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Nuzzolos schwieriger Blick zurück

Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 21.09.2011

Nach zehn Jahren in Neuenburg trifft der YB-Mittelfeldspieler Raphaël Nuzzolo heute Mittwoch erstmals auf seinen Ex-Klub Xamax.

Dynamisch in  Richtung Tor: YB-Flügelspieler Raphaël Nuzzolo (rechts) weiss, dass er  seine Schnelligkeit und 
seine Dynamik künftig noch besser ausspielen muss.

Dynamisch in Richtung Tor: YB-Flügelspieler Raphaël Nuzzolo (rechts) weiss, dass er seine Schnelligkeit und seine Dynamik künftig noch besser ausspielen muss.
Bild: Christian Brun

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Raphaël Nuzzolo weiss, wieso er vor dem Heimspiel der Young Boys gegen Xamax um ein Gespräch gebeten wird: «Der erste Auftritt in Neuenburg wird für mich aber dann um einiges spezieller sein als das Heimspiel am Mittwoch», sagt er fast schon beschwichtigend. In blauen Jeans und grauem Pullover sitzt der 28-Jährige am Dienstagmittag im Stadionrestaurant. Das Training ist beendet, an den Nebentischen essen die YB-Verantwortlichen um CEO Ilja Kaenzig und Trainer Christian Gross zu Mittag.

Heute Abend spielt Nuzzolo erstmals gegen jenen Klub, den er zehn Jahre lang prägte und von dem er während eines Jahrzehnts geprägt wurde. Als Captain und mit sieben Toren und elf Vorlagen war der Mittelfeldspieler letzte Saison massgeblich am Ligaerhalt der strauchelnden Neuenburger beteiligt. «Ich hatte eine spezielle Position in diesem Verein», sagt er selbst. Es überraschte daher, als YB am 16.Juni den Zuzug des Flügelspielers bekannt gab.

«Wir nutzten die Unruhe in der Xamax-Führung», sagt Kaenzig, der Nuzzolo ablösefrei für vier Jahre nach Bern holte. Kurz zuvor hatte Bulat Tschagajew bei den Neuenburgern das Ruder übernommen. «Doch auch ohne die Wirren bei Xamax wäre ich nach Bern gekommen. Ein Angebot von YB kann man nicht ablehnen», entgegnet Nuzzolo.

Lieber kein Wort zu Tschagajew

Unweigerlich kommt das Gespräch daraufhin auf den neuen Klubbesitzer. Wie er denn die Begegnungen mit Tschagajew erlebt habe, möchte man wissen. Dieser sprach seit der Übernahme des Klubs haufenweise Entlassungen aus, er streitet sich mit der Stadt Neuenburg, gestern nun kündigte er die Zusammenarbeit mit der wichtigsten Supportervereinigung auf.

Nuzzolo, der die anderen Fragen offen und interessiert beantwortet und sich sogar für das Interesse an seiner Person bedankt hat, weicht mit dem Oberkörper zurück: «Mir wäre es am liebsten, wenn wir nicht über ihn sprechen würden», sagt er dann. Nuzzolo weiss, was sich im «Herz der Finsternis» des Schweizer Fussballs abspielt, der Kontakt zu seinen früheren Mitspielern ist noch immer eng. Dass er darüber nicht in der Öffentlichkeit sprechen will, dafür entschuldigt er sich.

Es sei halt eine sehr delikate Angelegenheit. «Ich hoffe, die Situation beruhigt sich bald. Auch im Sinn des Schweizer Fussballs und der Stadt Neuenburg», ist das Konkreteste, was er in diesem Zusammenhang sagt.

Trainer erwartet Steigerung

Trotz des Wechsels zu den Young Boys hat sich Raphaël Nuzzolo nicht aus dem Kanton Neuenburg verabschiedet. Noch wohnt er in Colombier und fährt jeden Tag nach Bern. Die Dimensionen bei seinem neuen Arbeitgeber versetzen ihn nach wie vor ins Staunen. «Für jeden Aspekt ist hier jemand zuständig. Das war bei Xamax anders.» Anschluss hat er rasch gefunden, der französischsprachige Bieler freut sich, im Gespräch mit Mario Raimondi, Christoph Spycher sein Schweizerdeutsch aufzufrischen.

Bei aller Harmonie ist Nuzzolo erfahren genug, um zu wissen, dass er sein Rendement mit einem Tor in sechs Spielen bisher nicht erreicht hat. «Ich erwarte mehr von ihm», sagt Trainer Gross. Klubchef Kaenzig ist sich sicher: «Er wird sein ganzes Können bald ausspielen.» Nuzzolo selber sagt: «Ich soll Vorlagen liefern, Tore schiessen und muss meine Bilanz verbessern.» Am liebsten schon heute gegen den Ex-Klub. Einen Treffer gegen Xamax würde er nicht anders feiern als gegen jeden anderen Gegner. Erneut sagt er: «Vielleicht sieht das anders aus, wenn ich zum ersten Mal mit YB nach Neuenburg zurückkehre.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.09.2011, 06:25 Uhr

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