Die Causa Steffen vor dem letzten Akt

Renato Steffen steht vor einem Wechsel von YB zum FC Basel. Pius Minder, der Berater des Flügelspielers sagt, er bedauere das Hin und Her der letzten Tage und Wochen.

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Seit Dienstag trainiert Renato Steffen zweimal am Tag alleine mit einem der beiden YB-Assistenztrainer Harald Gämperle und Christian Peintinger. Reden tut der ansonsten redselige 24-Jährige nicht mehr, seine Position wird in der Öffentlichkeit vom Berater Pius Minder vertreten. «Ich gebe den Blitzableiter. Auf Renato lastet schon genug Druck», sagt dieser.

Zuletzt verging kaum ein Tag, in welchem sich der 62-Jährige nicht zum Fall Steffen äusserte. Dabei sei er kein Spielerberater, der die Öffentlichkeit suche, sagt er. «Ich muss meinen Klienten nicht medienwirksam am Spielfeldrand umarmen.» Seit 2001 ist der Treuhänder und Steuerexperte als Spielerberater tätig.

Mit Ludwig Kögl, einem früheren Akteur von Bayern München und der deutschen Nationalmannschaft, führt er die im luzernischen Rothenburg ansässige Kögl & Partner GmbH. Minder gehören 50 Prozent der Firma, sein Kerngebiet ist der Schweizer Markt. Er hilft aber auch bei der Betreuung des wichtigsten Klienten der Agentur mit; Thomas Müller, dem Weltstar von Bayern München.

75 Millionen Euro beträgt gemäss Transfermarkt.de der Marktwert des deutschen Nationalspielers, der kürzlich seinen Vertrag verlängerte und beim Weltklub nun zu den Topverdienern (etwa 13,5 Millionen Euro pro Jahr) zählt. Minder lässt durchblicken, dass Müller ein gewichtiges Argument sei, wenn es darum gehe, neue Akteure unter Vertrag zu nehmen. «Wir befinden uns in einer feudalen Situation», meint der Innerschweizer.

Bertone und Contento

Rund 30 Spieler betreuen Kögl & Partner. Neben Müller und Steffen zählen auch Diego Contento (Bordeaux), Timo Baumgartl (Stuttgart) und YB-Mittelfeldspieler Leonardo Bertone zu den Kunden. Die Firma organisiert die Steuerberatung, hilft bei der Vermögensverwaltung, koordiniert Termine, hält Kontakt zu den Werbepartnern und bespricht mit den Fussballern die Auftritte im Internet. Minder bezeichnet seine Tätigkeit als Coaching. Er sagt: «Wir beraten. Die Entscheidung trifft der Spieler selbst.»

Dass die Zukunft von Steffen zur leidigen Causa verkam, bedauert Minder. «Renato hat bei YB eine super Zeit gehabt.» Ziel sei es gewesen, dass Steffen den Vertrag in Bern erfülle und dann im Sommer ablösefrei wechsle, meint der Berater. Er vermag sich nicht erinnern, in seiner 16-jährigen Tätigkeit schon einmal so ein Theater um einen Transfer erlebt zu haben.

Das Hin und Her dürfte bald ein zumindest für den Spieler und seinen Berater versöhnliches Ende nehmen. Renato Steffen wird mit grosser Wahrscheinlichkeit in den nächsten Tagen zum Konkurrenten Basel wechseln. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 09.01.2016, 08:46 Uhr)

Bickels Bestreben

Im Nachhinein ist man immer schlauer Hätte YB-Sportchef Fredy Bickel geahnt, wie sich der Fall Renato Steffen entwickelt, dann hätte er dem Flügelspieler bereits im Sommer ein Ultimatum für die Vertragsverlängerung gesetzt, wie er sagt. «Dieses Szenario diskutierten wir.» Weil die Young Boys damals aber Verletzungssorgen plagten und es im August galt, sich für die Champions League oder zumindest die Europa League zu qualifizieren (beides misslang), habe man diese Idee wieder verworfen. Bickel ist nun bestrebt, bis zum Trainingslager in Belek (13. bis 24.?Januar) Klarheit in der Personalplanung zu schaffen. Steffen soll dann nicht mehr unter Vertrag stehen, er dürfte bald beim Konkurrenten Basel unterschreiben. Für Steffen wird ein Ersatz geholt, zudem erhält Nachwuchsakteur Kwadwo Duah bis Ende Januar Zeit, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Haris Tabakovic, der in der Vorrunde nur eine Nebenrolle spielte, liebäugelt derweil mit dem Abgang aus Bern. dwu

Pius Minder: Seit 2001 ist der Innerschweizer als Spielerberater tätig. (Bild: zvg)

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36. Runde

25.05.Basel - Grasshopper0 : 1
25.05.Lugano - St. Gallen3 : 0
25.05.Luzern - FC Sion2 : 2
25.05.Thun - Young Boys0 : 3
25.05.FC Zürich - FC Vaduz3 : 1
Stand: 25.05.2016 22:22

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Basel36265588:3883
2.Young Boys36209778:4769
3.Luzern361591259:5054
4.Grasshopper361581365:5653
5.FC Sion361481452:4950
6.Thun3610111545:5441
7.St. Gallen361081841:6638
8.FC Vaduz367151444:6036
9.Lugano36981946:7535
10.FC Zürich367131648:7134
Stand: 25.05.2016 22:22

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