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Capello wackelt vor Duell mit Schweiz
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«Hat Capello genug Mumm, um zu gehen?», fragt «Sun»-Sportchef Steven Howard in einem Kommentar. Er gibt dem einstigen Heilsbringer keinen Kredit mehr und setzt vor dem morgigen Heimspiel gegen Bulgarien jenes verbale Trommelfeuer fort, das schon nach dem blamablen 1:4 im WM-Achtelfinal gegen Deutschland in einer Rücktrittsforderung gipfelte.
Von Vertrauen in Capellos Arbeit ist auch in den gemässigteren Publikationen im Heimatland des Fussballs nichts zu spüren. Viele glauben, dass der Italiener nur noch im Amt ist, weil der englische Verband die bei einer Entlassung fällige Abfindung scheut. Capellos Kontrakt läuft noch zwei Jahre und bringt ihm bis dahin insgesamt 12 Millionen Pfund ein.
Böse Erinnerungen an Spiele im Herbst
Den Herbst verbinden die englischen Fussball-Fans seit einigen Jahren ohnehin mit überaus unangenehmen Erinnerungen. 2005 unterlag ihre Mannschaft in der WM-Qualifikation dem kleinen Nachbarn Nordirland 0:1. Die Partie fand übrigens an einem 7. September statt – dem Datum des kommenden Spiels gegen die Schweiz. Im Oktober 2006 vergeigten die Engländer den EM-Qualifikations-Match gegen Kroatien (0:2); ein Jahr und eine Woche später folgte eine 1:2-Niederlage gegen Russland in Moskau, die das Mutterland des Fussballs das Ticket für die Euro 08 in der Schweiz und Österreich kostete.
Vier Punkte ist das Minimalziel der Engländer für die beiden Partien gegen Bulgarien und die Schweiz. Wobei gegen die im Fifa-Ranking nur auf Rang 43 geführten Bulgaren eher ein Sieg budgetiert sein dürfte als gegen den Weltranglistensiebzehnten Schweiz. Die Position der Schweizer sei höher als jene von Englands WM-Gruppengegnern USA (18.), Slowenien (19.) und Algerien (33.), rechnet die «Sun» sorgenvoll vor. Auf das Team, das Capello aufbieten könne, würde aber wohl niemand sein Haushaltsgeld setzen.
Die Liste der Abwesenden ist lang
Die Liste der Abwesenden klingt bei England mittlerweile eindrücklicher als jene der Nominierten. Ferdinand, Terry, Lampard, Carragher, King, Zamora, Crouch, Robinson, Brown, James, Green, Joe Cole, Lennon und Bridge fehlen aus diversen Gründen im Kader. Englands Symbolfigur David Beckham zog Capello im Sommer den Teppich unter den Füssen weg, obwohl er einen Spieler von dessen Qualität mehr denn je gebrauchen könnte. Eine Aktion, die ihn noch unbeliebter gemacht und seine Position zusätzlich geschwächt hat.
(ak)
Erstellt: 02.09.2010, 15:47 Uhr
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