Alles spricht für Lucien Favres Hertha
Von Stephan Roth. Aktualisiert am 20.02.2009 2 Kommentare
Die Top 7 der Bundesliga
Tabellenspitze (je 20 Spiele)
1. Hertha Berlin 40 (32:23)
2. Hoffenheim 39 (46:28)
3. Hamburger SV 39 (31:27)
4. Bayern München 38 (43:28)
5. Bayer Leverkusen 36 (43:27)
6. Wolfsburg 33 (40:26)
7. VfB Stuttgart 32 (35:28)
Top-Teams gegen einander
1. Hertha Berlin 7/16 (11:9)
2. Bayern München 8/14 (17:11)
3. Bayer Leverkusen 8/12 (17:13)
4. Hamburger SV 7/10 (9:12)
5. Wolfsburg 6/7 (13:12)
6. Hoffenheim 7/7 (10:14)
7. Stuttgart 7/5 (8:14)
An diesem Wochenende kommt es in der Bundesliga gleich zu drei Duellen zwischen Teams unter den Rängen 1 bis 7: Stuttgart gegen Hoffenheim, Leverkusen gegen Hamburg und Wolfsburg gegen Hertha. Dass der Tabellenführer aus Berlin bisher gegen starke Gegner gut ausgesehen hat, kann nicht erstaunen. Wenn die von Lucien Favre meisterlich eingestellte Mannschaft gegen die anderen Meisterschaftskandidaten antritt, muss sie nicht das Spiel bestimmen. Sie kann die Räume eng machen und dann blitzschnell zuschlagen. So hatte Hertha beim Coup gegen Bayern München (2:1) nur 38 Prozent Ballbesitz.
Entscheidend ist beim Ballbesitz allerdings nicht, wie viel man davon hat, sondern, was man damit macht. Die Berliner haben sich zwar erst der Wunschvorstellung von Favre angenähert, zeigen aber jetzt schon, was möglich ist, wenn man den Ball intelligent weiterspielt.
Es begann mit einer Lektion in München
Ganz nebenbei ist Hertha mit bislang nur 36 Gelben Karten und keinem Platzverweis das fairste Team der Bundesliga. In der letzten Saison kamen die Berliner dank der Fairplay-Wertung in den Uefa-Cup.
Das Favre-Team hat bisher die beste Bilanz bei den Direktduellen der Top 7 (siehe Kasten links). «Das wusste ich gar nicht», sagt Favre. Zu Beginn setzte es in München eine 1:4-Ohrfeige ab, dann konnte man Wolfsburg (2:2) im Olympiastadion nicht bezwingen. Doch dann schlugen die Berliner der Reihe nach Leverkusen (1:0), Stuttgart (2:1), den HSV (2:1) und zuletzt die Bayern.
Am Samstag wartet nun bereits das nächste Gipfeltreffen auf Hertha. Bereits wenige Stunden nach dem Triumph gegen Bayern München, der auch die Augen von Favre leuchten liess, richtete der 51-Jährige seinen Fokus auf das Spiel in Wolfsburg. Weil es ein besonders wichtiges Spiel ist? «Nein, jedes Spiel ist wichtig», antwortete der Romand im Gespräch mit Bernerzeitung.ch/Newsnet.
Die Statistik spricht für Hertha
Mit dem Sieg gegen Bayern kam Hertha auf 40 Zähler. Diese Zahl ist nicht nur wegen Favres Punkt-Prämien – er erhält gemäss deutschen Zeitungen 25'000 Euro (37'500 Franken) für jeden Punkt, den er darüber hinaus holt – interessant. Denn findige Statistiker haben festgestellt, dass jenes Team, das die 40-Punkte-Marke als erstes erreicht, fast immer Meister wird. In 12 von 13 Fällen war das in den letzten Jahren so. Nur 2006/07 vergaben Schalke und Bremen, die die Marke zeitgleich überschritten hatten, den Titel noch – damals konnte der VfB Stuttgart mit Ludovic Magnin und Marco Streller die Meisterschale in die Höhe stemmen.
Will Hertha das Fussballwunder, und als das müsste man den ersten Meistertitel seit 1931 bezeichnen, schaffen, muss es seinen guten Lauf fortsetzen. Serien sind die Spezialität von Favre. Läuft es gut, hält er seine Mannschaft mit seiner akribischen, schon fast pedantischen Detailpflege und seinen bekannten Warnungen vor der Stärke der Gegner auf dem Boden der Tatsachen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.02.2009, 11:36 Uhr
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2 Kommentare
lucien favre ist ein genialer trainer. er führt ein team an die spitze, welches in den letzten jahren nur im mittelfeld der bundesliga herumgedümmpelt ist. respekt - im fussballverrückten berlin werden sie ihm eine statue bauen, wenn berlin den meister werden sollte. Antworten
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