Sport
Die Fifa wehrt sich gegen Kritik
Von Thomas Schifferle. Aktualisiert am 12.03.2010
Die Kritik war laut, nachdem der International Football Association Board am vergangenen Samstag entschieden hatte, auch künftig auf den Einsatz von Technologie im Fussball zu verzichten (TA vom 8. 3.). Sie war so laut, dass sich die Fifa nun gedrängt fühlte, darauf zu reagieren. Gestern versuchte sie in einem ausführlichen Communiqué, den Entscheid zu rechtfertigen.
Sepp Blatter im Zentrum
Im Zentrum der Kritik stand vor allem ein Name: Sepp Blatter, Präsident der Fifa, der allein vier von acht Stimmen des Board zustehen (neben je einer für England, Schottland, Wales und Irland). Blatter leitete turnusgemäss die letzte Sitzung, und er ist ein bekannter Gegner des Einsatzes von Technologie. Deshalb begründete die Fifa ihre Haltung mit dem Wahren der Universalität des Fussballs, der menschlichen Dimension, den finanziellen Aspekten und dem Charakter des Spiels.
Im Detail heisst das: Fussball muss, erstens, weltweit nach den gleichen Regeln gespielt werden. Für Teenager in einem kleinen Ort etwa sollen die gleichen Regeln gelten wie für die Profis. Zweitens bringt es nichts, die Verantwortung für einen Entscheid vom Schiedsrichter der Technologie zu übertragen. Selbst Zeitlupen würden keine Klarheit bringen, und zehn Experten hätten zehn Meinungen, wie eine Situation zu beurteilen sei. Drittens kann die Anwendung von Technologie wie zum Beispiel zur Überwachung der Torlinie (mit Kamera oder Chip im Ball) sehr teuer sein. Viertens schliesslich ist Fussball ein dynamisches Spiel und kann zur Überprüfung eines Entscheides nicht einfach unterbrochen werden.
Eigenheiten des Spiels wahren
So also sieht die Argumentation der Fifa aus. Sie bringt gut zum Ausdruck, was typisch für den Board ist und der 74-jährige Blatter selbst stets hochhält: den Konservatismus als Basis dafür, die Eigenheiten des Fussballs zu bewahren. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern: Den Unternehmen, die sich mit technologischen Tests befasst haben, wird via Communiqué abgeraten, «weiter grosse Summen in Projekte zu investieren, die letztlich nicht realisiert werden». (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 12.03.2010, 21:06 Uhr
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