die Siegermentalität zurückgeben sollte. Ausgerechnet in der Saison, in welcher die Chancen gut stehen, dass der Cupfinal nach zwei Jahren Unterbruch nach Bern zurückkehrt.

Das Aus im Cup macht den grossen Unterschied aus bei einem Vergleich der aktuellen mit der vergangenen Spielzeit. Vor einem Jahr stand YB nach 16 Meisterschaftsspielen auch nur auf Platz 4 (wenn auch der Rückstand auf die Spitze geringer war). Im November 2010 geriet YB im Achtelfinal in Kriens ebenfalls gegen ein Challenge-League-Team in Bedrängnis, Verteidiger Ammar Jemal, unterdessen in Köln, gelang aber kurz vor Schluss doch noch der 2:1-Siegestreffer. Am Sonntag waren es Juhani Ojala und Emmanuel Mayuka, welche in der Verlängerung zu guten Chancen kamen. Im Unterschied zu Jemal liessen sie die Kaltblütigkeit aber vermissen; genauso wie später die Teamkollegen Alexander Farnerud, Mario Raimondi und Raphaël Nuzzolo, die im Penaltyschiessen scheiterten. «Wir haben ein schwarzes Wochenende hinter uns», sagte Christoph Spycher am Montag nach dem Auslaufen. Entsprechend gedrückt war die Stimmung im Training. Spycher hatte nach eigenen Angaben eine schlaflose Nacht hinter sich. «Es hat rotiert in meinem Kopf. Die Enttäuschung ist gewaltig.» Moral zu tanken, sei im Moment schwierig. Auf die Unterstützung des Trainers konnte die Mannschaft bei diesem Vorhaben gestern nicht zählen, Christian Gross war nach Osteuropa gereist, um ein Spiel und Spieler zu beobachten. Er hatte aber direkt nach dem Spiel in Winterthur einige Worte an das Team gerichtet. Im Zusammenhang mit möglichen Zugängen sagt Kaenzig: «In dieser Situation Verstärkungen zu holen, ohne die Finanzen ausser Acht zu lassen, wird zum Spagat.» Fast klingt es, als seien die Worte an den Trainer gerichtet, der dem Kader im Winter nur zu gerne seinen Wünschen entsprechend ergänzen würde.

«Alle Kräfte mobilisieren»

Routinier Spycher will nichts auf Gross kommen lassen, er sagte: «Der Trainer ist halt exponiert. Aber in erster Linie muss sich jeder von uns fragen, ob er alles gibt.» Im Übrigen habe sich in Winterthur nur bewahrheitet, welche Probleme den Young Boys zurzeit zu schaffen machten. «Wir spielen nicht den besten Fussball, wir kommen nicht oft zu Torchancen, und wenn, dann schaffen wir es nicht, den Ball über die Linie zu drücken.» YB brauche jetzt einfach Siege aus den Spielen gegen Sion und in Thun, um in der Winterpause die Zeit zur Analyse zu erhalten. «Dafür müssen wir alle Kräfte mobilisieren.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.11.2011, 06:26 Uhr

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29 Kommentare

ehrlich ulrich

29.11.2011, 13:55 Uhr
Melden 15 Empfehlung

Wie wärs, wenn man wiederum einige Nachwuchsspieler aus der Akademie von der Elfeinbeinküste in den Nachwuchs nehmen würde? Die Nachwuchsarbeit für Einheimische bei YB ist kümmerlich. Man muss wohl annehmen, dass Känzig der Schuldige ist, der nur das "geschäftliche" im Vordergrund sieht und total auf Transfers setzt.Von Teamgeist bei YB, wies früher war, ist nichts mehr zu spüren! Antworten


Claudio Disincantato

29.11.2011, 09:57 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Ciao Gross.
Lieber ein Schrecken mit Ende, als ein Schrecken ohne Ende.
Antworten



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EndeNorwegen - England0:1
Playoff
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Stand: 26.05.2012 17:02
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Stand: 27.05.2012 16:09
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