Das Tor zählt nicht, die Befreiung bleibt aus
Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 05.12.2011 22 Kommentare
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Moreno Costanzo ist ausser sich. Der YB-Mittelfeldspieler rauft sich die Haare, dann schreit er seinen Ärger in den Berner Abendhimmel hinaus. Soeben hat Schiedsrichter Stephan Studer sein Kopfballtor gegen Sion annulliert. Costanzo soll sich bei der Aktion auf den Schultern von Gegenspieler Anthony Sauthier aufgestützt haben. Es ist ein ganz strenger, wohl sogar ein falscher Entscheid. Der Treffer in der 83.Minute hätte das 2:1 und damit voraussichtlich den Sieg für die Young Boys bedeutet. Das weiss an der Seitenlinie auch YB-Trainer Christian Gross und mit ihm jeder auf der Ersatzbank. Alle sind sie nach dem Tor zum Jubeln aufgesprungen, alle sind sie jetzt, wo das Tor nicht zählt, sauer und suchen die Diskussion mit dem vierten Offiziellen. «Wenn Manchester United ein solches Tor erzielt, wird es vom Referee, ohne mit der Wimper zu zucken, anerkannt», sagt Gross später, nachdem die Partie 1:1 geendet hat. Er verweist auch darauf, dass sein Team in dieser Saison schon mehrmals unter ähnlichen Situationen zu leiden hatte. Zuletzt in den verlorenen Spielen in Basel (Meisterschaft) und Winterthur (Cup), als Alain Nef respektive Dusan Veskovac bei ihren Treffern im Offside gestanden haben sollen.
Moreno Costanzo meint gar: «Es ist bereits das fünfte Mal, dass ein korrektes Tor von uns nicht zählt.» Der Ostschweizer wäre ohne das Eingreifen des Schiedsrichters zum Matchwinner avanciert. In der 9.Minute schob er den Ball auf Zuspiel von David Degen zum 1:0 ein. Degen wiederum war von Elsad Zverotic mit einem präzisen Steilpass mustergültig lanciert worden. Gross war der Jubel über den frühen Führungstreffer. Die Berner waren nach dem blamablen Ausscheiden im Cup in Winterthur auf der Suche nach dem Befreiungsschlag. Mit Costanzos 1:0 schienen die Voraussetzungen dafür geschaffen.
Wölfli beim Gegentor im Pech
Gross war 3 Minuten später aber auch die Ernüchterung. Ein gefühlvoller Heber von Sions Giovanni Sio hatte sich hinter YB-Goalie Marco Wölfli an den Pfosten gesenkt, war ins Feld zurückgeprallt und von Wölflis Hüfte dann doch noch ins Tor gekullert. Offensivspieler Sio, der sich im Wallis nicht nur wegen der Ähnlichkeit seines Nachnamens mit seinem Arbeitsort sehr gut aufgehoben fühlt, wagte nach dem Tor nicht einmal zu jubeln. So glückhaft erschien ihm der Treffer.
Wölfli, der auf eine Flanke spekuliert hatte, hingegen rang sich nach dem Eigentor ein ironisches Lächeln ab. Er konnte kaum glauben, wie ihm geschehen war. «Wir sind im Moment überhaupt nicht vom Glück begünstigt», sagte er nach dem Spiel und verwies auf einen Freistoss von Costanzo kurz nach Sios Kunstschuss. «Der Ball hat die gleiche Flugbahn, doch er fliegt an die Latte statt ins Tor. Das ist Pech.»
Hilflos im Abschluss
Wölfli war aber durchaus auch im Glück, etwa als der Schuss von Guilherme Afonso am Pfosten landete (26.Minute). Der Sion-Stürmer hatte zuvor Alain Nef und Dusan Veskovac wie Slalomstangen umkurvt. Und es war auch nicht nur Pech, dass die Young Boys nach dem fünften Remis der Saison an Ort treten und bereits elf Punkte hinter Leader Basel zurückliegen.
Den Bernern gelang es gegen Sion (die Walliser traten unter Protest an, weil ihr Gesuch, das Spiel zu verschieben, nicht bewilligt worden war) nicht, ihre Feldüberlegenheit und ihr Chancenplus zum Sieg zu nutzen. Wie sich die YB-Offensivspieler in der letzten Partie vor dem Wechsel von Kunst- auf Naturrasen anstellten, grenzte phasenweise an Hilflosigkeit. Mal rutschte David Degen in vielversprechender Position aus, mal verstolperte Nassim Ben Khalifa im Strafraum den Ball, und dann schoss Emmanuel Mayuka seinen Nachschuss 20 Meter über das Tor.
Gross wollte mit dem Team trotzdem nicht zu hart ins Gericht gehen und sagte: «Ich habe eine gute Leistung gesehen.» Auch ihm ist aber bewusst, dass sich YB weiter auf der Suche nach der Erfolgsformel befindet. (Berner Zeitung)
Erstellt: 05.12.2011, 06:32 Uhr
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22 Kommentare
Mir hat der Auftritt gestern gefallen. Endlich wurde der Ball mal zügig nach vorne gebracht. Es gab Angriffe über die Flügel, einige Fernschüsse, insgesamt ziemlich variabel. Dazu ein starker Auftritt von Doubai, der Silberbauer vergessen liess.
Natürlich haben wir noch Luft nach oben. Doch gegenüber den letzten Auftritten wehte wieder ein Hauch von Fussball durchs Wankdorf.
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EIN Sieg aus den letzten SIEBEN Spielen und diesen gegen das abgeschlagene Lausanne. Aus der EL und dem Cup draussen. Das Ziel von zwei Siegen aus den letzten beiden Spielen auch nicht erreicht. Kein Geld für neue Spieler weil man viel zuviel für den Staff ausgiebt. Bin der Meinung dass Gross, Zuberbühler, Känzig und Co den Hut nehmen sollten. Besser ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende! Antworten
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