Das System im Stade de Suisse ist weltweit einzigartig
Von Jonathan Spirig. Aktualisiert am 13.10.2011 7 Kommentare
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
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Zusammenfassung
Stade de Suisse setzt künftig auf kurzlebigen Naturrasen
Im Berner Stade de Suisse liegt künftig ein besonders beschaffener Naturrasen, der bis zu viermal pro Jahr ersetzt werden muss. Dafür hat er den Vorteil, dass er direkt auf den bestehenden Kunstrasen gelegt werden kann.
Den Stadionbetreibern stehen neu also beide Unterlagen zur Verfügung, wie sie am Donnerstag vor den Medien betonten. «Wir können künftig Konzerte auf Kunstrasen durchführen und schon wenige Tage später wieder ein Fussballspiel auf Naturrasen veranstalten», sagte Stadionchef Ilja Kaenzig.
Der so genannte Dicksodenrasen ist ein völlig neues Produkt. Er kam noch nirgends in Europa wettkampfmässig zum Einsatz. Der Rasen gilt als äusserst strapazierfähig, hat aber eine kurze Haltbarkeit von wenigen Monaten.
Im kommenden Dezember wird er erstmals in 127 Einzelrollen aufgetragen. Rasen Nummer 2 ist bereits im April 2012 vorgesehen. Im Sommer gibt es ein Zeitfenster für Konzerte, dann folgen die Rasen Nummer 3 und 4. Die jährlichen Betriebskosten für das neue System werden auf eine halbe Million Franken geschätzt.
Das Stade de Suisse kehrt nach gut fünf Jahren zu Naturrasen zurück, weil YB-Trainer Christian Gross das so wollte. Ausserdem musste Bern seit 2006 wegen des Kunstrasens auf Länderspiele und meistens auch auf den traditionsreichen Cupfinal verzichten.
Kein Trainingszentrum
Der Vorteil war, dass mehrere YB-Mannschaften bei jeder Witterung im Stadion trainieren konnten. Das ist nun nicht mehr möglich. Trotzdem sind die Pläne des Klubs für ein Trainingszentrum in Lyss oder Kerzers einstweilen vom Tisch.
Die erste Mannschaft werde künftig in erster Linie im Stadion Neufeld und im Turnerstadion Wankdorf neben dem Stade de Suisse trainieren, sagte der Technische Direktor Hansruedi Hasler. Für die Juniorenteams zeichnen sich nach seinen Angaben Lösungen auf verschiedenen städtischen Sportplätzen ab.sda -
Die Medienkonferenz ist beendet. Eine Zusammenfassung folgt später.
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Im Dezember wird gewechselt
Der erste Naturrasen wird im Dezember gleich nach dem letzten Heimspiel (gegen Sion) verlegt.
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Cupfinale in Bern?
Kaenzig betont noch einmal, dass man natürlich hoffe, das Cupfinale wieder nach Bern zu holen. Jetzt spreche nichts mehr dagegen. Das werte den Wettbewerb auch für die Mannschaft auf. Es sei auch eine Tradition, die von Fans aus der ganzen Schweiz gestützt werde.
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127 Rollen werden verlegt
Der Rasen sei einmal wiederverwendbar. Man könnte ihn also beispielsweise im Stade de Suisse rausnehmen und an einem anderen Ort verlegen. Allerdings brauche es dort einen Unterboden, erklärt Altermatt.
Insgesamt werden 127 Rollen verlegt, die von 30 Sattelschleppern gebracht werden. Das ganze sei schnell umgesetzt.
Ein Kunstrasen koste pro vier Jahre 1,5 Millionen. Die Kosten bleiben in etwa gleich, sagt Oertig. -
Kunstrasen als Backup
Man will zuerst Erfahrungen sammeln, wie sich der Naturrasen auf den Kunstrasen auswirkt, sagt Kaenzig. Deswegen behalte man den Kunstrasen vorerst als Backup.
Dies könne auch zu einem Argument für Konzertveranstaler werden. -
Die Fragerunde ist eröffnet
Der neuartige Rasen sei noch nirgends in einer Meisterschaft eingesetzt worden, erst in Bardonecchia, wo Juventus im Sommer trainiert hat.
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20 Plätze fehlen
Das neue System hat Auswirkungen auf die Mannschaften von YB, wie Hansruedi Hasler erklärt. Details dazu waren heute auch schon in der Berner Zeitung zu lesen. Hasler freut sich, dass die Nationalmannschaft wieder in Bern spielt.
In Bern fehlen immer noch 20 Sportplätze, klagt Hasler. Es sei schon klar, dass sich andere Clubs nicht freuen, wenn plötzlich auch noch YB bei ihnen trainieren. Das Problem seien aber nicht nur die Plätze, sondern auch die Nebenräume wie Fitnesscenter. Die Spieler sollen die Nebenräume im Idealfall deswegen weiterhin im Stade de Suisse nutzen und von hier aus zu den anderen Plätzen gehen.
Das ganze sei ein Puzzle, man werde aber schon die richtige Lösung finden. Die erste Mannschaft werde die Basis weiterhin im Stade de Suisse habe, aber auch im Turnerstadion und im Neufeld trainieren. Die Änderung für die 1. Mannschaft sei nicht gross.
Änderungen werde es aber bei der U21 und der U18 geben. Sie werden einen kleineren Wanderzirkus durchführen. Welche Plätze zur Diskussion stehen, sehen Sie auf der Grafik oben. Entschieden sei gemäss Hasler aber noch nichts definitiv. -
Die Musterplanung
Wie Ilja Kaenzig berichtet, sei es trotz dem Naturrasen noch möglich, im Sommer Konzerte und andere Events im Stade de Suisse durchzuführen. Bevor ein neuer Rasen verlegt werde, gebe es immer Pausen. Kaenzig nennt diese Konzertfenster.
Offen sei noch ob weitere Natispiele und das Cupfinale in Bern ausgetragen werden. Man werde sich sicher dafür bewerben.
Es bestehe auch die Möglichkeit, im Winter mit dem Rasenwechsel zu warten und einige Spiele auf Kunstrasen auszutragen. Ob man dass überhaupt darf, sei aber noch nicht bekannt. Dies wäre ab 2013 möglich und weltweit eine Premiere. -
Juventus als Inspiration
YB hat sich von Juventus Turin inspirieren lassen, dass auch einem Rasen dieser Art trainiert hat. Wie der Schweizer Nati-Spieler Stephan Liechtsteiner gegenüber YB mitgeteilt hat, gebe es keine Signifikanten Unterschieden zu anderen Naturräsen.
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Ein Doppelrasen
Die Fakten zum neuen Naturrasen hören sich spektakulär an. Sacha Altermatt stellt das neue System vor.
Das Rasensytem sei völlig neu und der Naturrasen kann innerhalb von fünf Tage mit Hilfe eines Vlies auf den Kunstrasen verlegt werden. Der neue Rasen benötige keinen Unterbau, die Bewässerung muss aber ergänzt werden.
Die bestehende Rasenheizung sei weiterhin funktionstauglich.
Die Haltbarkeit des Rasens wird auf etwa vier Monate geschätzt, deshalb wird er zwei bis dreimal im Jahr ausgewechselt werden. Die Kosten dafür belaufen sich jährlich auf etwa 500'000 Franken.
Um den Rasen zu pflegen wird der Greenkeeper vom Neufeld eingestellt.
Zudem kann der Naturrasen einmalig wieder verlegt werden. -
Die Medienkonferenz beginnt
YB-Mediensprecher Albert Staudenmann begrüsst die Medien. Er spricht von einem Meilenstein für YB und das Stade de Suisse.
Benno Oertig sagt, dass das Stade de Suisse seinem Namen gerecht werde. Dass die Nati wieder hier spiele, erfülle ihn mit Stolz. Er sei glücklich, dass eine Lösung gefunden werden konnte. -
Das Stade-de-Suisse-System
«Das Stade-de-Suisse-System»: Unter diesem Motto wird heute informiert. Die Rede ist von völlig neuen Produkt, das im Stade de Suisse verlegt wird.
Die Medienkonferenz beginnt in fünf Minuten. -
CEO Ilja Kaenzig, VR-Präsident Benno Oertig, der technische Direktor Hansruedi Hasler und Projektleiter Sacha Altermatt werden informieren. Die Medienkonferenz findet auf dem Rasen des Stade de Suisse statt.
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YB informiert ab 14.30 Uhr
Die Medienkonferenz beginnt um 14.30 Uhr. Unten können Sie aber bereits einige Fakten zum Thema nachlesen. Wie die BZ Berner Zeitung bereits heute Donnerstag berichtet hat, werden die YB-Spieler künftig auf sechs Trainingsplätze in der Stadt Bern ausweichen müssen.
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YB verzichtet auf Trainingscamp in der Region
Die Young Boys bleiben der Stadt Bern erhalten. Die Drohungen der Klubverantwortlichen, man werde wegen Mangels an Trainingsplätzen der Hauptstadt den Rücken kehren, lösen sich in Luft auf. YB verzichtet auf den Bau eines Trainingscamps in Kerzers oder Lyss, wie gut unterrichtete Quellen bestätigen.
In der ganzen Stadt verteilt
Der Clinch zwischen dem Sportamt und den Young Boys scheint überwunden zu sein. Das Sportamt will den YB-Spielern ab dem neuen Jahr mehrere Fussballplätze in der Stadt für Trainings zur Verfügung stellen. Diese Wende kam zustande, weil der Kunstrasen im Stade de Suisse bereits zum Jahreswechsel einem Naturrasen weicht. Deshalb nimmt die Trainingskapazität im Stade de Suisse markant ab. Ursprünglich war der Rasenwechsel erst auf Beginn der neuen Saison im Sommer 2012 geplant. Doch wegen der Zusage für das Länderspiel Schweiz - Argentinien vom 29.Februar 2012 kam Bewegung in die Sache.
Weder bei YB noch beim Sportamt will sich jemand dazu äussern. YB-Sprecher Albert Staudenmann verweist auf eine Pressekonferenz, die heute im Stade de Suisse stattfindet. Fakt aber ist: Das Sportamt hat für YB folgende Plätze im Visier: die Naturrasenfelder im Murifeld, im Turnerstadion Wankdorf und auf der Grossen Allmend. Hinzu kommen die Kunstrasenfelder auf der Bümplizer Bodenweid und im Wyler, wo ein Bauprojekt in Planung ist. Zudem hat YB weiterhin Zugriff auf die Kunstrasenfelder und auf den Naturrasenplatz im Neufeldstadion. Diese Anlage gehört den Stadtbauten Bern (Stabe). Doch die Stade de Suisse AG hat die Anlage im Rahmen eines PPP-Vertrages (Public Private Partnership) Ende 2008 übernommen. Danach investierte der Verein 2,5 Millionen Franken in den Bau zweier Kunstrasenfeldern.
Trainings vorverlegen
Eine Knacknuss bei den Verhandlungen zwischen YB und dem Sportamt war es, die Interessen des Breitensports mit den Wünschen der YB-Profis und der YB-Nachwuchsteams zu vereinen. Denn besagte Fussballplätze werden seit Jahrzehnten von Feierabendkickern der unteren Ligen beansprucht.
YB plant nun, die Trainings der U-18- und U-21-Equipe um ein paar Stunden nach vorne zu verschieben und bereits am späteren Nachmittag zu beginnen. Die Profis trainieren so oder so tagsüber – und werden dies auch künftig vornehmlich im Turnerstadion Wankdorf oder im Neufeld tun.
YB darf auch im Winter
Trotzdem werden die erwähnten Fussballfelder durch YB zusätzlich belastet – zumal das Sportamt diese den Gelb-Schwarzen auch in den Wintermonaten zur Verfügung stellen will.
Bisher wurden alle Rasenplätze in der Stadt Bern Ende Oktober geschlossen. Damit die Plätze nicht zum Acker werden, will das Sportamt einerseits den Pflegeaufwand erhöhen. Andererseits finden die YB-Trainings auf regelmässig wechselnden Plätzen statt. Fabian Ruch
Erstellt: 13.10.2011, 14:16 Uhr
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