«Das 3:1 in Basel – das war der perfekte Tag»
Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 25.05.2011 4 Kommentare
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Wer wird am Mittwoch Schweizer Meister? Ihr Ex-Klub Basel, für den Ihr Herz schlägt, oder der FCZ, gegen den Sie mit Thun antreten?
Murat Yakin: Mein Herz schlägt für den FC Thun. So viel vorneweg. Der Vorteil im Meisterrennen liegt dank des Vorsprungs beim FC Basel. Doch mir ist am wichtigsten, dass wir zum Schluss eine gute Leistung zeigen. Das Team hat sich ein tolles Saisonende verdient.
Danach verlassen Sie den FC Thun Richtung Luzern. Haben Sie in den zwei Jahren mit Thun alle Ihre Ziele erreicht?
Als ich beim FC Thun begann, hätte ich mir eine solche Entwicklung nicht erträumt. Vor einem Jahr sind wir dank einem starken Saisonschluss in die Super League aufgestiegen, heute beenden wir die Saison auf Platz fünf oder sechs. So ist es im Fussball. Wer mit grosser Leidenschaft und Ehrgeiz arbeitet, wird belohnt.
Worauf führen Sie Ihren Erfolg in Thun zurück?
Ich hatte in Thun ein Umfeld, das mich in Ruhe arbeiten liess. Gemeinsam mit Sportchef Andres Gerber konnte ich die Spieler aussuchen, die zu uns passten. Von der Mannschaft fühlte ich mich immer getragen. Deshalb fällt es mir nicht leicht, Thun zu verlassen. Alles in allem denke ich, dass ich meistens die richtigen Entscheide getroffen habe. Auch in Notsituationen, etwa in der letzten Saison, als wir Pape Omar Faye – unseren besten Torschützen – wegen der Verwicklung in die Wettaffäre suspendieren mussten.
Welche Fehler sind Ihnen als Thun-Coach unterlaufen?
Bei der Verpflichtung von Dudu habe ich mich letzte Saison verschätzt. Ich glaubte, er sei eine Verstärkung. Das war aber nicht so. (Der Stürmer aus Brasilien konnte sich in Thun nicht durchsetzen und wurde nach kurzer Zeit zuerst nach Yverdon und dann zu einem Klub in Burma ausgeliehen/die Redaktion.)
Als Sie nach Thun kamen, wollten Sie dem Team Siegermentalität einimpfen. Ist Ihnen das gelungen?
Wenn man die Entwicklung in den letzten zwei Jahren sieht, dann auf jeden Fall. In der Rückrunde gewannen wir öfter als in der ersten Saisonhälfte und spielten weniger häufig unentschieden. Als ich nach Thun kam, spürte ich zunächst die Zurückhaltung bei den Spielern. Sie wollten auf dem Platz niemandem wehtun. Unterdessen hat sich das geändert. Wir haben mit Dennis Hediger und zuletzt Sékou Sanogo Spieler geholt, die mit Körpereinsatz spielen. Benjamin Lüthi hat sich in dieser Hinsicht ebenfalls entwickelt und auch Nicolas Schindelholz. Er ist zwar ein stiller Typ, aber furchtlos auf dem Platz.
Und jetzt ist die Zeit gekommen, Thun zu verlassen?
In Luzern will ich die gleichen Dinge einbringen wie in Thun. Der Klub bietet mit dem Stadion, dem grossen Publikumsinteresse und der Fussballtradition grosse Perspektiven. Der Wechsel ist für mich der richtige Schritt.
Es heisst, Sie bezahlten einen Teil der Ablösesumme von 200'000 Franken, die Luzern an Thun überweist, selber.
Das ist falsch. Luzern übernimmt die ganze Summe. Es wird eine meiner Aufgaben beim FCL sein, dafür zu sorgen, dass richtig kommuniziert wird.
Das Umfeld in Luzern ist unruhiger als in Thun. Dass Sie beim FCL auch Ihren Bruder Hakan coachen werden, sorgt für zusätzliches Interesse. Wie werden Sie damit umgehen?
Mir wurde ja vorgeworfen, stets den Weg des geringsten Widerstands zu gehen. Das lässt sich nun nicht mehr behaupten. Aber ich will auch in Luzern in Ruhe arbeiten und meine Vorstellungen durchsetzen können. Dazu brauche ich zunächst gute Resultate, sonst gelingt das nicht. Ich bin gut vorbereitet auf meine Zeit in Luzern, das können Sie mir glauben.
Welches waren Ihre schönsten Momente in Thun?
Der Aufstieg am letzten Spieltag der letzten Saison war ein toller Moment. Und dann erinnere ich mich natürlich besonders gern an das 3:1 in Basel. Als ich zurücktrat, sagte ich mir, dass ich als Trainer die gleichen Emotionen erleben will wie als Spieler. Der Sieg gegen den FCB, in meiner Heimat, gegen meinen Ex-Klub – das war ein solcher Glücksmoment. Es war der perfekte Tag.
Wer soll Ihrer Meinung nach neuer Thun-Trainer werden?
Meinem Nachfolger sollte die Ausbildung junger Spieler wichtig sein. Zudem muss er eine hohe Sozialkompetenz mitbringen und gut kommunizieren können. Ich bin sicher, die Verantwortlichen verpflichten den Richtigen.
Wäre Ihr Assistent Adrian Kunz eine Lösung? Er besitzt ja auch die nötigen Diplome.
Kunz bringt grosse Fähigkeiten als Trainer mit. Allerdings hat er noch nie auf diesem Niveau eine Mannschaft trainiert. Daher denke ich, er müsste zuerst in einer tieferen Liga Erfahrungen sammeln. Ich begann als Trainer ja auch nicht in der Super League, sondern betreute zuerst praktisch in jeder Liga eine Mannschaft. Die Aufgabe als Super-League-Trainer ist anspruchsvoll. Man sollte sie keinem unerfahrenen Mann anvertrauen.
Was haben Sie in den zwei Jahren in Thun dazugelernt?
Ich habe in allen Bereichen viel Erfahrung gesammelt. Vor allem während der Trainerausbildung war es schwierig, alles unter einen Hut zu bringen. Parallel zur Arbeit mit der Mannschaft und den Planungssitzungen musste ich für Prüfungen lernen. Dazu kam das Pendeln zwischen Thun, meinem Wohnort in der Nähe von Zürich und Magglingen, wo die Kurse stattfanden. (Berner Zeitung)
Erstellt: 25.05.2011, 12:02 Uhr
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4 Kommentare
upppsss....lieber Muri da ist Dir wohl etwas entgangen....
soviel ich weis war ädu bereits in Langenthal, Düdingen, Freiburg, Breitenrain Coach und einige Jahre als Assistent beim FC Thun. er hat also noch fast mehr Erfahrungen als Du;-)))
Ihm fehlt lediglich die Challengue Liga als weitere Station.
Einmal kommt halt das erste Superleaguespiel als Trainer!das kam bei dir auch.good luck beim FCL
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